Opernhaus Zürich bietet im Mai neben neuen Formaten kleine und große Premieren

Opernhaus Zürich ~ Außenansicht (Foto: Andrin Fretz)

Der Beschluss des schweizerischen Bundesrates von letzter Woche gestattet erstmals seit Dezember wieder Vorstellungen mit Publikum in Innenräumen. Allerdings ist die Zahl der Zuschauer*innen auf 50 beschränkt. Nachdem das Opernhaus Zürich der Pandemie bisher wacker getrotzt hat, alle geplanten Neuproduktionen erarbeitet sowie größtenteils live und kostenfrei gestreamt wurden, teilte es heute mit, dass es in dieser Saison leider nicht mehr zu dem ursprünglich geplanten Spielplan zurückkehren kann.

Opern» und Ballettvorstellungen sind extrem personalintensive Kunstformen mit 150 bis 250 Beschäftigten pro Abend. Vorstellungen mit einer sehr geringen Platzbelegung lassen sich nicht rechtfertigen. Aus diesem Grunde und unter Berücksichtigung der langen Planungsvorläufe muss daher schweren Herzens und in Absprache mit dem Kanton Zürich der reguläre Spielplan bis Ende der Saison abgesagt werden.

Dennoch: Endlich wieder offen. Endlich wieder live. Endlich wieder zusammen.

Das Opernhaus Zürich freut sich, ab 1. Mai seine Türen zum Sechseläutenplatz wieder öffnen zu können und hat dafür ein Programm entwickelt, dass der reduzierten Zuschaueranzahl Rechnung trägt.

Präsentiert wird eine Ballettpremiere in Zürich, eine Opernpremiere in Winterthur, Liederabende, die sich dem Pop, Musical und der Folkmusik widmen, Konzertabende und die Premiere eines musikalischen Schauspiels.
Über den neuen Spielplan für den Juni 202i wird zu einem späteren Zeitpunkt informiert.

PREMIERE BALLETT

Den Auftakt für das Mai~Programm macht am Samstag, 1. Mai, die Premiere des zweiteiligen Ballettdbends «Walking Mad››. Das Ballett und das Junior Ballett Zürich werden in den Choreografien «Chamber Minds» von Edward Clug und dem titelgebenden «Walking Mad» von Johan lnger zu sehen sein. Edward Clug ist ein international gefragter Choreograf, der zuletzt mit «Faust – Das Ballett» in Zürich zu Gast war. Zum ersten Mal tanzt das Ballett Zürich ein Stück des schwedischen Choreagrafen Johan lnger. Bizarr, surreal und clownesk agieren die Tänzerinnen und Tänzer in lngers Choreografie zur Musik von Arvo Part und zum Bolero von Maurice Ravel, die an diesem Abend vom Tonband kommt.

PREMIERE IN WINTERTHUR

Als Gaetano Donizetti im April 1848 stirbt, bleibt die 21 Jahre zuvor begonnene Farce «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» als Flickwerk liegen, Die Schweizer Regisseurin Melanie Huber inszeniert diese unterhaltsamen Kapriolen auf den Wahnsinn des Theateralltags, die im 20. Jahrhundert wieder auf die Bühne gefunden haben. Unter dem Titel «Viva la mamma» feiert die Adaption mit Sängerinnen und Sängern des Internationalen Opernstudios am 8. Mai im Theater Winterthur Premiere. In der Version von Melanie Huber und Stephan Teuwissen tritt der von Fieber und Wahn strapazierte Komponist selber auf und verstrickt sich in Intrigen, Eifersüchteleien und zwischenmenschlichen Kollisionen des Opernbetriebs.

OPERNHAUS ZÜRICH KONZERTPROGRAMM

Zwischen Donnerstag, 6. Mai, und Sonntag, 9. Mai, kann auch die Philharmonia Zürich wieder zurück ins Opernhaus. Für das komplette Orchester und Publikum wäre es noch zu früh, aber die Musiker*innen der einzelnen Stimmgruppen präsentieren sich mit «Philharmonía Winds››, «Strings›› und «Brass››.

Die Holzbläser starten das Programm mit Werken von Antonin Dvorak und Richard Strauss. Die Streicher folgen mit einem Höhepunkt der Musikgeschichte: Johann Sebastian Bachs Doppelkonzert in d-Moll. Geballte BIechbläserpracht entfaltet sich im Opernhaus, wenn Werke von Giovanni Gabrieli sowie der beiden US-Amerikaner Bruce Broughton und Eric Ewazen auf dem Programm stehen.

PREMIERE MUSIKTHEATER

Eine weitere Premiere folgt am Donnerstag, 13. Mai, mit Igor Strawinskys musiktheatralischem Meisterwerk «Die Geschichte vom Soldaten«. Das für Wanderbühnen komponierte Stück bewegt sich zwischen Märchenerzählung, Schauspiel und lnstrumentalkonzert. Andreas Homoki inszeniert das Werk auf einer leeren Spielfläche vor dem Eisernen Vorhang mit nichts als den zwei großartigen Darstellern Ruben Drole und Martin Zysset, zwei Stühlen, hoch virtuosen Musiker*innen und ganz viel Fantasie.

JUNIOR BALLETT MIT ZÜRICH-PREMIERE

In den letzten Monaten erarbeitete das Junior Ballett den dreiteiligen Ballettabend «Impulse›› mit Uraufführungen der jungen Choreografien Bryan Arias, Craig Davidson und Juliana Nunes. Die Premiere fand im Februar am Theater Winterthur statt und wurde live gestreamt. Nun präsentiert sich der tänzerische Nachwuchs mit »Entropy«, «Pure Coincidence» und «Union in Poetry» ab Donnerstag, 20. Mai, auf der großen Bühne des Zürcher Opernhauses live und vor Publikum.

POP – MUSICAL – FOLK – PROGRAMM

Zwischen Donnerstag, 27. Mai, und Sonntag, 30. Mai, erkunden Ensemblemitglieder des Opernhauses und Mitglieder des internationalen Opernstudios andere musikalische Genres. Mit den sechs Vorstellungen von «Opera goes…« werden das Musical, Pop’ und Folkmusik beleuchtet. In «Opera goes Pop» begibt sich Katia Ledoux auf einen wilden Ritt durch das Pop- und Opernrepertoire. Die in Paris geborene Österreicherin bringt Radiohead, Alicia Keys und Elvis Presley auf die Opernbühne und lässt sie mit Bizet, Gluck und Piazzolla dort nicht allein. Denn eins haben sie gemeinsam: alle singen sie von der Liebe.

»Opera goes Musical« präsentiert die Ohrwürmer aus Musicals wie »La Cage aux Folles« oder »Man of La Mancha«, Lieder von Kurt Weill und Stephen Sondheim sowie Vorläufer der leichten Muse wie den Liederzyklus «Frauenliebe und -leben» op. 42 von Robert Schumann und Richard Strauss’ «Vier Lieder» op. 27. Interpreten sind die jungen Talente des Internationalen Opernstudios.

In «Opera goes Folk›› rückt die Mezzosopranistin Deniz Uzun das Volkslied in all seinen Facetten in den Mittelpunkt. Das Programm reicht vom volksliedhaften Kunstlied von Schostakowitsch zum Folklorismus mit Ravels «Chants populaires» bis zu madrigalartigen Liedern. Dabei unternimmt Deniz Uzun eine musikalische Reise von Frankreich über Spanien und Schottland nach Ungarn.


Alle Tickets können online unter opernhaus.ch oder telefonisch unter +49.44 268 66 66 erworben werden. Aufgrund der reduzierten Platzkapazität durch die Corona-Schutzmaßnahmen ist die Ticketanzahl auf maximal 2 Karten pro Person begrenzt.
Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen startet am Montag, 26. April, 11 Uhr.