Operdoppel zum Auftakt der Internationalen Maifestspiele 2019 am Staatstheater Wiesbaden: »Idomeneo« und »Titus«

Ein Doppelprojekt an zwei Abenden, das Mozarts Opernwelt vom Anfang und Ende her beleuchten will, eröffnet die diesjährigen Internationalen Maifestspiele: »Idomeneo«, die erste der sieben großen Opern, eine französische Tragédie lyrique, und die letzte Oper Mozarts, »Titus«, eine italienische Opera seria.

Zwei Abende, die zusammengehören und inhaltlich verbunden sind, und die doch Raum lassen für die Einzelbetrachtung, für die Möglichkeit, eigene Bezüge zu entwickeln. »Die Musik steckt nicht in den Noten, sondern auch in der Stille dazwischen«, sagt Mozart.

Kreta ist vom Krieg verwüstet, trojanische Flüchtlinge und Naturkatastrophen bedrohen Idomeneos Insel.
Kaiser Titus hingegen ruft im glänzenden Machtzentrum Rom Gnade und Vergebung als oberste Staatsräson aus. In beiden Werken verzweifeln Menschen an den Prüfungen, die ihnen auferlegt werden. Aber Mozarts Musik lässt Utopie und Abgrund als zwei Seiten einer Medaille erscheinen.

In der Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg alternieren unter der Musikalischen Leitung von Konrad Junghänel Mirko Roschkowski und Thomas Blondelle in beiden Titelpartien.


Idomeneo
Dramma per musica in drei Akten
Von: Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Libretto: Giambattista Varesco, nach dem Libretto von Antoine Danchet für die Tragédie lyrique »Idoménée« von André Campra
Uraufführung: 1. Fassung 1781 in München, 2. Fassung 1786 in Wien

Premiere am Staatstheater Wiesbaden: 30. April 2019 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg
Bühne: Rolf Glittenberg
Kostüme: Marianne Glittenberg
Licht: Andreas Frank
Chor: Albert Horne
Dramaturgie: Katja Leclerc

Besetzung:

Idomeneo: Mirko Roschkowski
Idamante: Kangmin Justin Kim
Ilia: Slavka Zamecnikova
Elettra: Netta Or
Oberpriester: Rouwen Huther
Stimme des Orakels: Young Doo Park
Zwei Kreter: Izumi Shibata / Anke Stoschka / Monika Baumgartner, Jana Schmidt / Lena Naumann / Elisabeth Bert
Zwei Trojaner: Kyung-Jin Jang / Keun Suk Lee, John Holyoke / Christian Balzer
Solo Quartett: Eka Kuridze / Hyerim Park, Barbara Schramm / Daniela Rücker, Koan-Sup Kim / Vladimir Emelin, Slawomir Wielgus / Oliver Steinmetz
Zwei Damen: Michaela Wielgus / Eunshil Jung, Isolde Ehinger / Yeonjin Choi

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden
Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

»Idomeneo« schildert die Geschichte eines Kriegsheimkehrers, den die Zerstörung bis in die Heimat verfolgt. Denn als Preis für die glückliche Heimkehr hat er dem Gott des Meeres einen Menschen als Opfer versprochen. Mozarts große Choroper ist eine Studie über eine auseinandergeborstene Weltordnung, in der Naturgewalten und Kriege unter großen Entbehrungen überstanden werden müssen. Wie in der »Zauberflöte« wird es auch in »Idomeneo« der Generation der Kinder auferlegt, Prüfungen zu bestehen und das Leben in eine heilere Welt zu überführen.


Titus ~ La Clemenza di Tito
Dramma serio per musica in zwei Akten
Von: Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Libretto: Caterino Tommaso Mazzolà, nach dem Dramma per musica von Pietro Metastasio
Uraufführung: 1791 in Prag

Premiere am Staatstheater Wiesbaden: 1. Mai 19 (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Konrad Junghänel
Inszenierung: Uwe Eric Laufenberg
Bühne: Rolf Glittenberg
Kostüme: Marianne Glittenberg
Licht: Andreas Frank
Chor: Albert Horne
Dramaturgie: Anika Bárdos

Besetzung:

Titus: Mirko Roschkowski
Vitellia: Olesya Golovneva
Servilia: Shira Patchornik
Sesto: Silvia Hauer
Annio: Lena Haselmann
Publio: Young Doo Park

Chor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden

Wenn ein Herrscher das Recht außer Kraft setzt und sich gottgleich der permanenten Verzeihung verschreibt, gerät das gesellschaftliche Gefüge in die Schwebe. Kaiser Titus stellt Gnade und Vergebung als oberstes Prinzip auf. Kraft seines Amtes erhebt er Amnestie zum Gesetz. Doch das überfordert seine Untertanen, die so ihre Taten mit sich selbst ausmachen müssen. »Du vergibst mir, Herr, aber mein Herz vergibt mir nicht!« klagt der Attentäter Sesto verzweifelt. Mozarts »Titus« aber erzählt auch das Unfassbare: wie der Hass der Königsmörder, die Skrupel der Mitläufer, das Leid der Opfer sich tatsächlich auflösen können in eine göttliche Musik der permanenten Verzeihung und Versöhnung.

www.staatstheater-wiesbaden.de