Nach Bayreuth Baroque wird »Carlo il Calvo« am Theater an der Wien gezeigt

Carlo il Calvo ~ Markgräfliches Opernhaus Bayreuth ~ Lottario (Max Emanuel Cencic), Adalgiso (Franco Fagioli) © Falk von Traubenberg

Bei der ersten Auflage des neugegründeten Festivals Bayreuth Baroque hatte die seit 1738 nicht mehr gespielte Oper Carlo il Calvo, Oper von Nicola Antonio Porpora, am 3. September 2020 ihre vielumjubelte Premiere. In der Regie von Max Emanuel Cencic und unter der musikalischen Leitung von George Petrou sangen Barockstars wie Franco Fagioli (Adalgiso), Max Emanuel Cencic (Lottario), Julia Lezhneva (Gildippe), weiters die jungen Bruno de Sa (Berardo), Suzanne Jerosme (Giuditta), Petr Nekoranec (Asprando) und Nian Wang (Eduige).

Alle Vorstellungen von Carlo il Calvo in Bayreuth und alle Vorstellungen von Bayreuth Baroque waren ausverkauft, zusätzlich sahen 360000 Menschen die Onlineübertragungen der Vorstellungen.

Carlo il Calvo wird am 20. September 2020 konzertant im Theater an der Wien, und am 17. Oktober 2020 ebenfalls konzertant bei der NTR ZaterdagMatinee im Concertgebouw Amsterdam gezeigt, ehe die Produktion im September 2021 beim Bayreuth Baroque Opera Festival in der gleichen Besetzung wiederaufgenommen wird.

Carlo il Calvo
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth
Ensemble
© Falk von Traubenberg

Carlo il Calvo – Karl der Kahle wurde 1738 am führenden Opernhaus Roms, dem Teatro delle Dame, uraufgeführt. Die Besetzung bestand ausschließlich aus Männern und Kastraten. Frauen durften in der Heiligen Stadt nicht öffentlich auftreten. Porporas Oper basiert auf einem venezianischen Libretto von 1699, das unter verschiedenen Titeln von Komponisten wie Vinaccesi, Keller, Alessandro Scarlatti, Orlandini und Telemann vertont wurde. Die Partitur hat sich im Konservatorium zu Neapel erhalten.

Die Handlung führt in jene Epoche des frühen Mittelalters, als das Europa Karls des Großen unter den Händen seiner zerstrittenen Erben zerfiel. Ihre Besonderheit besteht darin, dass der Titelheld ein Kind ist. Porpora lässt es im Gegensatz zu seinen Kollegen sogar einige Verse singen. Lothar der Deutsche, sein Stiefbruder, Enkel Karls des Großen, entführt den rechtmäßigen Thronerben, um ihm die Herrschaft zu entreißen. Das gibt Karls Mutter Gelegenheit zu herzzerreißenden Verzweiflungsszenen und atemberaubenden Gefühlsausbrüchen. Eine Paraderolle für die russische Starsopranistin Julia Lezhneva. Den durch einen falschen Berater zum Bösen verführten Lothar darf Max Emanuel Cencic in pathologische Hysterie treiben. Allein Franco Fagioli hat als edler Ritter Adalgiso das Zeug, dem Tyrannen Einhalt zu gebieten und die gottgewollte Ordnung wiederherzustellen. Dabei gerät der Sohn Lothars in Konflikt mit dem 4. Gebot.


Carlo il Calvo

Konzertante Vorstellung am Wiener Theater an der Wien: 20. September 20
Sowie am 17 10 2020 im NTR ZaterdagMatinee in Concertgebouw Amsterdam

Musikalische Leitung: George Petrou
Orchester: Armonia Atenea
Regie: Max Emanuel Cencic
Bühne: Giorgina Germanou
Kostüme: Maria Zorba
Licht: David Debrinay
Dramaturgie: Boris Kehrmann
Regieassistenz: Constantina Psoma

Besetzung:

Adalgiso: Franco Fagioli
Lottario: Max Emanuel Cencic
Gildippe: Julia Lezhneva | Hasnaa Bennani
Giuditta: Suzanne Jerosme
Eduige: Nian Wang
Berardo: Bruno de Sá
Asprando: Petr Nekoranec

parnassus.at / theater-wien.at / concertgebouw.nl

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