Paul Dessaus »Die Verurteilung des Lukullus« feiert Premiere an der Staatsoper Stuttgart

Opernhaus der Staatsoper Stuttgart (Foto: Matthias Baus)

Als erste Premiere der Saison und zugleich Stuttgarter Erstaufführung zeigt die Staatsoper Stuttgart Paul Dessaus Die Verurteilung des Lukullus in einer Inszenierung des Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen am 1. November 2021 um 18 Uhr. In der Titelpartie des Feldherrn Lukullus kehrt der international gefeierte Heldentenor Gerhard Siegel an die Staatsoper Stuttgart zurück, der hier zuletzt als Herodes in Salome zu erleben war. Die legendäre Primadonna assoluta Cheryl Studer gastiert als Tertullia. Das Ensemble der Staatsoper ist in den zahlreichen weiteren Rollen zu erleben. Die musikalische Leitung des Abends übernimmt Bernhard Kontarsky, der bereits seit 1969 mit der Staatsoper Stuttgart verbunden ist. Hier dirigierte er vielbeachtete Aufführungen von Werken wie Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten (1989) und Luigi Nonos Intolleranza 1960 (1993).

Die Oper Die Verurteilung des Lukullus basiert auf dem 1939 von Bertolt Brecht verfassten Radiostück Das Verhör des Lukullus, in dem der gleichnamige römische Feldherr sich nach seinem Tod vor Gericht für seine Taten verantworten muss. Bertolt Brecht und Paul Dessau entwickelten das Stück nach Ende des 2. Weltkrieges zu einem Opernlibretto weiter. Die gesellschaftspolitische Utopie – unmittelbar nach der Teilung Deutschlands in zwei Systeme – und die Partitur mit ihrem spektakulären Bläser- und Schlagwerkaufgebot gerieten bei der Premiere 1951 in Ostberlin zum kulturpolitischen Skandal. Siebzig Jahre danach unterziehen sie Julia Lwowski und Franziska Kronfoth vom Musiktheaterkollektiv Hauen und Stechen mit dem Dirigenten Bernhard Kontarsky einer Neubewertung.

Hauen und Stechen wurde 2012 von den Regisseurinnen Franziska Kronfoth und Julia Lwowski gegründet. Innerhalb des Kollektivs zeichnet Martin Mallon für Video, Christina Schmitt für das Bühnenbild und Yassu Yabara für die Kostüme verantwortlich. Die Schauspielerin Gina-Lisa Maiwald, die die kommentierende Frauenstimme in Die Verurteilung des Lukullus übernimmt, ist ebenfalls Teil von Hauen und Stechen. Gemeinsam erarbeiten sie grenzüberschreitendes und genreübergreifendes Musiktheater und inszenierten u.a. bei den Opernfestspielen der Bayerischen Staatsoper, an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, im Berliner HAU und am Théâtre de l’Athénée in Paris.

Karten sind ab 1. Oktober erhältlich. Mit der Premiere von Die Verurteilung des Lukullus kehrt die Staatsoper wieder zur vollen Platzbelegung im Zuschauerraum zurück. Der Einlass erfolgt weiterhin nach dem 3G-Prinzip.


Paul Dessau: Die Verurteilung des Lukullus

Premiere an der Staatsoper Stuttgart: 1. November 21
Weitere Vorstellungen: 6. / 13. / 15. / 20. November 2021

Musikalische Leitung: Bernhard Kontarsky
Konzept: Hauen und Stechen
Regie: Franziska Kronfoth, Julia Lwowski
Bühne: Christina Schmitt
Kostüme: Yassu Yabara
Video: Martin Mallon
Licht: Reinhard Traub
Chor: Manuel Pujol
Kinderchor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Miron Hakenbeck, Julia Schmitt

Besetzung:

Lukullus: Gerhard Siegel
König: Friedemann Röhlig
Königin / 1. Frauenstimme: Alina Adamski
Lasus: Torsten Hofmann
Der Kirschbaumträger: Elliott Carlton Hines
Das Fischweib: Maria Theresa Ullrich
Die Kurtisane: Deborah Saffery
Der Lehrer: Philipp Nicklaus
Der Bäcker: Heinz Göhrig
Der Bauer: Jasper Leever
Tertullia: Cheryl Studer
2. Frauenstimme: Laia Vallés
3. Frauenstimme: Clare Tunney
Eine kommentierende Frauenstimme: Gina-Lisa Maiwald
Der Totenrichter: Simon Bailey
Der Sprecher des Totenrichters: Thorbjörn Björnsson

Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
Staatsopernchor Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart


Einführungsmatinee:
Sonntag, 17. Oktober 2021, 12 Uhr, Opernhaus, Foyer I. Rang
Das Produktionsteam gibt Einblicke in die Konzeption der Neuinszenierung.

staatsoper-stuttgart.de