Neues Album von Metamorphosen Berlin: Very British

© Sony Classical

Das Ensemble Metamorphosen Berlin unter der Leitung ihres Gründers Wolfgang Emanuel Schmidt hat sich im vergangenen Jahr mit den britischen Komponisten Edward Elgar, Benjamin Britten, Peter Warlock und Karl Jenkins beschäftigt. Daraus ist das neue Album „Very British“ entstanden.

Besonders zu erwähnen sind die 9 kleinen Stücke von Edward Elgar. In der Bearbeitung für Violoncello und Streicher von Wolfgang Emanuel Schmidt sind sie hier als Ersteinspielung zu hören.

Das Album erscheint am 13.08.2021 bei Sony Classical.

Metamorphosen Berlin
Foto: Simon Pauly

Very British

Nach den ersten beiden von der Presse hochgelobten Alben für Sony Classical, auf denen die Kammerphilharmonie Metamorphosen Berlin Komponisten aus Tschechien und Russland präsentierte, wendet sich das Ensemble mit Very British einem weiteren Ursprungsland romantischem Streicherklangs zu: Music made in Great Britain. Edward Elgar, Benjamin Britten, Peter Warlock und Karl Jenkins – „Sie alle sind in den deutschen Konzertsälen immer noch zu wenig zu hören“, sagt Cellist und Dirigent Wolfgang Emanuel Schmidt. „Wir wollen dieser Musik mit Very British ein gebührendes Denkmal setzen.“

Die Klangsprache der aufgenommenen Werke ist sich der Tradition der Romantik bewusst – und hat sich ihren Idealen völlig verschrieben. Die Sehnsucht der Komponisten nach der einstigen Ordnung, nach alten Werten in einer Zeit wirtschaftlichen und damit auch gesellschaftlichen Umbruchs, ist in ihren Werken stets hörbar.

Der Begriff „Serenade“ war zu der Zeit, in der Edward Elgar seine Serenade e-moll schrieb, eigentlich bereits überwunden. Mit ihr schuf Elgar jedoch schon als junger Komponist ein Meisterwerk, das bis heute zu seinen meistgespielten Werken gehört.

Wie bei all seinen Aufnahmen steuert Wolfgang Emanuel Schmidt auch bei dieser Einspielung Bearbeitungen aus seiner Feder bei und setzt damit die Kunst der großen Solisten des letzten Jahrhunderts wie etwa Jascha Heifetz oder Gregor Piatigorsky fort, indem er kleine Charakterstücke für sein Instrument adaptiert. Für diese Aufnahme verleiht er den neun Melodien und Virtuosenstücken von Edward Elgar den warmen vollen Klang des Violoncellos, so daß sie sich von ihrer besten Seite zeigen können. Einige Stücke sind weltbekannt – wie Salut d’amour – andere sind unbekannte Kleinode, Neuentdeckungen, nicht nur für Cellisten. Diese Werke präsentieren das Cello in einer unvergleichlichen Gesanglichkeit, aber auch in irrwitziger Virtuosität. Sämtliche Werke sind in der Bearbeitung von Wolfgang Emanuel Schmidt für Cello und Streicher hier als Ersteinspielung zu hören.

Die darauffolgende Simple Symphony stellte Benjamin Britten in Elgars Todesjahr, 1934, fertig. Sie basiert auf acht Kindheitsthemen Brittens. Die Komposition ist – entgegen ihrem Namen – alles andere als simpel: Stärke und Offenheit, Zartheit und vollendetes Handwerk: dies alles vereint das nur 15minütige Werk.

Inspiriert von Tänzen aus dem späten 16. Jahrhundert ist die ebenso kurze Capriol Suite von Peter Warlock. Er verfasste mit der Capriol Suite sechs effektvolle und virtuose Miniaturen, die ursprünglich für zwei Klaviere gedacht waren.

„Die Titel der Kompositionen wie „Symphony“, „Serenade“ oder „Suite“ sind zwar durchaus Werkzyklen, im Prinzip sind sie aber eine Ansammlung kurzer Charakterstücke, kleiner musikalischer Delikatessen“, sagt Wolfgang Emanuel Schmidt. „Innerhalb kürzester Zeit zeichnen sie ein Charakterbild, es sind gewissermaßen klingende Stillleben, moments musicaux.“ Metamorphosen Berlin gelingt es, mit Very British die Magie dieser musikalischen Momente einzufangen. „Das Album ist nahezu wie ein klassischer Konzertabend konzipiert. Wir wollen die Spontanität des Konzertauftritts widergeben, um die Genialität der Kompositionen auffunkeln zu lassen.“

Und so funkelt zum Ende des Albums auch das Werk Palladio, komponiert vom walisischen Multitalent und -instrumentalisten Karl Jenkins. 1993 ursprünglich für einen Werbespot für Diamanten geschrieben, erweiterte Jenkins die ursprüngliche Komposition 1996 und benannte sie nach dem Architekten Palladio, der in der Renaissance wirkte. „Dieses energiegeladene Werk ist die schmissige Zugabe, die auch beim Konzertabend nicht fehlen darf“, sagt Wolfgang Emanuel Schmidt. Die sieht Karl Jenkins selbst von Metamorphosen Berlin optimal umgesetzt und ließ begeistert verlauten: „I am thrilled that Metamorphosen Berlin has recorded such a stunning version of my piece Palladio.“


VERY BRITISH

Metamorphosen Berlin
Wolfgang Emanuel Schmidt
Indira Koch
Konzertmeisterin

Edward Elgar (1857–1934)
– Serenade für Streicher op. 20
– 9 Stu?cke für Violoncello und Streicher

Benjamin Britten (1913–1976)
Simple Symphony, Op. 4

Peter Warlock (1894–1930)
Capriol Suite

Karl Jenkins (*1944)
Palladio

1 CD • 19439873312
Label: SONY Classical
Im Handel ab: 13. August 2021