Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2022: INSELN – Auftakt mit Les Arts Florissants

Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2022 (© Musikfestspiele Potsdam Sanssouci)

Mit einem umjubelten Konzert des französischen Ensembles Les Arts Florissants öffneten am Freitagabend die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci ihre Pforten: Mit fünf Opern, drei Open Airs und zahlreichen Konzerten für Fans, Fachleute und Familien geht es thematisch auf INSELN

Mit Begeisterungsrufen und nicht endendem Applaus wurden am Freitagabend beim Eröffnungskonzert der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci in der festlich erleuchteten Friedenskirche die Künstler des Abends belohnt. Das weltberühmte französische Barockensemble Les Arts Florissants fand unter seinem Leiter, dem Dirigenten Paul Agnew, die richtige Mischung aus schimmerndem Klang und rhythmischer Verve für sein Programm rund um das griechische Kythera, die Insel der Venus. Auch die trat in Erscheinung, verkörpert von der jungen Sopranistin Deborah Cachet, die der Liebesgöttin in Werken von Jean-Philippe Rameau, Georg Friedrich Händel, Henry Purcell und anderen ihre kostbar strahlende, noch in den heikelsten Verzierungen sicher geführte Stimme lieh.

Für die Passacaglia aus Henry Purcells „King Arthur“ wandte sich der Dirigent, selbst ein gefeierter Tenor, überraschend um zum Eröffnungspublikum und unterstützte seine Kollegin im Duett. Insgesamt war die Stimmung des Abends geprägt vom engagierten und charmanten Auftritt der Musiker und der dadurch freundlichen wie heiter-festlichen Atmosphäre des Konzerts.

Zuvor hatte Oberbürgermeister Mike Schubert in seiner Eröffnungsrede die Gäste begrüßt, darunter die französische Botschafterin, und den Startschuss zum Festival gegeben. Dabei verlieh er seiner Freude Ausdruck, dass nach zwei Jahren endlich wieder Musikfestspiele in den historischen Schlössern und Gärten möglich sind. Er dankte Intendantin Dorothee Oberlinger und Geschäftsführerin Heike Bohmann, dass sie mit viel „Mut, Kreativität und Leidenschaft, auch in digitalen Formaten, Wege gefunden haben, dass wir auf die Musikfestspiele in den vergangenen zwei Jahren nie verzichten mussten.“

Vorausgreifend auf das Konzert stellte er fest: „Musik hat magische Kräfte und vermag so vieles, verbindet mit ihrem Zauber Menschen, öffnet Herzen schneller und mag zu versöhnen. Genau diesen Zauber verkörpern die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci und tragen ihn seit Jahren weit über die Grenzen unserer Region hinaus. Und genau dieser Zauber macht das Festival so beliebt und ein Glanzlicht, auf das die Landeshauptstadt Potsdam stolz sein kann.“

Dem Generaldirektor der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, kam die Rolle zu, in seiner Eröffnungsrede den Facettenreichtum, aber auch die Ambivalenz des Jahresthemas „Inseln“ herauszuarbeiten. Er erinnerte an Stationen der preußischen Geschichte zwischen Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, Friedrich dem Großen und den Jahren der Teilung Deutschlands, in die Inseln ebenso als Sehnsuchtsorte wie auch als Ziel kolonialer Begehrlichkeiten oder Ausdruck politischer Konflikte verwoben sind. Und er bedankte sich bei den Musikfestspielen für ein Programm, „das alle Klischees vermeidet“ und in seiner Verortung im Areal der Schlösser und Gärten für seine Stiftung ein Glücksfall sei.

Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci präsentieren vom 10. – 26. Juni unter dem Motto „ Inseln“ fünf Barockopern, darunter zwei moderne Erstaufführungen, drei Open Airs am Alten Markt Potsdam und dem Orangerieschloss Sanssouci, sowie zahl reiche Konzerte für Fans, Fachleute und Familien mit Stars und jungen Ensembles der Alten Musik, abgerundet durch ein Paddelkonzert und das große Fahrradkonzert, in und einmal rund um die Insel Potsdam.

Informationen und Karten: Tel: +49 (331) 28 888 28 | musikfestspiele-potsdam.de