»Münchhausen« an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm

Münchhausen ~ Komödie am Kurfürstendamm ~ Freud (Matthias Freihof) trifft Münchhausen (Jytte-Merle Böhrnsen) ~ Foto: Michael Petersohn

„Lügen ist ja eigentlich nix Gutes. Und manchmal pathologisch. Was liegt da näher, dem größten Lügner der Literaturgeschichte den bekanntesten Psychoanalytiker der Welt gegenüber zu setzen, damit der mal guckt, ob alles in Ordnung ist“, fand Comiczeichner Flix und entwarf das Szenario für den Comic „Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen“, in der er Münchhausen und den Psychoanalytiker Sigmund Freud aufeinandertreffen lässt. Sein Kollege Bernd Kissel zeichnete die Comics. Autor Sönke Andresen schrieb für die Komödie am Kurfürstendamm das Theaterstück, das am 25. September uraufgeführt wird.

Theaterchef Woelffer: „Münchhausen entstaubt“

„Die Geschichten von Münchhausen sind der Inbegriff geistreicher und phantastischer Unterhaltung“, findet Theaterchef Martin Woelffer. „Der Comic hat uns sehr inspiriert, denn Flix hat mit seiner Interpretation den Staub weggeblasen, der sich im Laufe der Zeit über die Legende Münchhausen gelegt hat. Ich freue mich sehr auf Jytte-Merle Böhrnsens Darstellung des alten Münchhausen. Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, die Rolle von einer Frau spielen zu lassen, aber Jytte hat mich von der ersten Minute an überzeugt, dass sie dafür die Richtige ist“, schwärmt Woelffer.

Matthias Freihof, dessen Regiearbeit „Ganze Kerle“ vor einigen Jahren bereits erfolgreich an der Komödie lief, spielt den Psychoanalytiker Sigmund Freud. „Vollblut-Komiker Marcus Ganser wird in der Rolle des Mediums die Lacher auf seiner Seite haben“, ist sich Woelffer sicher.

Darum geht’s

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs landet ein alter Mann in einem Ballon auf dem Dach des Buckingham Palastes. Er stellt sich als Baron Münchhausen vor. Der englische Geheimdienst beißt sich an ihm die Zähne aus und beschließt, eine Kapazität, die sich zu dem Zeitpunkt in London im Exil befindet, zu Rate zu ziehen: den Psychologen Sigmund Freud. Der ist anfangs gar nicht begeistert davon, seine letzten Tage mit einem Wahnsinnigen zu verbringen, willigt jedoch – nicht ganz freiwillig – schließlich ein. Zuerst scheitert auch er mit seiner Analyse, doch dann entdeckt er Tatsachen und Fakten in den offensichtlichen Märchen des Barons. Er fragt nach und die beiden völlig unterschiedlichen Charaktere beginnen, sich näher zu kommen, während Realität und Fiktion verschwimmen.

Jytte-Merle Böhrnsen und Matthias Freihof übernehmen Hauptrollen

Jytte-Merle Böhrnsen spielt den alten Münchhausen. „Ich freue mich sehr auf sie. Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, die Rolle von einer Frau spielen zu lassen, aber Jytte hat mich von der ersten Minute an davon überzeugt, dass sie dafür die Richtige ist“, schwärmt Woelffer. Seit einigen Jahren ist sie auch als Drehbuchautorin tätig. Insbesondere der Kinderfilm liegt ihr am Herzen: So gewannen schon zwei Filme, an denen sie am Drehbuch beteiligt war, die goldene Lola beim Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Kinderfilm: der Abenteuerfilm „Amelie rennt“ und der historische Familienfilm „Der Pfad“.
„Mit Matthias Freihof haben wir die perfekte Besetzung für die Rolle des Freud gefunden“, ist sich Woelffer sicher. Vollblut-Komiker Marcus Ganser wird in der Rolle des Mediums die Lacher auf seiner Seite haben. Karina Krawczyk erinnert in der Rolle einer MI6-Agentin an Miss Moneypenny aus den James Bond-Filmen. Max Ortner spielt einen ihr ergebenen Vollzugsbeamten.

Regisseur Andreas Gergen

Regie führt Andreas Gergen der bereits über 100 Opern, Operetten, Musicals und Schauspiele von „La Traviata“ (Haus für Mozart, Salzburg) über „Viel Lärm um nichts“ (Salzburger Landestheater) bis „Der Schuh des Manitu – Das Musical“ (Deutsches Theater München) inszenierte. Er war Geschäftsführer und künstlerischer Direktor des Berliner Schlosspark Theaters und setzte dort die Europäische Erstaufführung des Broadway-Hits „Pinkelstadt“ („Urinetown-The Musical“), die Kollo-Operette „Wie einst im Mai“ und „Die Drei von der Tankstelle“ von Werner Richard Heymann in Szene.

Flix

Anfang August ist das „Humbold-Tier“, der neueste Comic von Flix erschienen. Es ist eine Hommage an die frankobelgische Comiclegende das Marsupilami. Er lässt darin das Comic-Wundertier in Palumbien auf einen exzentrischen Alexander von Humboldt treffen und versetzt das energetische Tier dann ins Berlin der Weimarer Republik, wo es nicht nur das Naturkundemuseum auf den Kopf stellt …


Münchhausen

Von: Sönke Andresen
Nach dem Comik von: Flix / Bernd Kissel

Uraufführung an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm: Sonntag, 25. September 22
(Voraufülrungen: 23. und 24. September)
bis 23. Oktober 22

Regie: Andreas Gergen
Bühne: Stephan Prattes
Kostüm: Ulli Krämer

Besetzung:

Münchhausen: Jytte-Merle Böhrnsen
Sigmund Freud: Matthias Freihof
Medium: Marcus Ganser
MI6-Agentin McMurphy: Karina Krawczyk
Raymond: Max Ortner

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