Nachhaltige Nachwuchsschmiede: Oper Nancy

© Sofie Layla Thal auf Pixabay

Die Oper Nancy ist unter Leitung von Matthieu Dussouillez zu einem Ort der Entdeckungen geworden, an den man schauen muss, um die spannendsten Talente, aktuelle Regieweisen oder einfach nur selten gespielte Opern zu erkunden. Uneitel, wohlüberlegt und im Sinne der Opernkunst überzeugt das kleine Haus in Lothringen – bietet immer wieder „eine Sternstunde. Intendant Matthieu Dussouillez kann das als großen künstlerischen Erfolg betrachten.“ – so die NMZ zu Ariane et Barbe-Bleue. Denn „Paul Dukas‘ einzige Oper zu spielen ist ein Wagnis (…) schließlich erfordert die fast ausschließliche Besetzung mit weiblichen Stimmen ein ausgeklügeltes Casting, das Charaktere und Stimmfarben so aufeinander abstimmt, dass sich nicht alles im großen Gleichklang verliert.“ (Oper!) Sogar hier konstatiert die Kritik einhellig: „In Nancy waren alle Partien makellos besetzt – Luxusbesetzung.“ Opern.News

Ja, „in Frankreichs kleinster Nationaloper macht eine junge Künstlergeneration auf sich aufmerksam: Musikalisch auf Weltklasse-Niveau und szenisch ebenso frech wie politisch von erschreckender Aktualität.“ Opern.News.

Und das mit interessantem Repertoire: „für «Fortunio», ein Meisterwerk, benötigt man eben eine leichte Tongebung, sichere Technik, Stilgefühl für die spezifische Idiomatik dieser Musik, Schlichtheit Inwendigkeit des Vortrags, der wie aus dem Augenblick erfunden wirkt. Das Ensemble ist superb, bis in die Nebenrollen auf einer Höhe. Auf Durchsichtigkeit, Eleganz der Phrasierung achtet bei ihrer ersten Premiere die neue Chefdirigentin, die 34-jährige Marta Gardolińska. Die Polin ist eine genuine Theatermusikerin, immer bei den Sängern auf der Bühne. Opernwelt, 06/2022

Nancy entdeckt und fördert Talente nachhaltig: In der kommenden Saison wird Anna Bernreitner, die hier gerade mit ihrer Zauberflöte überzeugte, die Liebe zu den drei Orangen inszenieren. Dann wird es spannend, Wagner in Nancy zu sehen, wenn Dorothea Röschmann als Isolde debütiert. Es lohnt sich zu verfolgen, wie Marta Gardolińska Paderewskis Manru interpretiert. Zu empfehlen sind auch Gardolińskas Konzerte z. B. mit Anika Vavić.

Ein Kritiker des Deutschlandfunks konstatierte „Das Haus will ganz nach vorne und hat dort schon mal einen Pflock eingeschlagen.“ Und so gilt weiterhin: „Eine Reise nach Nancy ist für Opernfans also sicherlich eine lohnende Option.“ (klassikinfo)

Auswahl kommender Produktionen im Überblick:

16., 18. & 22. November 2022, 20.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
20. November, 15.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
Koproduktion mit Theater Magdeburg Theater St. Gallen
Sergej Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen
Marie Jacquot, Musikalische Leitung
Anna Bernreitner, Regie

01. Dezember, 19.30 Uhr, Nancy, Salle Poirel
02. Dezember 20.30 Uhr, Nancy, Salle Poirel
Un air de printemps
Johann Strauss II: Frühlingsstimmen op. 410
Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll op. 18
Noskowski: Symphonie Nr. 3 F-Dur “From Spring to Spring”
Anika Vavić, Klavier
Marta Gardolińska, Dirigentin

29. Januar 2023, 15.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
01., 04., 7. & 10. Februar 2023, 19.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
Richard Wagner, Tristan und Isolde
Samuel Sakker, Tristan
Dorothea Röschmann, Isolde (Debüt)
Leo Hussain, Musikalische Leitung
Tiago Rodrigues, Regie

15., 17. & 21. März 2023, 20.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
19. März 2023, 15.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
Koproduktion mit Stadttheater Bern
Christoph Willibald Gluck, Iphigénie en Tauride
Alphonse Cemin, Musikalische Leitung
Silvia Paoli, Regie

09., 12., 16. Mai 2023, 20.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
14. Mai 2023, 15.00 Uhr, Opéra national de Lorraine
Produktion der Bühnen Halle, Co-Produktion mit der Opéra national de Lorraine
Ignacy Jan Paderewski, Manru
Marta Gardolińska, Musikalische Leitung
Katharina Kastening, Regie

opera-national-lorraine.fr