Premiere der Oper „Ein Sommernachtstraum“ am Theater Pforzheim

Ein Sommernachtstraum ~ Theater Pforzheim ~ Ensemble ~ Foto: Sebastian Seibel)

Elfenwaldmagie aus Harfe, Gong und Glockenspiel

Die Natur steht Kopf, denn Elfenkönigin Titania und ihr eifersüchtiger Gatte Oberon liegen im Streit. Rachsüchtig wendet sich der Herr des Feenwaldes an Puck, der Titania mithilfe einer Zauberblume in das nächstbeste Tier verliebt machen soll. Während Titania und ihr Elfengefolge einem Esel huldigen, steht eine Laienschauspieltruppe aus fünf Handwerksmeistern plötzlich ohne ihren Hauptdarsteller dar – denn der wurde von Puck in eben jenen Esel verwandelt. Auch zwischen zwei jungen Pärchen aus dem Athener Adel sorgt Puck mithilfe des magischen Krauts gehörig für Verwirrung.

Ein Sommernachtstraum
Theater Pforzheim
Ensemble
Foto: Sebastian Seibel)

Auch auf der Bühne werden die Verwandlungen und Verwirrungen auf magisch-sinnliche Weise sichtbar: In Rahmen eines elisabethanischen Theaters wird der Elfenwald spielerisch von den Solistinnen und Solisten des Musiktheaterensembles selbst zum Leben erweckt; aus einfachsten Requisiten entstehen bezaubernde poetische Landschaften. Denn die Übergänge zwischen realer Welt und zauberischer sind im „Sommernachtstraum“ fließend: „Geordnete Lebens- und Daseinsebenen werden verlassen“, erklärt Regisseur Thomas Münstermann. „In ihrem Sommernachtstraum dürfen und müssen sich die Figuren anders verhalten: Handwerker dürfen dort Theater spielen und sich aus ihrer zweckhaften Existenz wegbewegen, und Liebespaare können erproben, ob ihre erzwungenen Konstellationen überhaupt zutreffend sind und Bestand haben. Es ist ein Ort, an dem Gesetze außer Kraft gesetzt und Dinge überprüft werden können, bis dieses Experiment so gefährlich wird, dass Shakespeare es abbricht – und zwar genau durch die Kräfte des poetischen Raums, die es in Gang gesetzt haben.“

Farbenreich, heiter-romantisch und doch voller Tiefgang ist die Opernfassung des britischen Komponisten Benjamin Britten, der jeder Figurengruppe – Feen, Handwerkern, Hofgesellschaft – ihre eigene Klangfarbe verliehen hat. Shakespeares gewürzte Dialoge, die von Britten und seinem Partner Peter Pears nahezu originalgetreu übernommen wurden, erklingen in Pforzheim in der poetischen deutschen Übertragung nach August Wilhelm Schlegel.


„Ein Sommernachtstraum“

(A Midsummer Night’s Dream)

Oper in drei Akten

Von: Benjamin Britten
Libretto: Benjamin Britten und Peter Pears nach William Shakespeare
Uraufführung: 11. Juni 1960 (Aldeburgh, Jubilee Hall)

Premiere am Theater Pforzheim: Samstag, 2. April 22 (Großes Haus)
In der deutschen Übersetzung von Ernst Roth nach August Wilhelm Schlegel

Musikalische Leitung: Florian Erdl
Inszenierung: Thomas Münstermann
Bühnenbild & Kostüme: Thomas Mogendorf
Dramaturgie: Christina Zejewski

Mit: Dorothee Böhnisch, Arthur Canguçu, Jina Choi, Klaus Geber, Stamatia Gerothanasi, Nicolas Hariades, Paul Jadach, Dirk Konnerth, Joanna Lissai, Elisandra Melián, Lukas Schmid-Wedekind, Johannes Schwarz, Aleksandar Stefanoski, Helena Steiner, Philipp Werner u. A.

Badische Philharmonie Pforzheim

Weitere Vorstellungen: 6. und 28. April sowie an weiteren Terminen im Laufe der Spielzeit, jeweils mit Einführung 20 Min. vor Beginn
Karten gibt es ab 17,70 € (erm. 8,90 €) an der Theaterkasse am Waisenhausplatz unter Tel. 0 72 31/39-24 40, im Kartenbüro in den Schmuckwelten und auf theater-pforzheim.de