Neustart in Baden-Baden– Hoffnungen mit Beethoven und Puccini

Das Festspielhaus Baden-Baden konzentriert sich auf erste Veranstaltungen im Juli 2021 und beantragt beim Land, Modellfall für mehr als 250 Gäste zu sein

Yannick Nézet-Séguin (© Hans van der Woerd)

Mit sämtlichen Sinfonien Ludwig van Beethovens möchte das Festspielhaus Baden-Baden seinen Spielbetrieb nach über sieben Monaten Pandemie-Lockdown Anfang Juli 2021 wieder aufnehmen. „Wir hoffen, dass wir in gut vier Wochen wieder vor 500 Menschen spielen können und haben mit der Stadt Baden-Baden zusammen den entsprechenden Modell-Antrag dazu beim Ministerium für Gesundheit und Soziales gestellt“, sagt Intendant Benedikt Stampa.

Derzeit lässt die aktuelle Landesverordnung bei stabiler Inzidenz unter 100 in vier Wochen maximal 250 Besucher im Innenbereich unabhängig von der Saalgröße zu. Das möchte Benedikt Stampa nicht hinnehmen: „Wir haben im Herbst gezeigt, dass unser Hygiene-Konzept funktioniert. Jetzt ist sogar ein Großteil unserer Besucherinnen und Besucher geimpft. Warum sollen wir dann sogar vor weniger Gästen als vor sieben Monaten in Deutschlands größtem Opernhaus spielen?“ Die Vorbereitungen auf den Spielbetrieb laufen auf Hochtouren. „Aber wir benötigen auch eine rasche Zusage, um im Juli vor 500 Gästen spielen zu können. Vor dem Hintergrund der bereits seit Mitte Mai geöffneten großen Häuser in Bayern, Österreich und in der Schweiz ist aus unserer Sicht jetzt Eile geboten.“


Chamber Orchestra of Europe / COE
© Julia Wesely

Neustart mit Met-Star

Der Musikchef der New Yorker Metropolitan Opera, Yannick Nézet-Séguin und das Chamber Orchestra of Europe sollen vom 2. bis zum 10. Juli sämtliche Sinfonien Beethovens in Baden-Baden aufführen.


Joyce di Donato
© Simon Pauly

Schuberts „Winterreise“ mit Frauenpower

Neben dem Beethoven-Zyklus soll es am 3. Juli einen weiteren Höhepunkt geben: Yannick Nézet-Séguin am Flügel! Er begleitet die unvergleichliche Mezzo-Sopranistin Joyce DiDonato in Schuberts „Winterreise“. Für ihre Interpretation fand die amerikanische Mezzo-Sopranistin einen ganz spezifischen Zugang: „Das Mädchen sprach von Liebe“ – Sie ist die Frau, die Witwe. Sie erinnert sich an den Geliebten, vollzieht, erlebt mittels seines Tagebuchs sein Erleben nach und verleiht diesem in ihrem Gesang Ausdruck.


Tosca by Valentin Baranovsky
© State Academic Mariinsky Theatre

Glanzvolle Oper: Das Mariinsky Theater mit „Tosca“

Später im Juli erwartet der Intendant das Mariinsky Theater aus St. Petersburg zu seinem Sommer-Gastspiel: „Ich habe Valery Gergiev in der vergangenen Woche in München getroffen. Alle Künstlerinnen und Künstler in St. Petersburg freuen sich sehr auf Baden-Baden und setzen alles daran, mit Puccinis ‚Tosca‘ wieder hier auf der Bühne zu stehen“. Die Vorstellung Ende Juli soll bei entsprechender behördlicher Genehmigung auch als Video-Livestream in den Baden-Badener Kurgarten übertragen werden.


Der Vorverkauf für die Veranstaltungen in der ersten Juli-Hälfte soll spätestens am 3. Juni beginnen, dann veröffentlicht das Festspielhaus auch die Programm-Details. Der Vorverkauf für die weiteren Juli-Vorstellungen startet Mitte Juni.

Mit den in der Landesverordnung definierten Zeitabläufen steht nun auch fest, dass es im Juni noch keine Veranstaltungen im Festspielhaus wird geben können. „Bis wir die aktuell geltende Öffnungs-Grenze für Innen-Veranstaltungen erreicht haben, wird es mindestens Mitte Juni sein“, so der Intendant. Das für den 5. Juni geplante Konzert mit Jazz-Trompeter Till Brönner wird auf den 3. Dezember 2021 verschoben. Auch für Sopranistin Sonya Yoncheva (12.6.) wird aktuell ein neuer Termin gesucht. Weitere Konzerte waren bereits aufgrund von Reise- und Quarantäne-Regelungen aus dem Programm genommen worden, darunter das Konzert des Orquestra Gulbenkian aus Lissabon.

Alle Inhaberinnen und Inhaber von Eintrittskarten werden noch einmal individuell angeschrieben.

Weitere Informationen: festspielhaus.de