Neuigkeiten von den Bregenzer Festspielen (16. August)

Intendantin Elisabeth Sobotka bei der Pressekonferenz am 13. August 2019 zum Abschluss der diesjährigen Bregenzer Festspiele (© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis)

Bilanz-Pressekonferenz der Saison 2019 ~ Rund 250.000 Besucher bis Sonntagabend erwartet
Die Anziehungskraft des Clowns und was Basilikum mit den Festspielen zu tun hat ~ Helfer und Wirtschaftstreibende bilanzieren eine erfolgreiche Saison
Orchestermatinee im Zeichen von „Don Quichotte“ ~ Ariane Matiakh leitet das Symphonieorchester Vorarlberg
Auf ein Neues ~ Vorschau auf die Bregenzer Festspiele 2020
Video-Serie Künstlereingang Folge 10 ~ Einen Augenblick lang Sommer
Gold für die Bregenzer Festspiele ~ Polnischer Opernfilmpreis geht an Carmen
Festival-Potpourri
Morgen einschalten
Ausblick: Das tut sich in den nächsten Tagen


Bilanz-Pressekonferenz der Saison 2019 ~ Rund 250.000 Besucher bis Sonntagabend erwartet

Zirkushaftes Treiben im Bodensee, mehrere Ritter von der traurigen Gestalt und eine große Programmvielfalt mit einem großen Publikum. Mit voraussichtlich rund 250.000 Gesamtbesuchern endet am Sonntagabend die 74. Bregenzer Festspielsaison. Innerhalb von knapp fünf Wochen standen 80 Veranstaltungen auf dem Spielplan des Sommerfestivals am Bodensee. Der Publikumszuspruch war ausnahmslos groß.

Das Spiel auf dem See zog die Besucher erneut in Scharen an: Sollte keine weitere Regenabsage erfolgen, könnten rund 180.000 Zuschauer die ausverkaufte Rigoletto-Inszenierung erlebt haben. Schon jetzt steht eine Auslastung von einhundert Prozent für alle 27 Vorstellungen fest. Inklusive des heutigen Abends verbleiben drei Seebühnen-Vorstellungen, bislang wurde das Spiel auf dem See drei Mal im Festspielhaus gezeigt.

Ein gleichermaßen berührender wie spektakulärer Rigoletto

Die Oper von Giuseppe Verdi stand erstmals seit Festspielgründung 1946 auf dem Spielplan. „Was Rigoletto-Regisseur Philipp Stölzl in den Bodensee gezimmert hat, ist nichts anderes als eine Sensation“, urteilte beispielsweise der Südwestrundfunk Baden-Württemberg. Genauso begeistert zeigte sich das Publikum, spendete jeweils langanhaltenden Schlussapplaus für das Geschehen im und auf dem überdimensionalen Clownskopf im Bodensee samt Fesselballon, der mehr als 40 Meter in die Höhe steigt.

Für langjährige Kenner der Bregenzer Festspiele steht fest, dass diese Seebühnen-Inszenierung eine gleichermaßen spektakuläre wie berührende Interpretation der Verdi-Oper geschaffen hat, mit klug hergestelltem Raum für intime Szenen und dem Effekt der großen Show, wo jedoch die aufwendige Technik stets dem künstlerischen Ideal dient.

Im nächstjährigen Sommer feiert Rigoletto am 23. Juli 2020 Wiederaufnahme-Premiere, insgesamt stehen bis Festspielende am 23. August 27 Vorstellungen auf dem Spielplan. Tags zuvor eröffnet die Oper im Festspielhaus Nero von Arrigo Boito die 75. Festivalsaison. Der Vorverkauf startet am Sonntagabend auf der Festspiel-Internetseite (Premieren, Lounge und Premium-Ticket ausgenommen). Den Spielplan 2020 präsentieren die Bregenzer Festspiele voraussichtlich am 13. November 2019.

Vier Bühnen für einen Ritter

Dem selbst ernannten „Ritter von der traurigen Gestalt“ widmeten sich gleich vier Programmreihen des diesjährigen Festspielsommers. Für einen glanzvollen Auftakt sorgte die Oper im Festspielhaus Don Quichotte am Abend des zweiten Festspieltages. Die Inszenierung von Mariame Clément eröffnete 4.603 Besuchern bei einer Auslastung von 99 Prozent einen neuen Blick auf die wohl bekannteste Figur der Weltliteratur und ergründete heutiges Heldentum, den Umgang mit Männlichkeit und den Entwurf neuer Rollenbilder.

Auf derselben Stoffgrundlage ging als Koproduktion eine echte Premiere des Deutschen Theaters Berlin über die Bühne des Kornmarkttheaters. In der Schauspielinszenierung Don Quijote von Jan Bosse bewiesen Ulrich Matthes und Wolfram Koch, wie unkonventionell, wie unterhaltend, wie exzellent selbst mit wenig Bühnen-Ausstattung ganz große Theater-Kunst wirken kann.

Am kommenden Sonntagvormittag bringt das Symphonieorchester Vorarlberg drei Werke rund um die Rittergestalt zur Aufführung. Ariane Matiakh dirigiert das vierte und letzte Orchesterkonzert der Saison im großen Saal des Festspielhauses, Tickets sind verfügbar.

Und in der beliebten Reihe Musik & Poesie näherte sich der aus Vorarlberg stammende Schriftsteller Michael Köhlmeier verschiedenen Narrengestalten, auch mit Bezügen zu Rigoletto und Don Quichotte. Darüber hinaus sorgten zwei weitere Abende ebenfalls im Seestudio für weitere literarisch-musikalische Kostbarkeiten, die insgesamt zu 98 Prozent ausgelastet waren.

Zwischenmenschliche Beziehungen bei Eugen Onegin

In eine unwirtliche Naturlandschaft, bestehend aus Sumpf, Gräsern und Farnen, verwandelte das fünfte Bregenzer Opernstudio die Bühne des Kornmarkttheaters. Peter Iljitsch Tschaikowskis Eugen Onegin inszenierte Jan Eßinger als Gefühlserkundung und Deutung zwischenmenschlicher Beziehungen an einem Ort, der nicht notwendigerweise in Russland liegen muss. Das Premierenpublikum war begeistert, die letzte Vorstellung geht am Samstag über die Bühne. Tickets sind verfügbar, die prognostizierte Auslastung beträgt 90 Prozent.

Zwei Chefdirigenten bei drei Symphoniker-Konzerten

Mit Philippe Jordan und Fabio Luisi standen der amtierende und der ehemalige Chefdirigent am Dirigentenpult der drei traditionellen Orchesterkonzerte mit den Wiener Symphonikern. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen gelangten alle Symphonien von Johannes Brahms zur Aufführung, eröffnet wurde die Konzertreihe mit Giuseppe Verdis opulentem Requiem. Zusammen mit dem SOV-Konzert am Sonntag wird eine Auslastung von 98 Prozent erwartet, das entspricht gesamt mehr als 6.000 Besuchern.

Der grandiose Ort für Zeitgenössisches: Die Werkstattbühne

Die Werkstattbühne wurde erneut zum Ort für zeitgenössisches Musiktheater. An den beiden letzten Juli-Tagen zeigten die Bregenzer Festspiele in Kooperation mit der Neuen Oper Wien Der Reigen nach Arthur Schnitzlers gleichnamigen Schauspiel als österreichische Erstaufführung. Heute und morgen Abend gibt’s mit Wunderwandelwelt eine Uraufführung in zwei aufeinanderfolgenden verschiedenen Aufführungen. Die musiktheatrale Installation entwirft Francois Sarhan.

Wind

Seit Ende der letztjährigen Saison gaben drei Veranstaltungen verschiedene Einblicke in den Entstehungsprozess der Oper von Komponist Alexander Moosbrugger und der bildenden Künstlerin Flaka Haliti. Das Musiktheaterwerk soll im Festspielsommer 2020 unter dem Titel Wind uraufgeführt werden in Anlehnung an die Tonerzeugung einer Orgel. Für die „Szenische Einrichtung“ wird Jan Eßinger verantwortlich zeichnen.

Ausblick 2020

Die Saison 2020 beginnt bereits Ende Mai, zumindest für die jüngsten Festspiel-Fans. Mit einem Rigoletto für Kinder bieten die Bregenzer Festspiele nach dem großen Zuspruch für Carmen im Zirkus vom Frühjahr 2018 erneut ein Musiktheaterwerk, das speziell für die Altersgruppe von sechs bis zwölf konzipiert ist. Partner sind wiederum Aslico – Opera Domani aus Como (I) sowie das SOV und Superar Vorarlberg.

Im Sommer 2020 zeigt das Sommerfestival als Oper im Festspielhaus Arrigo Boitos Nero (Nerone). Das 1924 an der Mailänder Scala uraufgeführte Werk feiert am 22. Juli 2020 Premiere am Bodensee. Es folgen zwei weitere Vorstellungen. Die Wiederaufnahme-Premiere des Spiels auf dem See Rigoletto geht am 23. Juli 2020 über die Bühne.

Der Vorverkauf für den Festivalsommer 2020 startet am 18. August 2019 um 21.00 Uhr im Internet, dem letzten Spieltag der diesjährigen Saison (ausgenommen sind Premieren, Lounge und Premium-Tickets). Ab 19. August nimmt das Ticket Center telefonisch Buchungen entgegen unter 0043 5574 4076.


Externer Rückblick Bregenzer Festspiele 2019
© Bregenzer Festspiele / Lisa Mathis

Die Anziehungskraft des Clowns und was Basilikum mit den Festspielen zu tun hat ~ Helfer und Wirtschaftstreibende bilanzieren eine erfolgreiche Saison

Bregenz, 16.8.19. Die zu Ende gehende Festspielsaison 2019 sorgt für zufriedene Gesichter unter den Wirtschaftstreibenden der Region. Zufrieden dürfen jedoch ab Sonntag auch viele andere zurückblicken, die von außerhalb wesentlich zum Gesamterlebnis Bregenzer Festspiele beigetragen haben.

Steigende Nachfrage für die Anreise mit dem Schiff

Die entspannteste Art, die Bregenzer Festspiele zu besuchen, führt zweifelsfrei übers Wasser. Gleich mehrere Möglichkeiten dazu bietet die Bodenseeschifffahrt BSB. Beispielsweise mit der „Festspiel-Kreuzfahrt“ ab Konstanz, Meersburg und Friedrichshafen samt 3-Gänge-Menü auf dem Hinweg und einer Mitternachtssuppe auf der Rückfahrt. „Die Fahrten sind sehr gut gebucht in diesem Jahr“, berichtet Christopher Pape von den BSB, „auch der Schiffs-Shuttle von Bad Schachen und Lindau direkt zur Seebühne wird sehr gut angenommen.“ Auch hier zeigt sich die Wirkung des Bühnenbildes, schildert Christopher Pape den Verlauf der Nachfrage: „Nachdem die ersten Bilder des Clowns über die Medien verbreitet waren, zog die Nachfrage spürbar an. Wenn die neue Seebühne visualisiert ist, steigt die Lust, die Bregenzer Festspiele zu besuchen.“

Heimische Wirtschaft profitiert

Robert Vögel führt in dritter Generation ein Fachgeschäft für Schuhe und Accessoires in der Bregenzer Innenstadt. Mit einer Rigoletto-Aufnahme als Titelbild der Facebook-Seite des Unternehmens weist er sich als Festspiel-Fan aus: „Für den Handel sind die Bregenzer Festspiele enorm wichtig. Wir sind froh, dass wir sie haben. Als Besucher kommt man in die Stadt und man kauft auch ein.“ Dieses Jahr so viel wie noch nie. „Es läuft hervorragend!“ Robert Vögel schreibt das nicht zuletzt dem ikonischen Bühnenbild der Seeaufführung zu: „Wir hören von unseren Kunden unglaublich gute Kritiken.“

Diese Erfahrung deckt sich auch mit jener von Barbara Fesenmayr. Sie betreibt ein Bregenzer Traditionshotel und ist Vorstandsmitglied der Wirtschaftsgemeinschaft: „In der Festspielsaison bin ich 24/7 da. Am Morgen und am Abend ist das Gespräch mit unseren Gästen sehr wichtig und sie kommen alle außer Rand und Band von den Festspielen zurück. Das Bühnenbild begeistert sie total!“ Auch persönlich hält sie es „für eines der besten überhaupt“. Was den Hotelbetrieb selbst angeht: Eine „super Saison“ und während der Festspielzeit „nicht mehr zu toppen“.

„Die Bregenzer Festspiele sind bei der Vermarktung wahnsinnig stark unterwegs“, zollt Robert S. Salant, Geschäftsführer der Bregenz Tourismus und Stadtmarketing GmbH, großen Respekt: „Davon profitiert ganz Bregenz.“ Eine Verschiebung bei der Gästestruktur hat Salant dieses Jahr ausgemacht: „Der Anteil der Gäste aus Frankreich lag deutlich höher als sonst. Franzosen haben erstmals die Italiener überholt.“ Das Warum ist noch nicht ergründet, aber man wisse: „Französische Urlauber sind sehr an Kulinarik und Kultur interessiert. Da liegen wir mit unserem Angebot richtig.“

Blühende Flaniermeilen

„Die Bregenzer Festspiele sind eine große Herausforderung für unsere Mitarbeiter.“ Die gewohnten Dienstpläne sind dann außer Kraft gesetzt, sagt Jürgen Kiesenebner, Leiter der Bregenzer Stadtgärtnerei. „Ob Samstag, Sonn- oder Feiertag, die Ersten fangen um halb Sechs am Morgen an, und jeden Abend kommen noch einmal zwei Extrastunden dazu.“ Die permanente Aufmerksamkeit der Stadtgärtner gilt den umfangreichen Grünanlagen und Blumenbeeten zwischen Festspielhaus und Hafen. Sie wollen betreut sein, denn auch künstlich angelegte Natur ist vergänglich.

Die Arrangements wechseln jedes Jahr. Bereits jetzt laufen die Planungen, wie sich die Flaniermeile zu den Bregenzer Festspielen 2020 präsentieren wird. „Dieses Jahr war das Thema Bienenpracht und Futterpflanzen für Insekten“, erklärt Jürgen Kiesenebner. Die Intention wird vermutlich nur Fachleuten aufgefallen sein: „Wir wollen nicht nur etwas fürs Auge bieten, sondern auch zur Biodiversität beitragen. Deshalb hatten wir unter anderem viele verschiedene Arten von Basilikum ausgewählt, die ganz unterschiedlich blühen und wichtig für Bienen und Insekten sind.“

Dein Freund und Helfer

Rund 250.000 Besucher wollen in einer Kleinstadt wie Bregenz erst einmal „gelenkt“ werden. Eine maßgebliche Rolle spielt dabei die Exekutive. Zusammen mit einem Beamten der Bundespolizei, der die Ampelanlage der B 202 regelt, sorgen jeden Abend zwei Beamte der Stadtpolizei beim Festspielparkplatz für die reibungsfreie Zu- und Abfahrt: „Es wird von Jahr zu Jahr besser. Früher wurden manche Autofahrer etwas nervös… ich habe das Gefühl, die Autofahrer haben sich daran gewöhnt, dass es seine Zeit braucht“, sagt Rainer Rauch, der stellvertretende Kommandant der Stadtpolizei. Spätestens um 0.30 Uhr war der Einsatz jeweils vorbei. Es gab in dieser Saison „überhaupt keine Probleme“, außer diesen: „Ab und zu mussten wir Leute zu ihrem Bus führen, den sie nicht mehr gefunden haben.“ Die Polizei, dein Freund und Helfer.

Auch die österreichische Seepolizei kommt hier ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass – und in diesem Fall wirklich buchstäblich – hinter der Kulisse alles seine geordneten Bahnen findet. Die Seepolizei patrouilliert mit dem Boot „V 20“ und dem kleineren „V 22“ regelmäßig den Bereich, wo der eine und andere Freizeitkapitän vor Anker geht, um auf der Rückseite der Seebühne den Abend zu genießen. „Das ist nicht verboten“, erklärt Seepolizei-Kommandant Bernhard Aigner, „aber es gilt eine gesperrte Zone von rund 50 Metern.“ Es geht darum, weder durch Lärm oder Licht die Aufführung zu stören. „Wir hatten heuer diesbezüglich keine Beschwerden. Es kommt zwar immer wieder mal vor, dass jemand in die Sperrzone gerät, doch das sind meistens Paddler.“ Und die seien einerseits leise und andererseits sofort einsichtig.

Kulturangebot ist identitätsstiftend

Marktforschung fällt bei Vorarlberg Tourismus in die Zuständigkeit von Brigitte Plemel. Das einzelne Event, sagt sie, ist kein Hauptmotiv für einen Urlaub in Vorarlberg, doch werde es freilich genutzt. Plemel zitiert aus einer Untersuchung von 2018: „Neun Prozent geben an, Kulturveranstaltungen zu besuchen, elf Prozent Nennungen gibt es auch für ,Musikveranstaltungen besuchen’.“ Kultur spielt somit als Wirtschaftsfaktor und identitätsstiftendes Merkmal einer Region eine immer stärkere Rolle. Nachfrage treffe auf Angebot und umgekehrt. Ein Indikator sei die in den vergangenen Jahren enorm gestiegene Zahl an Veranstaltungsreihen in praktisch allen Regionen Vorarlbergs.

Die Bregenzer Festspiele als kultureller „Leuchtturm“ sorgen für zwei der heutzutage wertvollsten Güter im Tourismus: Aufmerksamkeit und Bekanntheitsgrad. Mit einer Rekordauslastung von einhundert Prozent sind die angesprochenen Wechselwirkungen einmal mehr eindrucksvoll belegt.


Orchestermatinee im Zeichen von „Don Quichotte“ ~ Ariane Matiakh leitet das Symphonieorchester Vorarlberg

Bregenz, 16.8.19. Den Abschluss der Orchesterkonzertreihe bildet das Symphonieorchester Vorarlberg unter der Leitung von Dirigentin Ariane Matiakh am Sonntagvormittag. Die Titelfigur der Oper im Festspielhaus Don Quichotte inspirierte die Komponisten Maurice Ravel, Jacques Ibert und Richard Strauss zu ihren Werken.

Gemeinsam mit dem Orchester werden Bariton Wolfgang Stefan Schwaiger und Cellist Maximilian Hornung zu hören sein.

Die Ritterin von der vielseitigen Gestalt

Dabei kann sogar eine echte Ritterin erlebt werden – allerdings schwingt diese nicht das Schwert, sondern den Dirigentenstab: Ariane Matiakh trägt seit 2014 den französischen Ehrentitel „Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres“ für ihre Verdienste um die französische Musik und Kultur im Ausland. In der kommenden Zeit wird sie neben anderen Ländern in Schweden, Norwegen und im Vereinigten Königreich Konzerte leiten. Die vielseitige Dirigentin ist als Professorin am Conservatoire national supérieur de musique et de danse in Paris und seit der Spielzeit 2019/20 als Generalmusikdirektorin an der Oper und Staatskapelle Halle tätig. Ihr Studium absolvierte Ariane Matiakh in Wien und trat seither regelmäßig in Österreich auf. Nun freue sie sich sehr darauf, das Orchesterkonzert in Bregenz zu dirigieren.

Alle Jahre wieder

Eine langjährige Partnerschaft verbindet die Bregenzer Festspiele mit dem Symphonieorchester Vorarlberg: Traditionell begleitet das Orchester die Festmesse zu Beginn der Saison, mit der Orchestermatinee läutet es den letzten Tag des Festivals ein. Außerdem wirkt das Symphonieorchester Vorarlberg als Partner des Opernstudios seit dessen Gründung 2015 bei den Produktionen im Theater am Kornmarkt regelmäßig mit.

Dort war auch Bariton Wolfgang Stefan Schwaiger 2016 schon als Don Giovanni zu hören, in diesem Jahr bekam er die Rolle des Marullo im Spiel auf dem See. Beim Orchesterkonzert wird er den Gesangspart in Maurice Ravels Chansons übernehmen: In Don Quichotte à Dulcinée drückt der selbsternannte Ritter sein träumerisches Gemüt durch Lieder an seine Geliebte aus. Anschließend vertont das Orchester den Kampf gegen die Windmühlen in Jacques Iberts Le chevalier errant. Das Konzert endet mit den Fantastischen Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters von Richard Strauss, in dem der junge Virtuose Maximilian Hornung die Verzweiflung des Ritters auf dem Violoncello zum Ausdruck bringt.

Weitere Infos und Tickets für die abschließende Orchestermatinee gibt es unter bregenzerfestspiele.com.

Rigoletto
Bregenzer Festspiele
© Bregenzer Festspiele / Ralph Larmann

Auf ein Neues ~ Vorschau auf die Bregenzer Festspiele 2020

Bregenz, 16.8.19. Die aktuelle Festspiel-Saison geht am Sonntag zu Ende, Teile des Programms 2020 stehen bereits fest. Dazu zählt die Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis Rigoletto auf der Seebühne – „das fraglos größte Spektakel am See seit Jahren“, wie die Austria Presse Agentur schrieb.

Nach dem Erfolg heuer ist die Zahl der Aufführungen in der nächsten Saison bereits von 23 auf 27 aufgestockt worden. Dann werden die Geschichte um den Hofnarren Rigoletto, seiner Tochter Gilda und den lüsternen Herzog wieder Tausende in ihren Bann ziehen. Online sind die Rigoletto-Tickets ab Sonntag, 21.00 Uhr verfügbar (Premieren, Lounge und Premium-Tickets ausgenommen). Tags darauf startet auch der telefonische Vorverkauf.

Oper im Festspielhaus

Zur Eröffnung der 75. Bregenzer Festspiele erklingt Arrigo Boitos Oper Nero im Festspielhaus. Diese Tragödie in vier Akten dreht sich um einen römischen Kaiser, dessen Ruf berüchtigt und dessen Name noch heute vielen geläufig ist. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er die eigene Mutter ermorden ließ.

Für die musikalische Leitung der Produktion zeichnet Dirk Kaftan verantwortlich, Regie führt Olivier Tambosi. Das Bühnenbild gestaltet Frank Philipp Schlössmann, die Kostüme Gesine Völlm. Dieses Regieteam arbeitete bereits bei Hamlet, der Hausoper im Jahr 2016, erfolgreich zusammen – damals übrigens wiederum ein Werk aus der Feder des renommierten Librettisten Boito. Bei Nero schrieb dieser sowohl Text als auch Musik, die nach seinem Tod von Arturo Toscanini überarbeitet wurde. Ihre Uraufführung feierte die Oper im Jahr 1924 an der Mailänder Scala.

Orchesterkonzerte

Passend zu Nero widmen sich die Wiener Symphoniker Ottorino Respighis Römischen Festen. Im gleichen Konzert erklingt Palingenia von Ľubica Čekovská als österreichische Erstaufführung. Eine weitere österreichische Erstaufführung bringt das Symphonieorchester Vorarlberg mit Thomas Larchers Symphonie Nr. 3 ins Festspielhaus. Chefdirigent Philippe Jordan leitet letztmals in Bregenz „seine“ Wiener Symphoniker bei Werken von Richard Strauss und Ludwig van Beethoven. Beim ersten Orchesterkonzert dieser Saison (27. Juli) dirigiert Karina Canellakis unter anderem den dritten Aufzug aus Richard Wagners Siegfried.

Die nächsten Bregenzer Festspiele eröffnen am 22. Juli und laufen bis zum 23. August 2020.


Rigoletto
Bregenzer Festspiele
© Bregenzer Festspiele / Lisa Mathes

Video-Serie Künstlereingang Folge 10 ~ Einen Augenblick lang Sommer

Bregenz, 16.8.19. Im letzten „Künstlereingang“ dieses Sommers blicken Mitwirkende der Bregenzer Festspiele auf die vergangenen Wochen zurück. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen sie von bisherigen Eindrücken und von ihrer Vorfreude auf das nächste Jahr.

In noch drei Vorstellungen bleibt Rigoletto auf der Seebühne das Lachen im Hals stecken. Dann wird der Clownskopf seine Augen vorerst schließen, um sich für die kommende Festspiel-Saison auszuruhen. 2020 wird die Rigoletto-Kulisse erneut zum Leben erwachen.

Immer freitags: kleine Szenen abseits der großen Bühnen

Für Neugierige und all jene, die schon immer mal durch den Künstlereingang ins Festspielhaus gelangen wollten, öffnen die Bregenzer Festspiele in der gleichnamigen Serie per Video ihre Backstage-Pforten.

Von Probenstart bis Ende der Festspielzeit lässt jeweils freitags ein Kurzfilm auf die kleinen Szenen abseits der großen Bühnen blicken. Mitwirkende vor und hinter den Kulissen erzählen in rund zwei Minuten ihre ganz persönlichen Erlebnisse.

Auf der Homepage des Festivals unter bregenzerfestspiele.com stehen die Videos jeweils ab Freitagnachmittag zum Ansehen bereit.


Gold für die Bregenzer Festspiele ~ Polnischer Opernfilmpreis geht an Carmen

Vergangenen Montag bekam Intendantin Elisabeth Sobotka vom österreichischen Botschafter in Warschau, Werner Almhofer, die „Goldene Gießkanne“ überreicht. Im Rahmen des Opernfilmfestivals „Musikalische Gärten“ (ogrodymuzyczne.pl) 2018 räumten die Bregenzer Festspiele diesen Publikumspreis für die „beste Projektion“ mit der Aufnahme vom Spiel auf dem See Carmen ab.

Auf dem Programm des jährlichen Opernfilmfestivals stehen Ausstrahlungen der besten Opern- und Ballettproduktionen, Musikfilme sowie Aufnahmen von Live-Konzerten. Der Direktor der Musikalischen Gärten, Ryszard Kubiak, kündigte an, den Film der Bregenzer Inszenierung von Rigoletto nächstes Jahr beim 20. Jubiläum des Festivals zu präsentieren.


Festival-Potpourri

DVD erhältlich! Stephen Costello stand während der Live-Aufzeichnung im Juli auf der Bregenzer Seebühne, jetzt ist er auf der Rigoletto-DVD als Herzog von Mantua zu sehen und zu hören. Die gibt’s im Online-Shop der Bregenzer Festspiele und im Ticket Center vor Ort zu kaufen. Eine Kostprobe davon postet Tenor Costello auf seinem Instagram-Account. instagram.com

#bodenseeliebe. Vergangene Woche waren die beiden Bloggerinnen Globusliebe und Sonne und Wolken bei den Bregenzer Festspielen zu Gast. Das Spiel auf dem See fanden sie „absolut mitreißend“ und „einzigartig“. Außerdem legen sie ihren Followern eine Führung hinter die Kulissen der größten Seebühne der Welt ans Herz. globusliebe.com / sonne-wolken.de


Garderobengemeinschaft. Backstage amüsiert sich Katrin Wundsam, die in Rigoletto als Maddalena und Giovanna auftritt, mit Kollegin Léonie Renaud. Sängerin Wundsam postet ein Selfie der „besten Garderobengemeinschaft ever“ mit der Darstellerin der Gräfin. facebook.com

„So inspiring!!“ Mit diesem Bild verabschiedete sich Dirigent Enrique Mazzola von der Bregenzer Seepromenade und der „inspirierenden“ Seebühne. Er übergab die Stimmgabel erneut an Kollegen Daniele Squeo, der die Wiener Symphoniker durch die letzten Abende führt. instagram.com


Morgen einschalten

Die diesjährige Oper im Festspielhaus ist morgen, Samstag, noch einmal im Radio zu hören:

Don Quichotte, ARD Radiofestival
Aufnahme der Oper im Festspielhaus vom 18. Juli 17. August, 20.04 Uhr

Außerdem werden das Festspielfrühstück und die Orchestermatinee vom kommenden Sonntag nachträglich ausgestrahlt:

Festspielfrühstück, ORF Radio Vorarlberg
mit Maximilian Hornung
19. August, 20.00 Uhr

Konzert Symphonieorchester Vorarlberg, Ö1
27. August, 19.30 Uhr


Ausblick: Das tut sich in den nächsten Tagen

Wunderwandelwelt

Heute Abend um 20.00 Uhr präsentieren die Bregenzer Festspiele die Uraufführung von François Sarhans Wunderwandelwelt. Ein einzigartiger Kosmos voller Musik, Erzählungen, Bildern und Filmen erfüllt an zwei aufeinanderfolgenden Abenden die Werkstattbühne. Beide Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Weitere Infos gibt es unter bregenzerfestspiele.com.

Rigoletto

Noch drei Mal bleibt Rigoletto in diesem Sommer beim Spiel auf dem See ab 21.00 Uhr das Lachen im Hals stecken. Die Vorstellungen sind ausverkauft, Tickets für die nächstjährige Saison gibt’s ab dem Abend des 18. August auf der Festspiel-Homepage (Premieren, Lounge und Premium-Tickets ausgenommen). bregenzerfestspiele.com

Eugen Onegin

Morgen, Samstag, um 19.30 Uhr findet die letzte Vorstellung von Tschaikowskis Eugen Onegin im Opernstudio des Theaters am Kornmarkt statt. Junge Gesangstalente stellen sich den Herausforderungen dieser anspruchsvollen Partien und dringen gemeinsam mit dem Regisseur Jan Eßinger in die komplexen Gefühlswelten der Figuren. Infos und Tickets gibt’s hier: https://bregenzerfestspiele.com/de/programm/eugen-onegin

Festspielfrühstück

Kommenden Sonntag um 9.30 Uhr lädt der Verein der Freunde der Bregenzer Festspiele gemeinsam mit dem ORF Vorarlberg zum letzten Festspielfrühstück dieser Saison. Hier sind Regisseure, Bühnenbildner und Musiker von ihrer persönlichen Seite zu erleben. Diese Woche zu Gast ist Cellist Maximilian Hornung vom Symphonieorchester Vorarlberg. Weitere Infos gibt es unter bregenzerfestspiele.com.

Orchestermatinee

Zum Abschluss der Orchesterkonzertreihe dieses Sommers widmet sich das Symphonieorchester Vorarlberg dem Protagonisten der diesjährigen Oper im Festspielhaus Don Quichotte. Unter der Leitung von Dirigentin Ariane Matiakh werden unter anderem die Lieder Don Quichottes an seine Geliebte Dulcinée präsentiert. Die Orchestermatinee beginnt am kommenden Sonntag um 11.00 Uhr, 45 Minuten vor Beginn gibt es einen Einführungsvortrag bei freiem Eintritt. Infos und Tickets gibt es unter bregenzerfestspiele.com.