NOperas! – Zweite Produktion ausgewählt

Mit dem Konzept »Kitesh« des Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen startet in der Spielzeit 2020/21 die zweite Produktion der jungen Förderinitiative »Noperas!«.

Für die Spielzeit 2020/21 hat eine Expertenjury das Konzept »Kitesh« des Berliner Musiktheaterkollektivs Hauen und Stechen zur Förderung im Rahmen von »NOperas!« ausgewählt, einer Initiative des »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm).

In gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW bietet der feXm seit 2005 ausgewählten Teams von Theatermacher*innen die Möglichkeit, im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern in NRW experimentelle Musiktheaterprojekte zu realisieren. Mit dem Start seines neuen Förderprogramms »NOperas!« erweiterte der feXm Anfang 2019 maßgeblich die künstlerischen Ansätze und die Reichweite. Auf die Dauer von zunächst drei Spielzeiten haben sich die Opernhäuser in Wuppertal, Halle und Bremen zu einem Verbund zusammengeschlossen. Unter Einbeziehung ihrer Ensembles produzieren sie in jeder Saison gemeinsam ein Projekt, dessen Entwicklung auch mit der Erstaufführung nicht abgeschlossen ist, sondern weiterentwickelt und an den jeweiligen Ort angepasst werden wird. Jedes Projekt wird auf Ausschreibungsbasis von einer Jury aus Vertreter*innen des Trägers, der Theater und unabhängigen Expert*innen ausgewählt und mit bis zu 200.000 Euro gefördert.

Hauen und Stechen:

Hauen und Stechen wurden 2012 von den Regisseurinnen Franziska Kronfoth und Julia Lwowski gegründet. Verwurzelt in der freien Musiktheaterszene Berlins, ist die Gruppe für Kooperationen inzwischen auch an führenden Opernhäusern wie Bayerischer Staatsoper oder Staatsoper Hamburg gefragt. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Werken der Opernliteratur und deren Übersetzung in ein immersives, so opulentes wie emotional aufgeladenes Theater, das Raum für improvisatorische Impulse lässt und direkte Berührung mit dem Publikum sucht. Klassisches Musikrepertoire erscheint hierbei vielfach überschrieben, neukontextualisiert und kurzgeschlossen mit Elementen von Popkultur.

»Kitesh«:

»Kitesh« bezieht seine Inspiration aus Rimski-Korsakows wenig bekannter Oper »Die Legende von der versunkenen Stadt Kitesh«. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem jungen russisch-italienischen Komponisten Alexander Chernyshkov. Es verschmilzt die Komposition Rimskis mit Elementen von Volksmusikalischem und mit Chernyshkovs eigenständiger, von Motoren, Relays und Elektromagneten angetriebener performativ-taktiler Klangwelt. In seiner Auseinandersetzung mit dem Motiv einer vom Versinken bedrohten Welt überzeugte »Kitesh« die Jury vor allem auch durch seine Einbeziehung des Publikums beim drängenden Insistieren auf Rückgewinnung und Durchsetzung von Träumen zu ihrer Rettung.

Jury:

Der Auswahljury gehörten an: Dr. Christian Esch, Vorsitz, Csaba Kézér (NRW KULTURsekretariat/Kunststiftung NRW), Herbordt/Mohren (Künstlerische Leitung »Die Institution«), Brigitte Heusinger (Theater Bremen), Florian Lutz (Oper Halle), Prof. Dr. Matthias Rebstock (Regisseur und Musikwissenschaftler), Leonie Reineke (Journalistin), Berthold Schneider (Oper Wuppertal).

»Chaosmos:

Als erste Produktion des Förderprogramms kommt ab Januar 2020 »Chaosmos – Eine Logistik-Oper« zur Erstaufführung, eine Kollaboration des Komponisten Marc Sinan, des Dramatikers und Regisseurs Tobias Rausch und des Regisseurs und Filmemachers Konrad Kästner. Nach seiner Aufführungsserie an der Oper Wuppertal ab dem 11. Januar 2020 wandert dieses Projekt im April an die Oper Halle (erste Aufführung: 3. April 2020) und im Juni an das Theater Bremen (erste Aufführung: 20. Juni 2020).

Der Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm):

Der »Fonds Experimentelles Musiktheater« (feXm) von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW ist seit anderthalb Jahrzehnten die einzige einschlägige Förderinitiative im deutschsprachigen Raum, die gemeinsam mit Ensembles in der freien Theaterszene und im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern neue Musiktheaterformate entwickelt und produziert. Als Förderinitiative orientiert sich der feXm an einem erweiterten, nicht auf Formen der zeitgenössischen Oper fixierten Musiktheaterverständnis. Dabei richtet sich seine Arbeit sowohl auf die grundsätzliche Förderung prozesshaft und ergebnisoffen angelegter Musiktheaterformate, als auch auf deren Integrierung in die Spielpläne von Stadt- und Musiktheatern. Bis Mitte 2019 konnten insgesamt 15 Uraufführungen an zehn Theatern in NRW realisiert werden, die zugleich das ganze Spektrum unterschiedlicher Ästhetiken, Formate und Arbeitsweisen des zeitgenössischen Musiktheaters abbildeten.

www.noperas.de

»NOperas!« – eine Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm). In gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW, in Kooperation mit Oper Halle, Oper Wuppertal und Theater Bremen.