NOperas! Start der einzigartigen Initiative für aktuelle Wege im zeitgenössischen Musiktheater

Der Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm) startet seine neue Förderinitiative »NOperas!«. Damit erhalten Teams von Theatermacher*innen erstmals die Möglichkeit, innerhalb einer Spielzeit ein Musiktheaterprojekt bundesweit in Zusammenarbeit gleich mehrerer deutschsprachiger Stadttheater zu realisieren. Kürzlich wurde von einer Fachjury die erste Projektidee mit dem Titel »Chaosmos« zur Umsetzung in der Spielzeit 2019/20 ausgewählt.

NOperas!
Mit »NOperas!« gehen das NRW KULTURsekretariat (NRWKS) und die Kunststiftung NRW einen großen Schritt über ihre langjährige, bisher allein auf NRW bezogene Arbeit mit dem feXm hinaus: Denn beteiligt sind mit der Oper Wuppertal, der Oper Halle und dem Theater Bremen zum ersten Mal drei Theater. Im Rahmen eines sich über drei Spielzeiten erstreckenden Verbundes wird pro Saison eine Produktion an zunächst einem Haus erarbeitet und anschließend für die beiden anderen Theater weiterentwickelt. Damit sind bis zum Ende der Spielzeit 2021/22 drei Produktionen mit insgesamt neun Premieren in dieser Veranstaltergemeinschaft geplant. Erstproduzierendes Haus ist die Oper Wuppertal.

Dr. Christian Esch (NRW KULTURsekretariat) und Dr. Ursula Sinnreich (Kunststiftung NRW): »Mit dem Fonds Experimentelles Musiktheater verfolgen wir seit 2005 das Ziel, neue Arbeitsweisen und Entwicklungen im Musiktheater zwischen den Parametern Musik, Text und Raum zu erproben. In der sich wandelnden Musiktheaterlandschaft entwickeln und erweitern wir mit »NOperas!« jetzt unser Konzept, auch über die Landesgrenzen hinaus. Gemeinsam mit ähnlich gesinnten Partnern wollen wir in einem mehrjährigen, gemeinsamen Prozess neue Formen musiktheatraler Arbeit verbinden.«

Ermöglicht werden Projekte, die sich mit der Neugestaltung des Verhältnisses von musikalischem Klang zu den Ebenen von Raum, Theateraktion und Sprache auseinandersetzen. Resultierend aus den Erfahrungen des feXm mit veränderten Arbeitsmethoden im Bereich aktueller Theaterformen sollen insbesondere Wege zu Stückentwicklung und prozessualem Arbeiten geöffnet werden, die im Stadttheaterbetrieb vor allem im Feld des Musiktheaters noch immer an institutionelle Grenzen stoßen. Der Arbeitsmodus geförderter Projekte ist deshalb auf mehrere Probenphasen angelegt. Innerhalb von drei Jahren übernimmt jedes der beteiligten Häuser einmal die prinzipielle Projektentwicklung. Bei den Aufführungen auch am jeweils zweiten und dritten Haus soll es sich ausdrücklich aber nicht um bloße Gastspiele handeln, sondern um jeweils eigene ortsbezogene Ausgestaltungen mit entsprechenden Arbeitsphasen.

Über die vom feXm getragenen Projekte entscheidet eine siebenköpfige Jury in Vertretung des Trägers und der beteiligen Häuser sowie dreier unabhängiger Fachleute aus dem Bereich des aktuellen Musiktheaters. Der Jury gehören an: Titus Engel (Dirigent), Dr. Christian Esch, Vorsitz/Csaba Kézér (NRW KULTURsekretariat/Kunststiftung NRW), Brigitte Heusinger (Theater Bremen), Florian Lutz (Oper Halle), Prof. Dr. Matthias Rebstock (Musiktheater-Wissenschaftler), Leonie Reineke (Journalistin), Berthold Schneider (Oper Wuppertal).

Chaosmos
Unter den Bewerbungen von 74 Theaterteams entschied sich die Jury innerhalb der ersten Runde von NOperas! für die Realisierung des Konzeptes »Chaosmos«. Das Projekt von Marc Sinan, Tobias Rausch und Konrad Kästner beschäftigt sich inhaltlich wie musikalisch mit der Hinterfragung von Ordnungssystemen. Dabei wird diese Thematik auch auf das überbrachte Ordnungssystem des Theaters im Verhältnis von Akteur und Zuschauer ausgeweitet.

Premieren-Termine der Uraufführungen:

Oper Wuppertal: Samstag, 11. Januar 2020
Oper Halle: Freitag, 3. April 2020
Theater Bremen: Samstag, 20. Juni 2020

Der Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm)
Mit dieser gemeinsamen Initiative bieten das NRWKS und die Kunststiftung NRW ausgewählten Teams von Theatermacher*innen die Möglichkeit, im Verbund mit Schauspiel- und Opernhäusern in NRW experimentelle Musiktheaterprojekte zu realisieren. Bis Mitte 2018 konnten insgesamt 14 Uraufführungen an neun Theatern in NRW realisiert werden, die zugleich das ganze Spektrum unterschiedlicher Ästhetiken, Formate und Arbeitsweisen des zeitgenössischen Musiktheaters abbildeten.

Beteiligt und zugleich maßgeblich gefördert wurden dabei heute namhafte Künstler*innen wie beispielsweise Lucia Ronchetti, Johannes Kreidler, Klaus Lang, Herbordt/Mohren, Gordon Kampe und Kötter/Seidl – sowie zuletzt bis Mitte 2018 François Sarhan. Mit ihm wird die Zusammenarbeit in Kooperation mit dem Maschinenhaus Essen 2019 unter dem Titel »Something out there« fortgesetzt. Längst hat sich der Fonds jenseits der Landesgrenzen einen Namen gemacht: So wurden häufig in der Vergangenheit Produktionen nach ihren Uraufführungen in NRW zu Gastspielen eingeladen wie z. B. zum Berliner Festival MaerzMusik, zur Biennale Bern oder zum Wettbewerb Music Theatre NOW des Internationalen Theaterinstituts in Berlin.


Ausführliche Informationen finden sich auf der neu eingerichteten Webseite www.noperas.de.

Statements aller Juror*innen zu NOperas! Findet sich auf Vimeo: https://vimeo.com/329117174

Weitere Infos zur ersten Produktion Chaosmos gibt auf Vimeo: https://vimeo.com/329122775