»New Ocean« – erste Produktion der neu formierten Company Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln – Uraufführung am 27. September 2019

Richard Siegal (© Luis Alberto Rodriguez)

Richard Siegal und seine Tänzer*innen freuen sich auf einen weiteren wichtigen Schritt zur Zukunftssicherung: Ab der Saison 2019/20 firmiert die Kompanie als Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln und setzt damit die Erfolgsgeschichte des 2016 gegründeten „BoD“ fort. Aufbauend auf einer Optionsförderung des Kulturreferats München, hat Richard Siegal in den vergangenen vier Jahren an seiner eigenen „Tale of Two Cities“ geschrieben. Denn zusätzlich zu dem angestammten Partner Muffatwerk München ist neben Tanz Köln seit März 2017 auch das Schauspiel Köln mit im Boot. Die Zusammenarbeit wird nun noch einmal intensiviert. Ab Herbst 2019 ist Siegals Tänzerteam mit dem Schauspiel Köln assoziiert. Dass die bestehende Kooperation nun zu einer festen Verbindung werden konnte, liegt maßgeblich an der Förderung über das Programm NEUE WEGE durch das KULTURsekretariat NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie weitere Mittel vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und der Kunststiftung NRW. Schauspiel Köln und Tanz Köln leisteten dafür engagierte Überzeugungsarbeit.
Richard Siegal darf sich in der Tat willkommen fühlen: „Das Ballet of Difference und das wundervolle Publikum im weltoffenen Köln passen perfekt zueinander. Dass dieses Theater und diese Stadt nun unsere künstlerische Basis geworden ist, ist ein großartiges Geschenk.“ Freude auch beim Intendanten Stefan Bachmann: „Der Tanz hat wieder eine Heimat in Köln. Mit Richard Siegal zieht ein international gefeierter Choreograph in diese Stadt ein, der hier am Schauspiel Köln mit seiner Company exklusive Produktionen erarbeiten wird.“

Die erste Premiere steht am 27. September 2019 an. Premiere übrigens gleich in doppelter Hinsicht: New Ocean (the natch’l blues) ist das erste abendfüllende Ballett, das Siegal für seine Company kreiert. Dazu inspirieren lässt er sich vom Werk Merce Cunninghams (1919-2009), der 2019 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Die Proben beginnen 15. Juli 2019.


New Ocean (the natch’l blues)
Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln
Vorabfoto
© Richard Siegal / Ballet of Difference

New Ocean (the natch’l blues)
Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Uraufführung Schauspiel Köln:
27. September 19 (Depot 1)

Choreographie & Bühne: Richard Siegal
Musik: Alva Noto, Ryuichi Sakamoto, Ensemble Modern
Licht: Matthias Singer
Kostüme: Flora Miranda
Tanz: Margarida de Abreu Neto, Jemima Rose Dean, Gustavo Gomes, Mason Manning, Andrea Mocciardini, Claudia Ortiz Arraiza, Zuzana Zahradníková, Long Zou

weitere Termine am Schauspiel Köln, Depot 1:
28. September 2019 / 29. September 2019
30. November 2019 / 1. Dezember 2019
4. Februar 2020 / 5. Februar 2020 / 6. Februar 2020
3. April 2020 / 4. April 2020

weitere Termine auf Tour:
11. Oktober 2019 / 12. Oktober 2019 & 13. Oktober 2019, Teatro Elfo Puccini, Mailand (Italien)
16. Oktober 2019, Teatro Ariosto, Reggio Emilia (Italien)
6. Dezember 2019, Festspielhaus St. Pölten (Österreich)
13. Dezember 2019, Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Mit seinem ersten abendfüllenden Ballett für die Company erweist Siegal einem Großmeister des Modern Dance Reverenz, der 2019 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte: Merce Cunningham. Mit dem Titel New Ocean spielt Siegal auf Cunninghams legendäre Arbeit Ocean an – der 1994 in Brüssel uraufgeführten letzten Kollaboration zwischen Cunningham und dem Komponisten John Cage. Gleichzeitig verweist Siegal mit New Ocean auf seine eigene Geschichte als Choreograph. Schließlich entstand sein Signature Piece UNITXT aus dem Jahr 2013 komplementär zu Cunninghams BIPED, als Teil des Programms Exits and Entrances am Bayerischen Staatsballett.
Inspiriert von Cunninghams Choreographie, die zirkulär organisiert und streng mathematisch in 128 Phrasen strukturiert war, „dreht sich“ auch New Ocean um den Kreis. Im Gegensatz zu Cunningham zielt Siegal jedoch darauf ab, den Kreis als Form zu sprengen und das Chaos in den Kosmos eindringen zu lassen – ein Reflex auf den ökologischen und soziopolitischen Zustand unserer Gegenwart. Eine universeller Horizont, der schon in der Ilias angelegt ist. Schließlich galt Homer die göttliche Personifikation Okeanos nicht nur als die bewohnte Erde umgebender Strom und Vater aller Flüsse galt, sondern auch als Ursprung allen Lebens.

Musikalisch orientiert sich Siegals Auseinandersetzung mit dem ozeanischen Prinzip an John Cages ursprünglichen Ansatz. Cage plante das Werk für ein Orchester von 150 Musikern, live kombiniert mit dem elektronischen Soundscape seines langjährigen Mitarbeiters David Tudor. Nach Cages Tod wurde die Fragment gebliebene Komposition von dessen langjährigem Assistenten Andrew Culver nach den Kompositionsprinzipien des Meisters zu Ende gebracht. Auch das Publikum von New Ocean (the natch’l blues) wird in aufregende zeitgenösssiche Klangwelten eintauchen. Die Musik stammt aus dem Album utp_, einer Kollaboration von Alva Noto, einem der derzeit angesagtesten Protagonisten der elektronischen Avantgarde, dem Filmmusik-Komponisten Ryuichi Sakamoto (Coda, The Revenant) und dem Ensemble Modern.

New Ocean (the natch’l blues)
eine Produktion von Schauspiel Köln und Tanz Köln
Gefördert im Rahmen von NEUE WEGE durch das KULTURsekretariat NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und die Kunststiftung NRW
Eine Koproduktion mit dem Muffatwerk München

balletofdifference.com / schauspiel.koeln