Musical »Kuss der Spinnenfrau« ab 1. Februar 20 an der Musikalischen Komödie Leipzig

Kuss der Spinnenfrau ~ MusikalischeKomödie Leipzig ~ Aurora (Anke Fiedler), Ballett ~ © Kirsten Nijhof

Kuss der Spinnenfrau gilt neben Cabaret und Chicago als eine der gelungensten Arbeiten des Erfolgsduos John Kander und Fred Ebb. Die Uraufführungsinszenierung erlebte 922 Vorstellungen, und 1993 erhielt die Broadway-Produktion von Harold Prince sieben Tony Awards, darunter für das beste Musical und die beste Partitur.

In einer nicht näher bezeichneten lateinamerikanischen Diktatur sitzt der tuntige Schaufensterdekorateur Molina wegen Verführung eines Minderjährigen in Haft. Man konfrontiert ihn mit einem neuen Zellengenossen, dem hartgesottenen Widerständler Valentin. Folter und Demütigung bestimmen das Leben im Gefängnis. Molinas Devise zum Überleben lautet, sich eine schöne Scheinwelt herbeizuträumen. Nach anfänglicher Verweigerung lässt Valentin sich darauf ein. Während seine Sehnsucht der Geliebten Marta, der armseligen Kindheit und dem Sieg der Revolution gilt, steigert sich Molina in sentimentale Kinofantasien hinein. In deren Mittelpunkt steht immer die verführerische Diva Aurora, die in ihrer Rolle als Spinnenfrau zugleich auch tödliche Macht verkörpert.

Die Gefängnisaufseher belauern die zunehmende Annäherung Molinas und Valentins. Sie bieten Molina, der um seine kranke Mutter bangt, die vorzeitige Freilassung an, wenn er Valentin die Namen seiner Mitverschworenen entlockt. Valentin wiederum gibt Molinas Liebeswerben nach, um ihn in der Freiheit zu einem Botendienst zu bewegen. Das tragische Ende birgt gleichwohl den Sieg von Liebe, Würde und Fantasie über Verrat und Brutalität.

Das ernste Thema auf der Musicalbühne, seine Darstellung der Gefängnissituation in Kombination mit Showelementen, verfehlt seine Wirkung auf das Publikum nicht, wie die äußerst erfolgreichen Aufführungen der letzten Jahre zeigen. Die Musik wird bestimmt von lateinamerikanischen Rhythmen und konfrontiert den Glamour Molinas filmischer Träume mit der schmerzvollen Vergegenwärtigung von Angst, Gewalt und Liebessehnsucht. [© Verlag Felix Bloch Erben, Berlin]


Kuss der Spinnenfrau

(Kiss Of The Spider Woman)
Ein Musical

Buch: Terrence McNally nach dem Roman von Manuel Puig
Gesangstexte: Fred Ebb
Musik: John Kander
Deutsch von: Michael Kunze

Uraufführung: 20. Oktober 1992 (London, Shaftesbury Theatre)
Deutschsprachige Erstaufführung: 28. November 1993 (Wien, Raimund Theater)

Premiere an der Musikalischen Komödie Leipzig: 1. Februar 20 (Westbad)

Musikalische Leitung: Christoph-Johannes Eichhorn
Inszenierung: Cusch Jung
Choreografie: Melissa King
Bühne: Frank Schmutzler
Kostüme: Aleksandra Kica
Choreinstudierung: Mathias Drechsler
Dramaturgie: Elisabeth Kühne

Chor Musikalische Komödie
Ballett Musikalische Komödie, Komparserie,
Orchester Musikalische Komödie


Besetzung:

Aurora: Anke Fiedler
Molinas Mutter: Anne-Kathrin Fischer / Angela Mehling
Marta: Nora Lentner
Luis Molina: Gaines Hall
Valentin Arregui: Friedrich Rau
Gefängnisaufseher: Cusch Jung
Gabriel, Gefangener: Andreas Rainer
Esteban, Gefängniswärter: Milko Milev
Marcos, Gefängniswärter: Radoslaw Rydlewski
Frommer Mann / Gefangener: Holger Mauersberger
ai-Beobachter / Gefangener: Peter Waelsch
Fuentes, Häftling: Tobias Latte
Aurelio, Dekorateur / Gefangener: Uwe Kronberg
Emilio, Häftling: Samuel Hoppe
Carlos, Häftling: Roland Otto

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