Neuigkeiten von der Komischen Oper Berlin

Premiere von »Orfeo ed Euridice« (Premiere 23.1.), Wiederaufnahmen, neuer Generalmusikdirektor ab 2023/24

Komische Oper Berlin ~ Carlo Vistoli, Nadja Mchantaf und Josefine Mindus ~ Foto: Jan Windszus Photography

Die Komische Oper Berlin geht im Januar wieder in die Vollen und präsentier mit Damiano Michielettos Neuinszenierung von Orfeo ed Euridice, den Wiederaufnahmen von Les Contes d’Hoffmann und Jewgeni Onegin sowie einem außergewöhnlichen Konzert mit Ksenija Sidorova gleich vier Highlights. Außerdem gibt es Neuigkeiten, was das musikalische Profil des Hauses unter der Intendanz von Susanne Moser und Philip Bröking ab der nächsten Spielzeit betrifft: Mit James Gaffigan als Generalmusikdirektor (ab 2023/24) und Erina Yashima als Erste Kapellmeisterin (ab 2022/23) sind zwei spannende Dirigent*innen verpflichtet worden.

Im Januar stehen außerdem die vorerst letzten Vorstellungen von Katja Kabanowa und Anatevka auf dem Programm.


Orfeo ed Euridice

Der aufstrebende Countertenor Carlo Vistoli und Ensemblemitglied Nadja Mchantaf in einer der größten, schmerzlich-schönen und tragischen Liebesgeschichten der Oper: Die Macht der Musik überwindet den Tod im Namen der Liebe. Nach seinem Erfolg mit Jules Massenets Märchenoper Cendrillon kehrt der italienische Regisseur Damiano Michieletto mit einem Klassiker des Opernrepertoires an die Komische Oper Berlin zurück.

Auf der Grundlage der Metamorphosen des klassisch-antiken Dichters Ovid schufen Christoph Willibald Gluck und sein Librettist Ranieri de’ Calzabigi an der Schwelle zwischen Barock und Klassik die Neufassung eines Sujets, das bereits am Anfang der Gattung Oper als Vorlage für gleich mehrere Werke, darunter auch Claudio Monteverdis erste Oper, gedient hatte. Das nimmt kaum Wunder, steht im Mittelpunkt des Mythos doch der Gesang selbst: Die Kunst, die Musik, der Gesang vermögen im Namen der Liebe die Schrecken des Todes zu bezwingen. Gespielt wird das Werk an der Behrenstraße in der Wiener Fassung von 1762.

Orfeo ed Euridice

Azione teatrale per musica in drei Akten

Von: Christoph Willibald Gluck
Dichtung von: Ranieri de’ Calzabigi

Premiere an der Komischen Oper Berlin: 23. Jan 22

Musikalische Leitung: David Bates
Inszenierung: Damiano Michieletto
Choreographie: Thomas Wilhelm
Bühnenbild: Paolo Fantin
Kostüme: Klaus Bruns
Dramaturgie: Simon Berger
Chöre: David Cavelius
Licht: Alessandro Carletti

Besetzung:

Orfeo: Carlo Vistoli
Euridice: Nadja Mchantaf
Amore: Josefine Mindus

Vocalconsort Berlin
Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin.


Willkommen, James Gaffigan und Erina Yashima!

Susanne Moser und Philip Bröking präsentieren Mitglieder ihres künstlerischen Teams

Der US-amerikanische Dirigent James Gaffigan wird mit Beginn der Spielzeit 2023/24 Generalmusikdirektor der Komischen Oper Berlin. Susanne Moser, Geschäftsführende Direktorin sowie designierte Ko-Intendantin, und Philip Bröking, Operndirektor und designierter Ko-Intendant, stellten den zukünftigen Generalmusikdirektor am Dienstagvormittag persönlich in der Komischen Oper Berlin vor. Er tritt sein Amt 2023/24 an.

James Gaffigan über seine neue Position: »Als ich zum ersten Mal nach Berlin kam, habe ich sofort gespürt, dass die Stadt etwas mit meiner Heimatstadt New York verbindet – eine besondere Offenheit. Beide Städte sind offen für alle Menschen, unabhängig von kultureller oder sozialer Herkunft, unabhängig von Geschlecht oder Identität. Und im Herzen dieser Stadt liegt mit der Komischen Oper Berlin ein einzigartiges kulturelles Zentrum, das für Menschen aus der ganzen Welt eine Art Refugium ist und – ganz nach Bedarf – Konzert oder Musiktheater, Unterhaltung oder Stimulation, Reflexion oder Inspiration bietet. Ich bin stolz darauf, diese Institution als Generalmusikdirektor und Mitglied des künstlerischen Leitungsteams, gemeinsam mit dem wunderbaren Orchester und dem gesamten Ensemble in Zukunft mitzuprägen.«

Im Rahmen der Präsentation wurde auch Erina Yashima vorgestellt, die ab Herbst 2022 als Erste Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin wirken wird.


Wiederaufnahmen von Les Contes d’Hoffmann und Jewgeni Onegin

Zwei herausragende Inszenierungen von Barrie Kosky kehren zurück

Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky inszenierte Jacques Offenbachs Les Contes d’Hoffmann 2015 als verstörenden Albtraum eines Künstlers, der sich in den eigenen Fantasien verliert. Mozarts Don Giovanni wird in Hoffmanns gesteigertem Empfinden zum Ausgangspunkt einer vom Wahnsinn getriebenen Reise durch bizarre Welten. Gesungen wird die Opéra fantastique im Haus an der Behrenstraße in französischer Sprache mit deutschen Zwischentexten aus der Feder E.T.A. Hoffmanns. Der aus Film und Fernsehen bekannte, u. a. mit dem Deutschen Fernsehpreis prämierte Schauspieler André M. Hennicke verkörpert in der Neueinstudierung den Sprechpart des titelgebenden Künstlers. Der ursprünglich für die Rolle des Hoffmann 1 angekündigte Thomas Thieme musste die Rolle leider abgeben.

Es singen unter anderem Emily Hinrichs, Netta Or, Ric Furman, Karolina Gumos und Andrew Foster-Williams. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Alevtina Ioffe. Wiederaufnahme: 8. Jan 2022

Große Gefühle und poetischer Realismus in der russischen Landschaft: Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky verlegt Tschaikowskis Jewgeni Onegin, eine der ganz großen unglücklichen Liebesgeschichten der Opernliteratur, in seiner Inszenierung von 2016 in die metaphorische Weite der Natur – und wurde davon von Publikum und Presse in Berlin und darüber hinaus stürmisch gefeiert. Zentrales Element des Bühnenbilds von Rebecca Ringst ist eine ungebändigte Wiese, in der das 1879 uraufgeführte Drama um die erste große Liebe, Freundschaft, Enttäuschung, Rache und Schuld seinen Lauf nimmt. Ensemblemitglied Günter Papendell brilliert erneut in der Titelpartie, als Tatjana kehrt die armenische Sopranistin Ruzan Mantashyan ans Haus zurück. Die Musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis. Wiederaufnahme: 27. Jan 2022


Freitag, 28. Jan 2022 | Sinfoniekonzert

Ainārs Rubiķis und Star-Akkordeonistin Ksenija Sidorova

Mit: Bartók, Nyzhnyk und Tschaikowski

Béla Bartóks Musik zur Tanzpantomime Der wunderbare Mandarin verursachte 1926 in Köln einen Skandal, Oberbürgermeister Konrad Adenauer untersagte sogar zeitweilig die Aufführung des Werkes. Längst genießt es allgemeine Bewunderung als Beispiel der musikalischen Avantgarde. Deren Geist hat sich auch der ukrainische Komponist und Bajan-Spieler Artem Nyzhnyk verpflichtet. Im Zentrum seiner vierteiligen Partita Nr. 2 »Mactoub« von 2011, mit ihren Klängen zwischen Spätromantik und minimal music, steht das Solo-Akkordeon. Dessen hochkomplexen Part interpretiert die lettische Star-Akkordeonistin Ksenija Sidorova. Pjotr I. Tschaikowski hielt seine 6. Sinfonie für sein wichtigstes Werk, doch rief sie seinerzeit wenig Begeisterung hervor – heute verzaubert die Pathétique das Konzertpublikum und sichert ihrem Schöpfer stets aufs Neue die Unsterblichkeit.


Ausblick Februar

Üçüncü mevki – Im Wagen dritter Klasse

Eine literarisch-sinfonische Zugphantasie [2022] von Kardeş Türküler / Tolga Zafer Özdemir

Nach ihrem umjubelten Auftritt beim Türk Müzik Festivali 2016 kehrt die international bekannte türkische Musikgruppe Kardeş Türküler mit einem einzigartigen, speziell für die Komische Oper Berlin entstandenen Konzertprojekt zurück an die Behrenstraße: Gemeinsam mit dem Komponisten Tolga Zafer Özdemir, Musiker*innen der Komischen Oper Berlin, dem türkischen Autoren und Schauspieler Cüneyt Yalaz und Ensemblemitglied Maria Fiselier verweben sie Verse des großen türkischen Poeten Nâzım Hikmet und Gedichte von Bertolt Brecht, Erich Kästner, Nelly Sachs, Else Lasker-Schüler u. a. mit traditionellen (Volks-)Liedern und neu komponierter Musik zu einer atemlosen, 90-minütigen Fahrt durch anrührende, erschreckende, nachdenklich stimmende und aufrüttelnde »Menschenlandschaften«.

Zwei Menschen begeben sich auf eine ungewisse Zugfahrt. Auf ihrer Reise begegnen ihnen Lieder und Geschichten – von sehr unterschiedlichen Menschen. Ausgangspunkt dieser musikalischen Reise ist Nâzım Hikmets von 1939 bis 1947 im Gefängnis entstandener fünfbändiger Gedichtzyklus Menschenlandschaften/ Memleketimden İnsan Manzaraları. Wie Nâzım Hikmet das unaufhaltsame Rattern eines Zuges im Takt seiner Verse anklingen lässt, nimmt Komponist Tolga Zafer Özdemir es in den unaufhörlich vorantreibenden Rhythmus seiner Partitur auf und verschmilzt so die Lieder aus dem Repertoire von Kardeş Türküler zu einer farbenreichen, vielsprachigen Sinfonie aus Klängen, Sprache, Melodien und Geräuschen. Dabei ist der Name von Kardeş Türküler (dt. Lieder der Brüderlichkeit) Programm: Es geht in diesen Menschenlandschaften letztlich um ein brüderliches Miteinander trotz aller Gegensätze, und das in einem universalen Sinne, weit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus.


Weitere Informationen:

Die Komische Oper Berlin geht im Januar wieder in die Vollen und präsentier mit Damiano Michielettos Neuinszenierung von Orfeo ed Euridice, den Wiederaufnahmen von Les Contes d’Hoffmann und Jewgeni Onegin sowie einem außergewöhnlichen Konzert mit Ksenija Sidorova gleich vier Highlights. Außerdem gibt es Neuigkeiten, was das musikalische Profil des Hauses unter der Intendanz von Susanne Moser und Philip Bröking ab der nächsten Spielzeit betrifft: Mit James Gaffigan als Generalmusikdirektor (ab 2023/24) und Erina Yashima als Erste Kapellmeisterin (ab 2022/23) sind zwei spannende Dirigent*innen verpflichtet worden.

Im Januar stehen außerdem die vorerst letzten Vorstellungen von Katja Kabanowa und Anatevka auf dem Programm.

Weitere Informationen: komische-oper-berlin.de