Neues von den Bregenzer Festspielen (07.04.)

Das Bühnenbild des Spiel auf dem See "Madame Butterfly" im April 2022 von oben ~ © Bregenzer Festspiele/Karl Forster


Seebühnen-Richtfest für „Madame Butterfly“

Ein Blatt Papier als Spiegel der Seele

Ruhig treibt das Blatt Papier im Bodensee. Seine gewellte Form zeugt von einer langen Verweildauer in der Natur. Es droht zu zerreißen, wirkt zart und verletzlich. Wie die Seele der japanischen Geisha Cio-Cio-San, genannt Madame Butterfly. In wenigen Wochen ist ihre ergreifende Geschichte an 26 Abenden in diesem Bühnenbild zu erleben.

Doch noch prangen rot-weiß gestreifte Baustellenbänder auf dem 23 Meter hohen Bühnenbild, noch sind die Kanten der bis zu 17 Quadratmeter großen weißen Einzelteile deutlich zu erkennen. Gestern (06.04.22) feierten die Bregenzer Festspiele das Seebühnen-Richtfest für Madame Butterfly.

Aus Stahl, Styropor, Holz und Fassadenputz entsteht seit Herbst die 300 Tonnen schwere Kulisse für das erstmals auf der Seebühne gezeigte Werk von Giacomo Puccini. Festspiel-Technikerinnen und -Techniker arbeiten gemeinsam mit den Mitarbeitenden von 33 Firmen an der Herstellung. „Die besondere Herausforderung ist, das Blatt Papier leicht, nahezu schwerelos wirken und scheinbar auf dem Wasser schwimmen zu lassen, obwohl es tatsächlich rund 300 Tonnen wiegt“, sagt Technikdirektor Wolfgang Urstadt.

Die Bregenzer Festspiele präsentieren das Bühnenbild des Spiel auf dem See „Madame Butterfly“ Die Referenten v.r.n.l.: Bühnenmeister Manfred Achberger, Kostümbildner Antony McDonald, Festspielintendantin Elisabeth Sobotka, Bühnenbildner Michael Levine, Regisseur Andreas Homoki und Pressesprecher Axel Renner
© Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Papierbötchen am Papierrand

Das Papierbild misst rund 23 Meter in der Höhe und 33 Meter in der Breite. Die Gesamtfläche beträgt 1.340 Quadratmeter. Es wird das zentrale Bühnenbild-Element der Inszenierung sein, aber nicht das einzige. Das Festspiel-Werbemotiv für Madame Butterfly mit einer Collage bestehend aus Papierbötchen, amerikanischer Flagge, japanischer Malerei und weiteren Elementen könnte jedenfalls fantasievolle Hinweise auf das fertiggestellte Bühnenbild geben. Bereits zu sehen: Auf der Bregenz zugewandten Seite schmiegt sich ein überdimensionales Papierbötchen an den Rand des Blatt Papiers.

Die finale Fertigstellung inklusive Bemalungen, Kaschur, Scheinwerfer und Lautsprecher soll bis Juni geschehen.

Die Referenten beim Richtfest „Madame Butterfly“ v.l.n.r.: Regisseur Andreas Homoki, Bühnenbildner Michael Levine, Intendantin Elisabeth Sobotka, Kostümbildner Antony McDonald und Seebühnenmeister Manfred Achberger
© Bregenzer Festspiele/Karl Forster

Puccini-Oper erstmals auf der Seebühne

Mit der erstmals auf der Seebühne gezeigten Madame Butterfly ist erneut eine Oper des italienischen Komponisten Giacomo Puccini zu erleben. Zuletzt begeisterte in den Saisonen 2015/16 seine Turandot das Festspielpublikum. Die Geschichte um die unglückliche Liebe der japanischen Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, eröffnet am 20. Juli 2022 die 76. Bregenzer Festspiele.

Bühnenbild von „Madame Butterfly“, Spiel auf dem See, von hinten
© Bregenzer Festspiele/Karl Forster

189.000 Sitzplätze an 26 Abenden

Regie führt Andreas Homoki, das Bühnenbild stammt von Michael Levine, die Kostüme entwirft Antony McDonald, Enrique Mazzola und Yi-Chen Lin dirigieren. Es spielen die Wiener Symphoniker. Derzeit sind für die kommende Saison rund zwei Drittel der nahezu 189.000 an 26 Abenden aufgelegten Eintrittskarten gebucht (inkl. Generalprobe und crossculture night). Es gibt für alle Vorstellungstermine und in allen Kategorien noch Plätze. Das letzte Spiel auf dem See geht zum Saisonende am 21. August 2022 über die Bühne. Insgesamt sind fast 220.000 Eintrittskarten für die diesjährigen Bregenzer Festspiele aufgelegt.

Die Bregenzer Festspiele 2022 finden von 20. Juli bis 21. August statt. Tickets und Infos unter bregenzerfestspiele.com und Telefon 0043 5574 4076.


Podcast Geschlossene Gesellschaft

Das Burgtheater Wien am Karsamstag und Ostersonntag zu Gast bei den Bregenzer Festspielen

Die Bregenzer Festspiele starten bereits an Ostern in die Saison 2022 und das mit einem Theaterstück, das aktueller nicht sein könnte: Die Geschlossene Gesellschaft von Jean-Paul Sartre ist ein Werk über die Ungewissheit, das Eingeschlossensein und die Isolation. Mit Blick auf die Pandemiejahre und deren Folgen ein Drama – obwohl bereits 1944 entstanden – das genau in unsere Zeit passt. Burgtheaterdirektor und Regisseur Martin Kušej und die Publikumslieblinge Tobias Moretti, Dörte Lyssewski und Regina Fritsch erforschen die veränderte Wahrnehmung von Zeit, die sich in einer Ewigkeit gedehnten Gegenwart bleiern über die Menschen und Dinge legt. Hintergrundinformationen und Ansichten zu diesem hochaktuellen Bühnenstück sind in einem Podcast zu hören: bregenzerfestspiele.com.

Vorstellungen:
Sa, 16. April 2022 19:30 Uhr Festspielhaus
So, 17. April 2022 16:00 Uhr Festspielhaus

Karten: bregenzerfestspiele.com


Festspielweine 2022 und 2023 gekürt

Schlumberger präsentiert den neuen Festspielsekt

Zahlreiche Gastronominnen und Gastronomen sowie weitere Weinkennerinnen und Weinkenner kürten im hauseigenen Restaurant buehnedrei den offiziellen Festspielwein der Saisonen 2022 und 2023. Aus 30 österreichischen Weinen galt es, die sechs besten in einer Blindverkostung auszuwählen.

Die Festspielwein-Prämierung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bregenzer Festspiele und ihren Partnern Pfanner & Gutmann, Österreich Wein und Schlumberger Wein- und Sektkellerei.

Bregenzer Festspiele: Festspielweine 2022 und 2023
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Zur Wahl standen die Weinsorten Grüner Veltliner, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Rosé, Zweigelt und Rotwein Cuvée. Laut Walter Pfanner (Pfanner & Gutmann) bilden diese 30 Weine einen Querschnitt der gesamten Bandbreite der österreichischen Weinkultur. Nach ungefähr zwei Stunden intensivem Weinglas schwenken, riechen und probieren standen alle sechs Festspielweine fest:

Grüner Veltliner
Grüner Veltliner Geyern-Satz DAC 2021, BANNERT, Weinviertel

Chardonnay
Carnuntum DAC 2021, TAFERNER, Göttlesbrunn

Sauvignon Blanc
Sauvignon Blanc 2021, HUBER, Traisental

Rosé
Swingin‘ Rosé 2021, SCHALLER VOM SEE, Neusiedlersee

Zweigelt
Blauer Zweigelt 2020, HAGN, Weinviertel

Rotwein Cuvée
Heideboden Cuvée (ZW/BF/SL) 2020, KERINGER, Neusiedlersee

Auch bei der diesjährigen Festspielsaison zeichnet das österreichische Traditionshaus Schlumberger für den Festspiel-Sekt verantwortlich. Mit dem Grüner Veltliner Brut Bio bietet die Sektkellerei erstmals die reinsortige Spezialität in Bio-Qualität für die Festspiel-Gäste an. Während Puccinis Madame Butterfly zu einer den weltweit populärsten Opern zählt, ist der Grüne Veltliner mit seinem lebendigen Charakter eine der beliebtesten und wichtigsten Rebsorten des Landes. (lk) schlumberger.at