Münchner Opernfestspiele 2019 – vier Premieren und drei Uraufführungen

Generalmusikdirektor Kirill Petrenko eröffnet am 27. Juni den Festspielsommer und leitet die Neuinszenierung von Richard Strauss´ Salome. Erstmals ist den Festspielen ein Prolog vorangestellt: unter anderem feiert bereits vor offiziellem Festspielbeginn das Campus-Projekt EVA UND ADAM Premiere. Im Rahmen der Festspiel-Werkstatt in der Reithalle findet außerdem die deutsche Erstaufführung der Kammeroper Z des griechischen Komponisten Minas Borboudakis statt, gefolgt von der Urauführung Requiem für einen Lebenden. Das Bayerische Staatsballett zeigt gleich zwei Uraufführungen: Schnee in der Choreographie von Nanine Linning und zur Musik von Hans Abrahamsen sowie eine Choreographie von Audrey Kaydanovskiy als Teil von À Jour ~ Zeitgenössische Choreographien. Ende Juli feiert schließlich Georg Friedrich Händels Agrippina im Prinzregententheater Premiere. Darüber hinaus stehen alle Neuproduktionen der Spielzeit 2018/19 auf dem Programm: Otello, Die verkaufte Braut, Karl V., La Fanciulla del West, Alceste und Jewels. Der Vorverkauf startete am 19. Januar, der Restkartenverkauf beginnt am 30. März 2019.

Premieren

27. Juli 2019: Salome
Kirill Petrenko wird zum zweiten Mal die Münchner Opernfestspiele mit einer Premiere eröffnen: Nach Richard Wagners Parsifal (Festspiele 2018) kommt dieses Jahr Richard Strauss‘ Salome zur Aufführung. Es ist die vierte Oper des Münchner Komponisten, die der Generalmusikdirektor in dessen Heimatstadt dirigiert » nach Die Frau ohne Schatten (2013, 2014 und 2017), Der Rosenkavalier (2014, 2016 und 2018) und Ariadne auf Naxos (2015). Seinen Einstand als Münchner Generalmusikdirektor gab Petrenko mit Die Frau ohne Schatten im Team mit dem polnischen Regisseur Krzysztof Warlikowski, der an der Staatsoper mit Tschaikowskys Eugen Onegin auf sich aufmerksam machte und zuletzt Franz Schrekers Die Gezeichneten inszenierte. Mit Salome findet die Zusammenarbeit zwischen Krzysztof Warlikowski und Kirill Petrenko nun ihre Fortsetzung. In der Titelpartie gibt die deutsche Sopranistin Marlis Petersen – zuletzt Alban Bergs Lulu unter Kirill Petrenko (2015) – ihr Rollendebüt an der Seite von Wolfgang Koch als Jochanaan. Des Weiteren singen Michaela Schuster (Herodias), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Herodes) und Pavol Breslik (Narraboth).

23. Juli 2019: Agrippina
Die zweite Festspielpremiere bringt wieder Barock auf die Bühne des Prinzregententheaters. Georg Friedrich Händels „Dramma per musica“ Agrippina – an der Staatsoper zuletzt 1966 zu sehen ~ erzählt die Geschichte von Agrippina, Gattin des römischen Kaisers Claudius und Mutter von Nero. Das Werk wird vom australischen Regisseur Barrie Kosky in Szene gesetzt, der für die Bayerische Staatsoper bereits Strauss´ Die schweigsame Frau (2010) und Prokofjews Der feurige Engel (2016) inszenierte. Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters steht mit Ivor Bolton ein Barockspezialist, der unter anderem die Premieren von Rameaus Les Indes galantes (2016) und Webers Oberon, König der Elfen (2017) leitete. Die Titelrolle singt die britische Mezzosopranistin Alice Coote. An ihrer Seite geben Gianluca Buratto (Claudio) und der Countertenor Franco Fagioli (Nerone) ihre Hausdebüts, Ensemble-Mitglied Elsa Benoit singt die Poppea.

Festspiel-Werkstatt 2019
Die Festspiel-Werkstatt beginnt dieses Jahr bereits am 18. Juli 2019 mit einem Prolog als Einstimmung auf die Münchner Opernfestspiele und findet erneut in der Reithalle statt. Die mit NOAH begonnene und mit MOSES fortgesetzte Projektreihe wird mit EVA UND ADAM erweitert (Premiere 19. J uni 2019). Für den dritten Teil der Zusammenarbeit mit geflüchteten und in München beheimateten Jugendlichen geht es zurück zum Beginn der Menschheitsgeschichte. Als ein weiterer Höhepunkt der Festspielwerkstatt ist die deutschsprachige Erstaufführung von Minas Borboudakis Oper Z zu erleben. Behandelt wird darin ein politisch motivierter Mord, der die Abgründe und die Verletzbarkeit des bürgerlichen Rechtsstaats vor Augen führt (Premiere 1. Juli 2019).
Ein weiteres besonderes Ereignis ist die Uraufführung von Schnee des dänischen Komponisten Hans Abrahamsen (Premiere 12. Juli 2019). Die Choreographin Nanine Linning entwickelt zu dem Werk ein Stück für 16 Tänzer des Bayerischen Staatsballetts. Bei der Uraufführung von Requiem für einen Lebenden (Premiere 21. Juli 2019) werden Fragen nach dem Verständnis von Freiheit und gesellschaftlichem Zusammenleben aufgeworfen. Das Werk entstand nach einer Recherche in Texas, bei der der Komponist des Stücks, Felix Leuschner, der Librettist Reto Finger und der Regisseur Manuel Schmitt die Lebenssituation eines zum Tode Verurteilten untersuchten. Ebenfalls im Prolog ist die musikalische Begehung der Ausstellung Utrecht, „Caravaggio und Europa“ in der Alten Pinakothek mit dem Titel Selbstermächtigung (Premiere 18. Juni 2019).

Dirigate von Kirill Petrenko
Neben der Premierenserie von Richard Strauss‘ Salome wird der Generalmusikdirektor auch die Oper-für-alle-Vorstellung am Samstag, 6. Juli dirigieren, bei der Salome live auf den Max-Joseph-Platz übertragen wird. Außerdem steht Kiril Petrenko erstmals beim Festspielkonzert von Oper für alle am 20. Juli am Pult des Bayerischen Staatsorchesters. Gespielt werden Werke von George Gershwin und Auszüge aus Broadway-Musicals, es singen Golda Schultz und Thomas Hampson.
Des Weiteren übernimmt er die Dirigate von Otello mit Jonas Kaufmann, Anja Harteros und Gerald Finley sowie Die Meistersinger von Nürnberg mit Jonas Kaufmann, Wolfgang Koch und Sarah Jakubiak.

Repertoire
Neben den Neuproduktionen der Spielzeit 2018/19 stehen außerdem sieben weitere Opern auf dem Festspiel-Programm: In Norma singt Sonya Yoncheva unter der musikalischen Leitung von Andrea Battistoni die Titelpartie, Riccardo Massi ist Pollione. Nina Stemme ist in Giacomo Puccinis Turandot zu erleben. Am Pult steht Thomas Søndergård. Aylin Perez verkörpert die Titelpartie in La traviata an der Seite von Attaya Alan. Plácido Domingo kehrt als Giorgio Germont auf die Bühne der Bayerischen Staatsoper zurück. Asher Fish leitet Umberto Giordanos Andrea Chénier in der Inszenierung von Philipp Stölzl. Es singen Stefano La Golla (Andrea Chénier), Anja Harteros (Maddalena) und Željko Lučić (Gérard). Aufführungen von Le Nozze di Figaro mit Alex Esposito in der Titelpartie und L’elisir d’amore mit Pretty Yende und Pavol Breslik in den Hauptrollen ergänzen den Spielplan. Am 31. Juli schließen die Festspiele mit Die Meistersinger von Nürnberg.

Liederabende
Auch in diesem Jahr stehen sechs Künstler und Künstlerinnen mit einem Liederabend auf der Bühne: Den Auftakt gibt Erwin Schrott am 8. Juli 2019 mit einem Einblick in die Musikwelt und Rhythmen Lateinamerikas. Kurz darauf folgen die Liederabende von Bryn Terfel (11.07.) und Anna Netrebko (17.07.), die beide von Malcolm Martineau begleitet werden. Am 18. Juli 2019 ist Anne Sofie von Otter mit Kristian Bezuidenhout am Klavier zu erleben. Marlis Petersen interpretiert mystische und märchenhafte Themen von Hans Pfitzner, Hans Sommer, Edvard Grieg und anderen (24.07.). Abschließend folgt der Liederabend von Christian Gerhaher zusammen mit Gerold Huber am Klavier (29.07.). Auf ihrem Programm stehen Lieder von Benjamin Britten, Johannes Brahms und Modest Mussorgsky.

Oper für alle mit Kirill Petrenko Vol 1. und Vol 2.
Der Generalmusikdirektor wird in diesem Jahr beide Oper-für-alle-Events dirigieren. Den Auftakt zu Oper für alle macht in diesem Jahr die Live-Übertragung von Richard Strauss‘ Salome auf den Max-Joseph-Platz. Den zweiten Teil bildet das traditionelle Festspielkonzert am 20. Juli. Werke von George Gershwin und Auszüge aus Broadway-Musicals werden von Golda Schultz und Thomas Hampson dargeboten. Wie immer ist der Eintritt auf dem Max-Joseph-Platz frei. Die Oper-für-alle Vorstellung von Salome wird auch im Rahmen von STAATSOPERTV live und kostenlos auf der Homepage der Staatsoper übertragen und im Anschluss für 24 Stunden als Video-on-demand zur Verfügung stehen.

UniCredit Festspiel-Nacht
Die UniCredit Festspiel-Nacht findet in diesem Jahr am 29. Juni statt. In der Münchner Innenstadt gibt auf mehreren Bühnen Höhepunkte aus Oper, Konzert, Tanz, Lied und Literatur.

Ballett
Mit dem Abend Junge Choreographen setzt Igor Zelensky ein Format am Bayerischen Staatsballett fort, das sich dem zeitgenössischen Nachwuchs widmet. Ab der Spielzeit 2018/ 19 erhält die Reihe mit À Jour – Zeitgenössische Choreographien einen neuen Namen. Zum dritten Mal in Folge werden vielversprechende Talente die Möglichkeit haben, mit den Tänzern des Bayerischen Staatsballetts zu arbeiten und ihre Kreationen dem Münchner Publikum im Prinzregententheater zu präsentieren. In dieser Reihe sind fortlaufende Kooperationen angedacht – so auch mit Andrey Kaydanovskiy. Er hat seine Arbeit Discovery bereits in der Spielzeit 2016/ 17 gezeigt und wird für die Saison 2018/ 19 ein weiteres Mal sein choreographisches Talent für zeitgemäßes tänzerisches Erzählen unter Beweis stellen. Des Weiteren ist die Premiere der laufenden Spielzeit Jewels zu sehen sowie Portrait Wayne McGregor, das in der vergangenen Saison Premiere feierte.


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