Neue Saison am Salzburger Landestheater

Spielzeitthema: Heimkehr zum Ich

Salzburger Landestheater: Spielzeit 2020_2021 ~ "Heimkehr zum Ich" (© Anna-Maria Löffelberger / Salzburger Landestheater)

In der neuen Spielzeit 2020/2021 des Salzburger Landestheaters stehen unter dem Titel „Heimkehr zum Ich“ Protagonist*innen im Mittelpunkt, die plötzlich auf sich selbst geworfen sind. Schon weit vor Ausbruch der Corona-Pandemie fiel die Wahl auf dieses Thema, das nun im Zusammenhang mit den Maßnahmen zu sozialer Isolation und dem Rückzug ins Private eine neue Aktualität erhält.
Auswirkungen der Corona-Krise

Am 6. April 2020 wurde bekannt, dass zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus alle Aufführungen der laufenden Spielzeit abgesagt werden müssen. Neben vielen Produktionen im Repertoire können somit auch sieben Premieren nicht mehr präsentiert werden. Die Planung, wie und wann diese Produktionen doch noch zur Aufführung kommen können, läuft auf Hochtouren. Die spartenübergreifende Produktion „Mysterien. Ein Salzburger großes Welttheater“ ist eine der Premieren, die auf jeden Fall in den neuen Spielplan integriert wird.

Musiktheater von Wolfgang Amadeus Mozart bis Alma Deutscher

Mit Alma Deutschers Oper „Cinderella“ ist das Werk einer der jüngsten Komponistinnen des neuen Jahrtausends im Opernspielplan vertreten; die Märchenoper wird zudem in einer eigenen Kinderfassung ab 6 Jahren präsentiert. In einer phantasiereichen Neuproduktion kehrt Mozarts „Zauberflöte“ zurück auf die Bühne des Landestheaters. Dem großen Klassiker steht der zeitgenössische Opernthriller „Anthropozän“ von Stuart MacRae gegenüber, dessen für Mai geplante kontinentaleuropäische Erstaufführung in die nächste Spielzeit übernommen wird. Amüsant und schwungvoll wird die Opernsaison mit Paul Abrahams Jazzoperette „Die Blume von Hawaii“ eröffnet.

Zwei österreichische Erstaufführungen im Musical

„Der Schuh des Manitu“ von Michael Bully Herbig ist einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten und kommt als Musical, produziert vom Salzburger Landestheater und in der Regie von Andreas Gergen, auf die Bühne. Die Premiere findet am Deutschen Theater München statt, ab Januar ist die Westernparodie am Salzburger Landestheater zu sehen.

Singende und tanzende Ordensschwestern stehen im Zentrum von Dan Goggins liebevoll gezeichnetem Musical „The Sound of Non(n)sens“, das die Erfolgsgeschichte der Nunsense-Musicals fortschreibt.

Die Erfolgsproduktion „The Rocky Horror Show“ bleibt auf vielfachen Wunsch weiterhin im Programm.

Schauspiel: Dokumentarisch, klassisch, aktuell

Vier Erst- und Uraufführungen präsentiert die Sparte Schauspiel. Darunter das dokumentarische Theaterprojekt „#Ersthelfer #Firstaid“ des deutsch-türkischen Theatermachers Nuran David Calis, das die Solidarität der Helfer*innen während der Fluchtwelle 2015 in den Fokus rückt oder Ronnie Brodetzkys hochamüsante Theaterproduktion über YouTube-Tutorials sowie das medienkritische Stück „Network“, das im ORF Landesstudio Salzburg zur Aufführung kommt.

Friedrich Schillers Klassiker „Die Räuber“ steht neben Stücken von Erich Kästner, Alan Ayckbourn und Shlomo Moskovitz. Der Klimawandel wird in der Inszenierung von Ferdinand Raimunds Zauberposse „Der Barometermacher“ aufgegriffen und ein weiteres zentrales Werk der österreichischen Theaterliteratur – Thomas Bernhards „Heldenplatz“, das ebenfalls nicht wie geplant in der laufenden Spielzeit auf die Bühne gebracht werden konnte – komplettiert die Sparte Schauspiel.
In Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird eine „Nacht der vergessenen Stücke“ präsentiert.

Große Schicksale und Leidenschaft im Ballett

Die Sparte Ballett schlägt einen Bogen von Russland über Verona bis nach Argentinien. Ballettdirektor Reginaldo Oliveira kreiert mit „Anna Karenina“ nach Leo Tolstoi ein neues Handlungsballett. Darüber hinaus wird die Produktion „Romeo und Julia“, die in der aktuellen Spielzeit nur vier Mal zur Aufführung kommen konnte, in der nächsten Saison weiterhin zu erleben sein. Und auch die für den Frühsommer geplante Premiere von „Tanto…Tango!“ wird dem Publikum nicht vorenthalten. Die Internationale Ballettgala darf als Fixpunkt im Salzburger Tanzjahr ebenso wenig fehlen wie eine Fortsetzung der Reihe „Mozart Moves!“ in Kooperation mit der Stiftung Mozarteum: Das Ballettensemble steht gemeinsam mit der Mezzosopranistin Magdalena Kozená in „Ewig dein dich Liebender“ im Rahmen der Mozartwoche 2021 auf der Bühne.

Fenster zu neuen Welten öffnen: Das Junge Land

Auf die Suche nach ihrer eigenen Identität und ihrem Platz in der Welt begeben sich die Heldinnen und Helden im Kinder- und Jugendtheater. Auf der großen Bühne werden die Abenteuer von „Heidi“ lebendig, während eine kleine Maus in „Der Grüffelo“ zeigt, was wahrer Mut bedeutet. Für Jugendliche ab 12 Jahren steht mit „Blauer als sonst“ von Eva Rottmann ein Stück über Liebe, Gefühle und Vertrauen auf dem Programm.

Zwischenbilanz der Spielzeit 2019/2020

Bis Anfang März konnte das Salzburger Landestheater in dieser Spielzeit 212 Vorstellungen in Salzburg anbieten, die von rund 92.000 Gästen besucht wurden. Die Auslastung lag bis dahin bei etwa 84 Prozent. Mit 10. März wurde aufgrund des Erlasses der Bundesregierung zu „Maßnahmen gegen das Zusammenströmen größerer Menschenmengen“ der Vorstellungsbetrieb des Salzburger Landestheaters eingestellt.

salzburger-landestheater.at