Pınar Karabulut und Rafael Sanchez übernehmen ab Spielzeit 2025/2026 die Co-Intendanz des Schauspielhaus Zürich

Pınar Karabulut und Rafael Sanchez (© Markus Bachmann)

Der Verwaltungsrat der Schauspielhaus Zürich AG hat an seiner Sitzung vom 1. Dezember 2023 aus einer Vielzahl hochqualifizierter Bewerbungen Pınar Karabulut und Rafael Sanchez als Co-Inten-dant:innen des Schauspielhaus Zürich gewählt. Sie übernehmen ab der Spielzeit 2025/2026 die Leitung des Hauses für die Dauer von fünf Jahren.

Mit der Wahl von Pınar Karabulut und Rafael Sanchez übernimmt eine neue Generation von Theatermacher:innen die Leitung eines der renommiertesten Theater im deutschsprachigen Raum. Die beiden Regisseur:innen überzeugten Findungskommission und Verwaltungsrat durch ihre fundierten künstlerischen Arbeiten, die ein breites Publikum ansprechen und bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurden. Beide inszenieren mit grossem Erfolg sowohl klassische Stücke als auch neue Texte. Pınar Karabulut ist zudem als Opernregisseurin tätig. «Durch ihre verschiedenen Erfahrungshintergründe und Regieästhetiken bringen Rafael Sanchez und Pınar Karabulut ein weites Spektrum an künstlerischer Vielfältigkeit und Anschlussfähigkeiten an unterschiedliche gesellschaftliche Diskurse mit. Das Zürcher Publikum kann sich auf ein Theater mit grossen Erzählungen und grosser Literatur sowie mit performativer, spartenübergreifender Kunst freuen», so Beate Eckhardt, Co-Präsidentin des Verwaltungsrats.

Bewusster Entscheid für Zürich

Während Rafael Sanchez als gebürtiger Basler und ehemaliger Co-Intendant des Theater Neumarkt das Schauspielhaus Zürich, die Stadt und die Schweiz bestens kennt, bringt Pınar Karabulut einen unverstellten, neugierigen Blick auf Zürich mit. Ihr Entscheid, gemeinsam die Leitung des Schauspielhaus Zürich zu übernehmen, ist ein überzeugter und lustvoller Schritt, sich auf die Stadt, ihre Themen und Stoffe und ihre vielfältige Bevölkerung einzulassen, wie Rafael Sanchez betont: «Wir freuen uns auf Zürich, das gleichzeitig so lokal und international ist, auf ein grossartiges Haus mit vielen Expert:innen, sei es in der Technik, der Kunst oder der Administration, auf eine grosse faszinierende Kunstszene – und auf ein vielfältiges Publikum, das erobert werden will.»

Große Leitungserfahrung

Sowohl Rafael Sanchez als auch Pınar Karabulut bringen breite Leitungserfahrungen mit, zusammengezählt haben sie an über 30 deutschsprachigen Häusern gearbeitet. Als Interims-Leiter am Schauspiel Köln, wo er zehn Jahre lang als Hausregisseur tätig war, ist Rafael Sanchez Mitglied der Geschäftsleitung und für über 300 Mitarbeitende zuständig. Je nach Bauentwicklung wird Rafael Sanchez in der kommenden Spielzeit das neue Haus in Köln eröffnen. «Dass Rafael Sanchez Erfahrung mit der Entwicklung und Bespielung von Provisorien und der komplexen Planung für eine Neueröffnung mitbringt, ist für Zürich, vor dem Hintergrund des anstehenden Pfauen-Umbaus, ein grosser Vorteil», hält Rebekka Fässer, Co-Direktorin Kultur bei Stadt Zürich und Mitglied des Verwaltungsrats der Schauspielhaus Zürich AG, fest.

Pınar Karabulut hat ihre erste Leitungserfahrung als Kuratorin einer Aussenspielstätte des Schauspiel Köln gesammelt und 2017 das queer-feministische Festival BRITNEY X gegründet, das seitdem fester Bestandteil des Kölner Spielplans ist. Von 2020 bis 2023 gehörte sie zum künstlerischen Leitungsteam der Münchner Kammerspiele. Im letzten Jahr hat Pınar Karabulut an der Ludwig-Maximilians-Universität München die renommierte Weiterbildung in Theater- und Musikmanagement absolviert. 2020 wählte sie das deutsche Wirtschaftsmagazin Capital zu den «Top 40 unter 40» in Deutschland.

Theater weiterdenken

Die Intendanz wird das Schauspielhaus Zürich in einem Geschäftsleitungsmodell führen und das Theater nicht nur auf der künstlerischen Ebene, sondern auch organisatorisch und strukturell ganzheitlich weiterdenken. Die interne und externe Ansprache von Mitarbeitenden und Publikum wird von den unterschiedlichen Hintergründen der beiden Co-Intendant:innen profitieren, wie Pınar Karabulut ausführt: «Als leitendes Duo bieten wir als Vertreter:innen einer vielfältigen, jungen Theatergeneration, aber auch durch unser Bewusstsein, dass zu einer verantwortungsbewussten Leitung Selbstreflexion und Vielstimmigkeit gehören, einen progressiven Blick auf das Theater – sowohl künstlerisch als auch strukturell.»

Die Findungskommission zur Auswahl der neuen Intendanz ab Spielzeit 2025/2026 setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

  • Hayat Erdoğan, Co-Direktorin des Theaters Neumarkt in Zürich
  • Rebekka Fässler, Co- Direktorin Kultur der Stadt Zürich, Verwaltungsrätin
  • Judith Gerstenberg, leitende Dramaturgin am Thalia Theater, vorgängig Dramaturgin an der Ruhrtriennale
  • Madeleine Herzog, Leiterin Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, Verwaltungsrätin
  • Alexandros Ioannidis, Mitarbeiter des künstlerischen Betriebsbüros des Schauspielhaus Zürich, Verwaltungsrat
  • Iris Laufenberg, Intendantin des Deutschen Theaters Berlin
  • Tom Till, kaufmännischer Geschäftsführer des Thalia Theaters in Hamburg

Geleitet wurde die Findungskommission von Beate Eckhardt, Co-Präsidentin des Verwaltungsrats der Schauspielhaus Zürich AG

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