Neuigkeiten von den Bregenzer Festspielen (19. Juli)

Bregenz, 17.7.2019 Eröffnung Bregenzer Festspiele mit der Premiere von Rigoletto ~ Mit dabei unter den Zuschauern: der Östereichischer Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit Gattin, Landeshauptmann Markus Wallner mit Gattin Sonja, Präsident der Bregenzer Festspiele Hans-Peter Metzler mit Kathrin Cometto, Intendantin Elisabeth Sobotka, der Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz Markus Linhart, Kulturminister Schallenberg, .... © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

‚Rigoletto‘ überzeugt als Auftakt uneingeschränkt“

74. Bregenzer Festspiele sind mit See-Premiere erfolgreich gestartet


Bregenz, 19.7.19. Der Tag der Wiener Symphoniker, die feierliche Eröffnung, zwei Premieren – die Bregenzer Festspiele sind erfolgreich in die 74. Saison gestartet. Die ersten Kritiken von Rigoletto als Spiel auf dem See und Don Quichotte als Oper im Festspielhaus fielen zum sehr großen Teil sehr positiv aus. International große Beachtung fanden auch die mahnenden Worte des österreichischen Bundespräsidenten Alexander van der Bellen, der in seiner Eröffnungsrede die Politikerkollegen vor Selbstüberhöhung und Machtmissbrauch warnte.

Die größte Anspannung hat sich nach der umjubelten Premiere von Rigoletto auf der Seebühne am Mittwochabend gelegt. Das Wetter spielte ideal mit – ein gutes Omen für das oft etwas abergläubische Theatervolk. Doch nach der Premiere ist vor der Premiere. Nach Jules Massenets Oper Don Quichotte am gestrigen Donnerstag steht der Ritter von der traurigen Gestalt am Sonntag als Schauspiel Don Quijote (von Jakob Nolte, in der Übersetzung von Susanne Lange) in einer Koproduktion mit dem Deutscher Theater Berlin auf dem Programm. Ebenfalls am Sonntag präsentiert Kunstpfeifer Nikolaus Habjan sein neues Programm „Luftkunst“ und knüpft im Rahmen der Reihe Musik & Poesie bei Rigoletto an.

Kulturminister Alexander Schallenberg verglich in seiner Eröffnungsrede die Festspiele mit einer Oase, „die uns Gäste und Zuschauer einlädt, ein wenig zu rasten und auszusteigen aus dem Lärm und dem Trubel des Alltags“. Zugleich seien „solche Festspiele immer auch ein Ort der Selbstvergewisserung, der Selbstvergewisserung, dass es auf diesem Kontinent etwas Gemeinsames, etwas Verbindendes gibt. Nämlich die Kunst.“

Bei Rigoletto beginnt sie bereits vor der eigentlichen Aufführung. Erstmals bei einem Spiel auf dem See und passend zum Thema Zirkusfest, boten Akrobaten und Sänger auf dem Vorplatz ihre Kunst dar und ziehen quasi gemeinsam mit dem Publikum in den Festspielbereich ein.

Die Premierenkritiker sind durchwegs angetan: „Ein Auftakt nach Maß“, heißt es beispielsweise beim Bayerischen Rundfunk, und die Austria Presse Agentur schreibt: „Mit einem gigantischen Haupt als zentralem Bühnenelement überzeugt der Rigoletto als Auftaktpremiere des Festivals am heutigen Mittwoch uneingeschränkt.“ Regisseur Philipp Stölzl sei mit seiner Inszenierung des Verdi-Klassikers „das fraglos größte Spektakel am See seit Jahren gelungen.“ Trotz spektakulärem Outfit, so der Kritiker von 3Sat, verzichte die Aufführung „aber nicht auf intim berührende Momente“. Höchstes Lob gab es auch von der wichtigsten Nachrichtensendung Deutschlands, der „Tagesschau“: „Eine fantastische Ausstattung der großen Bühne am Bodensee, dazu die großartige Kulisse. Die Bregenzer Festspiele gelten als ein Aushängeschild Österreichs.“

Die rund 7.000 Premierenbesucher quittierten den ersten von 27 Rigolettos mit langanhaltendem Applaus und „Bravo!“-Rufen. Erschöpft, aber mit jedem Grund zufrieden und glücklich zu sein, genossen Künstler und der gesamte technische Stab die anschließende Premierenfeier. Intendantin Elisabeth Sobotka sparte nicht mit Dank und Lob für ihr Team: „Es hat alles geklappt, es war ein wunderbarer und großer Opernabend“.

Die Rigoletto-Aufführungen sind ausverkauft. Wer keine Karten mehr bekommen hat, hat heute Freitag die Gelegenheit, live auf ORF 2 und SF2 dabei zu sein. ZDF und 3Sat wiederholen am Sonntag bzw. am 10. August. Das Opernereignis wird dieses Jahr sogar in 73 englischen Kinos zu sehen sein.

Zum Eröffnungsreigen der Bregenzer Festspiele gehörte Donnerstagnachmittag auch die traditionelle Ausfahrt mit dem Jugendstil-Schaufelraddampfer „Hohentwiel“ für Ehrengäste mit Bundespräsident Alexander van der Bellen an der Spitze. Die „Hohentwiel“ steht in einem Package mit oder ohne Festspielkarte übrigens jedermann offen und legt an allen Aufführungstagen direkt an der Seebühne an. Mit Aperitif, Amuse Gueule und 3-Gänge-Menü ist dies ohne Zweifel die schönste und stilvollste Art der Anreise zu Rigoletto.

Mit Rigoletto und Jules Massenets Don Quichotte feiern die Bregenzer Festspiele auch die Suche nach Wahrheit und den Respekt vor dem Nächsten, erklärte Kulturminister Alexander Schallenberg. Bundespräsident Alexander van der Bellen sprach darauf folgend das Ibiza-Video und seine Auswirkungen dann direkt an. Beim Begriff Machtmissbrauch, wenn auch mit unterschiedlichen Vorzeichen, schließt sich der Kreis mit der Seeproduktion. War es auf Ibiza politischer Größenwahn, ist auf der Seebühne die Selbstherrlichkeit des Herzogs das, was aktuell mit dem Hashtag #metoo angeprangert wird. Das ZDF heute journal brachte es nach der Premiere auf den Punkt: Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzls „zieht Verdis Rigoletto in die Gegenwart“.


© Bregenzer Festspiele/Dietmar Mathis

Wie eine Rarität den Weg nach Bregenz findet ~ „Es erfordert manchmal Überzeugungsarbeit, die wir gerne leisten.“

Bregenz, 19.7.19. Mit Kontinuität setzen die Bregenzer Festspiele seit Ende der 1980er Jahr im Festspielhaus eine zumeist selten gespielte Oper aufs Programm, auch Uraufführungen gab es schon. 2019 kommt mit Don Quichotte von Jules Massenet eine weitere Rarität hinzu. Olaf A. Schmitt, Dramaturg der Bregenzer Festspiele, gibt Einblick, wie die Wahl eines Stückes erfolgt, welche Herausforderungen für das künstlerische Leitungsteam damit verbunden sind und wie viele sogenannte Raritäten es überhaupt gibt.

Es sind Zahlen, die den Laien verblüffen. In der rund 400-jährigen Geschichte der Oper wurden vermutlich an die 60.000 Werke komponiert (Kurt Pahlen: Das neue Opern-Lexikon, 2000). In einschlägigen Verzeichnissen benannt sind rund 6.000 und davon wiederum haben sich „vermutlich nicht mehr als 150“ als Kanon herausgebildet, die regelmäßig auf dem Spielplan stehen, erklärt Olaf A. Schmitt. Die immense Zahl an unbekannten oder verschollenen Opernwerken ist dem völlig anderen „System“ der früheren Jahrhunderte geschuldet: Oper war anfangs ein höfisches Vergnügen des Adels, Hofkomponisten an den unzähligen Fürstenhäusern lieferten sie wie am Fließband. Hinzu kamen Mischformen wie das Pasticcio und sogenannte Compagnien, die über die Lande zogen. „Wir können nur erahnen, wie viel verbrannt oder Kriegen und anderen Zerstörungen zum Opfer gefallen ist. Allein von einem der bedeutendsten Komponisten, Claudio Monteverdi wissen wir, dass er wahrscheinlich zehn Opern komponiert hat, wir aber heute nur noch drei große und einige kurze Szenen kennen. Das zeigt, dass es immer nur ein Vortasten in die Archive, in die Quellen, in die Verzeichnisse ist. Wir suchen alle nach Werken, die irgendwo schlummern …“

Je prominenter sich so eine Entdeckung besetzen lässt, umso größer ist die Chance, dass es viele mitbekommen und das Werk seinen Weg ins Repertoire findet. Olaf A. Schmitt: „Es ist immer förderlich, wenn sich berühmte Menschen für ein Werk einsetzen. Als vor einigen Jahren Anna Netrebko Tschaikowskis Iolanta sang, ist da natürlich die Fachwelt hingereist. Man wusste zwar, dass es diese Oper gibt – sie war also keine absolute Entdeckung –, wird aber sehr selten gespielt.“

Das Publikum wünscht sich Vielfalt

Das trifft auf den Großteil jener Werke zu, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Bregenzer Festspielen als Oper im Festspielhaus aufgeführt wurden. Sie sichern die Vielfalt des jeweiligen Festspiel-Programms. Der zwar überschaubare, aber doch vorhandene Stamm an neugierigen Opernfans nimmt für diese Wiederentdeckungen gerne selbst ein paar Stunden Anreise auf sich. Wie aber wird die Stückwahl getroffen? Das hängt von mehreren Faktoren ab: „Es geht nicht darum, eine Rarität nur um der Rarität willen aufzuführen. Das Werk muss einfach sehr gut sein. Deshalb sprechen wir lieber von Konstellationen aus Stück und ausführenden Künstlern, die zusammenkommen müssen.“

Zuallererst also: Welcher Stoff kommt thematisch überhaupt für die Konzeption einer Saison in Frage und „wen finden wir als Dirigenten, als Sängerinnen und Sänger, als Regieteam, um sie von einem bestimmten Werk zu überzeugen. Nur dann lohnt es sich wirklich.“ Dieses Feuer muss erst entzündet werden. Denn sich darauf einzulassen, wirft für die Beteiligten auch ganz pragmatische Fragen auf. So steht, am Beispiel der Sängerinnen und Sänger, der kleinen Anzahl an Vorstellungen eine monatelange Vorbereitungs- und Lernzeit gegenüber. Womöglich werden sie die einstudierte Partie in den nächsten 20 Jahren nur noch selten oder auch gar nie mehr singen. Ob der Nerv der Zeit haargenau getroffen wird, wie im Falle von Die Passagierin, bleibt ungewiss. Mieczysław Weinbergs Oper hat von Bregenz aus einen absoluten Erfolgskurs angetreten.

Werk eines Multitalents auf dem Spielplan 2020

2020 werden die Bregenzer Festspiele als Oper im Festspielhaus Nero von Arrigo Boito spielen. Es ist in mehrfacher Hinsicht eine bemerkenswerte Wahl: Arrigo Boito war nicht nur Komponist und einer der besten Librettisten der Operngeschichte, dem wir unter anderem die Texte zu Otello und Falstaff verdanken. Boito war darüber hinaus ein leidenschaftlicher Forscher über den berühmt-berüchtigten römischen Kaiser. Er fand schon Anfang des 20. Jahrhunderts Dinge über Nero heraus, die erst langsam und nach dem Ustinov-Film (Quo vadis?, 1951) ins Bewusstsein gerückt sind. So entsprach Nero keineswegs dem Filmklischee, war auch nicht der Brandstifter Roms, sondern ein Zerrissener, dem eine ehrgeizige Mutter zur Kaiserwürde verhalf, sowie ein Künstler der Selbstdarstellung. „All das“, so Olaf A. Schmitt, „steckt in dieser Oper und macht es wert, sie aufzuführen.“

Die Erfahrung zeigt: eine bekannte Hauptfigur oder ein bekannter Komponist wirken sich positiv auf den Kartenverkauf aus. Sie sind jedoch nicht das maßgebende Kriterium. Entscheidend ist, ob und wie die Musik berührt. Aus welcher Zeit die Oper stammt, macht einen weiteren Unterschied beim Publikumsinteresse aus: „Viele Menschen schrecken vor der Musik des 20. Jahrhunderts zurück. Je später ein Werk geschrieben wurde, umso größer ist diese … Schüchternheit.“ Wie Berthold Goldschmidts Beatrice Cenci von 1949/50 im Vorjahr bewiesen hat, ist diese Angst oftmals unbegründet: „Wir haben aus vielen Publikumsreaktionen gehört: Das ist ja wunderschön! Das ist herrlicher Gesang!“

Die Sprache spielt eine große Rolle

Die diesjährige Oper im Festspielhaus Don Quichotte von Jules Massenet wurde 1910 geschrieben. Die „hervorragende Partitur“, der einfache Verlauf der Geschichte, eine weltbekannte literarische Figur im Mittelpunkt wären also optimale Voraussetzungen – nur, Herr Schmitt, warum wird sie dennoch selten aufgeführt? „Die Sprache spielt sicherlich eine große Rolle. Französisch zu singen ist eine wesentlich größere Herausforderung als auf Italienisch zu singen. Es ist in der Aussprache und in der musikalischen Diktion anspruchsvoller. Aber auch kulturelle Faktoren spielen eine Rolle: Prinzipiell hat es die französische Oper, mit Ausnahme von Carmen oder Hoffmanns Erzählungen, im deutschsprachigen Raum immer noch schwer.“

Wobei: Don Quichotte beweist das Gegenteil. Die Nachfrage ist hoch, nur für die dritte und letzte Aufführung am 29. Juli ist nach heutigem Stand die Wahl zusammenhängender Sitzplätze noch gut möglich.


Entspannter Abend auf der Seebühne ~ Das Spiel auf dem See ist ein Opernerlebnis, nicht nur für Kenner

Bregenz, 19.7.19. Ein Opernbesuch muss keine steife Angelegenheit sein, wie manche Leute erwarten. Das gilt besonders für die Bregenzer Seebühne. Hier ein nicht repräsentativer Überblick zu den gängigsten Vorurteilen, mit denen wir nun aufräumen.

Eine Oper dauert ewig.

Natürlich gibt es sehr lange Opern: Manche Werke, etwa von Richard Wagner, dauern vier oder fünf Stunden. Doch beim Spiel auf dem See geht es traditionell deutlich flotter zu: Die Spielzeit von Rigoletto zum Beispiel liegt bei rund zwei Stunden. Das Spiel auf dem See wird ohne Pause gezeigt.

Da gehen doch nur Snobs hin.

Die Bregenzer Festspiele und ihr Spiel auf dem See stehen für die Idee einer qualitätsvollen Oper für alle. Entsprechend bunt ist die Mischung der Besucherinnen und Besucher. Und die Preispalette ist breit gefächert: Die günstigsten Tickets auf der Seebühne gibt es schon ab 30 Euro. Leider ist Rigoletto in dieser Saison bereits ausverkauft. Aber: Am 18. August abends startet der Vorverkauf für das nächste Jahr.

Bei Freiluft kann ich alles mitnehmen.

Nicht ganz, denn manche Gegenstände sind auch auf der Seebühne tabu. Dazu zählen beispielsweise Speisen, Selfie-Sticks, Laptops, Thermoskannen und Glasflaschen. Plastikflaschen bis maximal 0,5 Liter, Sitzkissen und Taschen sind erlaubt. Letztere werden beim Einlass kontrolliert.

Koffer, Trolleys, Stockschirme, professionelle Foto- und Videoausrüstung, Motorradhelme und Kindersitze sind zu sperrig und haben in den Vorstellungen nichts verloren. Tiere müssen ebenfalls zuhause bleiben. Ausgenommen sind, nach vorheriger Anmeldung, Assistenzhunde mit Bescheinigung.

Handyfotos stören doch nicht auf die große Distanz.

Auch wenn angesichts des imposanten Bühnenbildes die Verführung groß ist: keine Fotos, Handyvideos oder Tonaufnahmen während der Vorstellung! Zuvor ist hingegen reichlich Zeit für Aufnahmen – die Tribüne öffnet eine Stunde vor Beginn. Die kompletten FAQ gibt es auf der Webseite der Bregenzer Festspiele.

Die singen die ganze Zeit auf Italienisch. Da verstehe ich kein Wort und mir wird langweilig.

Langweilig kann es dann werden, wenn man der Handlung nicht folgen kann. Dagegen helfen zum einen die deutschen Übertitel, die auf zwei großen Leinwänden links und rechts eingeblendet werden. Zum anderen gibt es an Aufführungstagen Einführungsvorträge um 19.00 und 19.30 Uhr im Festspielhaus. Der Preis liegt bei 7,50 Euro. Außerdem sind die Inszenierungen auf der Seebühne so angelegt, dass ein spontanes Verstehen der Handlung erleichtert wird – auch für Nicht-Opernfreaks.

Ich klatsche bestimmt an den falschen Stellen und blamiere mich.

Dieses Thema war früher komplizierter, als man zum Beispiel erst nach einem Akt Beifall spenden durfte. Solange der Applaus heutzutage nicht mitten in eine Arie hineinplatzt, ist er keine besonders heikle Sache mehr. Im Zweifel gilt: einfach abwarten, bis die anderen klatschen.

Die Musik habe ich noch nie gehört.

Tatsächlich kennen auch Neulinge mehr Opernmelodien, als ihnen bewusst ist. Wer beispielsweise in den 1990er-Jahren Fernsehwerbung gesehen hat, kam an „La donna è mobile“, der bekanntesten Arie aus Rigoletto, kaum vorbei – einem crossigen Schoko-Snack oder einer Pizza sei Dank. Und auch heute noch dient die ein oder andere Opern-Arie als Erkennungsmelodie für beliebte Konsumgüter.

Ohne Smoking oder Abendkleid bin ich bestimmt underdressed.

Anders als im James-Bond-Abenteuer „Ein Quantum Trost“ dargestellt, als der Geheimagent einige Bösewichte über die Seebühne jagte, ist die Kleider-Palette sehr breit. Mitunter sollen schon Flip-Flops gesichtet worden sein. Natürlich darf sich jeder aufbrezeln, wie er oder sie möchte. Aber das muss keineswegs so sein, es gibt keinen Dress-Code. Allzu luftig sollte die Garderobe trotzdem nicht ausfallen. Denn am späten Abend können die Temperaturen unter 20 Grad Celsius sinken. Unser Tipp ist warme und wetterfeste Kleidung. Keine Angst: Sie werden nicht schief angeschaut, wenn Sie eine leichte Decke mitbringen. Im Gegenteil – daran erkennt man die echten Seebühnen-Experten.


Bregenzer Festspiele
Künstlereingang Folge 6 – Stoff für die Oper ~ Lenka Padecky
© Bregenzer Festspiele / KoenigsFreunde

Video-Serie Künstlereingang Folge 6: Stoff für die Oper
Bregenz, 19.7.19. Die Kostüme dieser Saison sind inspiriert von der Mode unterschiedlicher Epochen. Sie nehmen das Publikum am See und im Festspielhaus mit auf eine Zeitreise.

Auch nach dem Premierenabend ist noch nicht alles getan: Kostümleiterin Lenka Radecky bringt die Kostüme vor jeder Aufführung wieder in Schuss. Welche Tricks sie dafür aus dem Ärmel schüttelt, zeigt Folge 6 des „Künstlereingangs“.

Immer freitags: kleine Szenen abseits der großen Bühnen

Für Neugierige und all jene, die schon immer mal durch den Künstlereingang ins Festspielhaus gelangen wollten, öffnen die Bregenzer Festspiele in der gleichnamigen Serie per Video ihre Backstage-Pforten.
Von Probenstart bis Ende der Festspielzeit lässt jeweils freitags ein Kurzfilm auf die kleinen Szenen abseits der großen Bühnen blicken. Mitwirkende vor und hinter den Kulissen erzählen in rund zwei Minuten ihre ganz persönlichen Erlebnisse.

Auf der Homepage des Festivals unter www.bregenzerfestspiele.com stehen die Videos jeweils ab Freitagnachmittag zum Ansehen bereit.


Bregenzer Festspiele ~ Seebühne
© Bregenzer Festspiele / Ralph Larmann

Heute einschalten ~ „Rigoletto“ live im Fernsehen
Bregenz, 19.7.19. Wer keine Karten mehr für das Spiel auf dem See erwischt hat, bekommt heute Abend die Gelegenheit, Rigoletto trotzdem live zu erleben.

Für die Zuseher zuhause senden ORF 2 und SRF 2 um 21.15 Uhr live von der Bregenzer Seebühne, das ZDF strahlt die Oper am 21. und am 28. Juli in einer gekürzten Fassung aus. Auf 3sat ist Rigoletto dann am 10. August zu sehen und auf ORF III am 15. September, Don Quichotte folgt im Anschluss.

Außerdem auf dem Programm:
“Festspiel-Magazin”: “Von Machtspielen und Windmühlen”, ORF 2 (Highlights Festspielgeschehen): 19. Juli, 18.30 Uhr

Dokumentation „Rigoletto – Zirkusspektakel am Bodensee“, ORF 2
(Making-of-Video der Operninszenierung): 21. Juli, 18.25 Uhr

Eröffnung der Bregenzer Festspiele, ARD-alpha: 21. Juli, 21.15 Uhr

Festspielfrühstück mit Heike Vollmer, ORF Radio Vorarlberg: 22. Juli, 20.00 Uhr (Mitarbeit Bühnenbild Rigoletto)

Über den Kontinent hinaus
Auch koreanische Opernfans dürfen sich freuen, denn am 27. Juli schafft es Rigoletto sogar über die europäischen Grenzen hinaus: In Seoul wird das Spiel auf dem See mit koreanischen Untertiteln in elf Kinosälen präsentiert.


„Rigoletto“ – Behind the Scenes
© Emanuele Scorcelletti

„Realität menschlicher Gefühle einfangen“ ~ Ausstellung des preisgekrönten Fotografen Emanuele Scorcelletti im Festspielhaus

Bregenz, 19.7.19. Emanuele Scorcelletti sprüht geradezu im Gespräch. Wenn er an seinem Smartphone durch die Bildergalerie scrollt, erzählt er dazu unterhaltsame Anekdoten, wie es zu dieser oder jener Aufnahme gekommen ist. Er hat viele Prominente fotografiert, beispielsweise Scarlett Johansson, Karl Lagerfeld, Audrey Tautou, Zinédine Zidane oder Quentin Tarantino. Die naheliegende und häufig zu lesende Bezeichnung „Fotograf der Superstars“ gefällt ihm dennoch nicht. Ihm gehe es darum, die „Realität menschlicher Gefühle“ in seinen Bildern einzufangen – unabhängig davon, wen er ablichtet. Wichtig ist ihm stets, den porträtierten Personen mit Respekt zu begegnen. Das spüre das Gegenüber.

Kooperation mit Leica

Diesen Ansatz hat er auch in Bregenz umgesetzt. Treibende Kraft hinter diesem Projekt war Karin Rehn-Kaufmann, Art Director und Chief Representative der Leica Galleries International (Österreich). Leica zählt zu den Sponsoren der Bregenzer Festspiele. Kaufmann-Rehn hatte zuvor bereits Ausstellungen mit Scorcelletti in Salzburg und Baden bei Wien konzipiert. Seine Bilder aus einer Zirkuswelt hatten sie an Rigoletto mit dem aktuellen Bühnenbild denken lassen.

In Absprache mit Kuratorin Miriam Marzura, Leiterin der Leica Galerie in Wien, kam die Idee auf, in Bregenz die „Zirkusartisten“, also die Akrobaten, in Szene zu setzen. Scorcelletti war sofort begeistert und sagte zu. Sechs Tage lang war er Ende Juni / Anfang Juli mit seiner Kamera rund um die Seebühne unterwegs. Zusätzlich ist von diesem Shooting ein Making-of-Video entstanden.

Internationale Vita

Emanuele Scorcelletti hat italienische Eltern und wurde in Luxemburg geboren. Heute lebt er in Paris. Begonnen hatte seine Karriere als Fotograf bei einer Presseagentur. Den internationalen Durchbruch brachte ihm ein Bild von Sharon Stone aus dem Jahr 2002. Es zeigte die Schauspielerin auf dem roten Teppich der Filmfestspiele von Cannes und brachte ihm eine Auszeichnung beim World Press Photo Award in der Kategorie „Kunst und Kultur“.

Die Ausstellung von Emanuele Scorcelletti ist kostenlos vom 17. Juli bis 18. August im Foyer des Festspielhauses (Nähe Haupteingang) zu sehen.


Prager Philharmonischer Chor
© Tomas Krist

Zehn harmonische Sommer ~ Prager Philharmonischer Chor startet in zehnte Saison

Bregenz, 19.7.19. Der Prager Philharmonische Chor begeht in dieser Saison seine zehnjährige Mitwirkung bei den Bregenzer Festspielen. Als Residenzchor des Festivals wirkt er seit 2010 jährlich beim Spiel auf dem See mit. Außerdem ist die harmonische Zusammenarbeit auch abseits der Seebühne regelmäßig zu hören, etwa bei Hausopern oder Orchesterkonzerten.

Seit Jahren ist der Prager Philharmonische Chor eine Konstante auf dem Bregenzer Sommerprogramm: Beginnend mit Auftritten bei der Oper Aida (2010), gefolgt von André Chenier (2011/12), Die Zauberflöte (2013/14), Turandot (2015/16) und zuletzt bei Carmen (2017/18), stand der Chor in den vergangenen neun Sommern bei allen Produktionen auf der Seebühne. Heuer wird er neben Rigoletto auch in Jules Massenets Don Quichotte und beim ersten Orchesterkonzert am 22. Juli gemeinsam mit den Wiener Symphonikern zu hören sein.

Weltpremieren in Bregenz

Im Rahmen der Partnerschaft mit den Festspielen fanden Weltpremieren von Die Passagierin (2010), Miss Fortune (2011) und Solaris (2012) in Bregenz statt. Für die Uraufführung von Tschaikowskis Der Kaufmann von Venig gab es 2014 sogar den prestigeträchtigen International Opera Award. operaawards.org

Somit hat sich der Chor unter der Leitung von Lukáš Vasilek auf internationaler Ebene einen Namen gemacht. Der Prager Philharmonische Chor kann sich zu den gefragtesten professionellen Chören Europas zählen und reist demnächst nach Hongkong, Moskau, New York, Bonn und Hamburg. Neben den Bregenzer Festspielen wird er wiederholt auch bei den Festspielen in Baden-Baden und St. Gallen auftreten.


Bregenzer Festspiele ~ Seebühne © Bregenzer Festspiele / Ralph Larmann

Rigoletto ausverkauft ~ Vorverkaufstart für 2020 am 18. August
Insgesamt 27 Mal entschwebt der Fesselballon mit seiner Passagierin Gilda in den Bregenzer Abendhimmel. Jede Rigoletto-Vorstellung ist mit nahezu 7.000 verkauften Tickets bis auf den letzten Platz belegt. Das Spiel auf dem See ist für diesen Sommer ausverkauft.

Am Abend des 18. August startet der Vorverkauf für die Festspielsaison 2020, wenn Rigoletto am 23. Juli Wiederaufnahme-Premiere feiert.


Ausblick: Das tut sich in den nächsten Tagen

Auch nach der Premiere des Spiels auf dem See bleibt Rigoletto regelmäßig ab 21.15 Uhr (August: 21.00 Uhr) das Lachen im Hals stecken. Die Vorstellungen sind ausverkauft, Tickets für die nächstjährige Saison gibt’s ab dem Abend des 18. August auf der Festspiel-Homepage (Premieren ausgenommen).

Morgen, Samstag, um 19.30 Uhr feiert das Schauspiel Don Quijote nach dem Roman von Miguel de Cervantes Premiere im Theater am Kornmarkt. Die Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin ist mit den Schauspielgrößen Ulrich Matthes und Wolfram Koch topbesetzt. Zwei weitere Vorstellungen finden kommende Woche statt, für den 22. und 23. Juli sind noch wenige Restkarten verfügbar. Infos und Tickets gibt‘s hier. bregenzerfestspiele.com

Kommenden Sonntag um 9.30 Uhr lädt der Verein der Freunde der Bregenzer Festspiele gemeinsam mit dem ORF Vorarlberg erneut zum Festspielfrühstück. Hier sind Regisseure, Bühnenbildner und Musiker von ihrer persönlichen Seite zu erleben. Diese Woche zu Gast ist Bühnenbildnerin Heike Vollmer, die bei der Rigoletto-Kulisse mitgearbeitet hat. Noch zwei weitere Termine warten auf Besucher bei freiem Eintritt (4. und 18. August, jeweils um 9.30 Uhr). Weitere Infos gibt’s hier. bregenzerfestspiele.com

Zum zweiten Mal präsentiert das Festival Don Quichotte als Oper im Festspielhaus am kommenden Sonntag um 11.00 Uhr. Am 29. Juli um 19.30 Uhr findet die letzte Vorstellung statt, es sind noch wenige Restkarten verfügbar. Infos und Tickets gibt‘s hier. bregenzerfestspiele.com

Außerdem am Sonntag: Der Puppenspieler und Pfeifer Nikolaus Habjan eröffnet die Musik & Poesie-Reihe am 21. Juli um 19.30 Uhr. Unter dem Titel „Luftkunst“ pfeift er berühmte Arien aus Giuseppe Verdis Rigoletto und lässt seine Narrenpuppe ein weiteres Mal auftreten. Musik & Poesie findet noch zwei weitere Male statt (28. Juli und 4. August). Mehr Infos und Tickets gibt’s hier. bregenzerfestspiele.com

Mit Wochenbeginn startet die Orchesterkonzert-Reihe dieser Saison um 19.30 Uhr mit Giuseppe Verdis Messa da Requiem. Dirigent der Wiener Symphoniker ist Fabio Luisi, den Prager Philharmonischen Chor leitet Lukáš Vasilek. 45 Minuten vor Beginn gibt es einen Einführungsvortrag bei freiem Eintritt. Insgesamt vier Termine stehen am Programm (22. Juli, 4., 5. und 18. August). Infos und Tickets gibt’s hier. bregenzerfestspiele.com