Mozarts Oper »La clemenza di Tito« am Statstheater Augsburg

La clemenza di Tito ~ Staatstheater Augsburg ~ Vorabbild ~ © Natan Berkowicz

Nach vielen Jahrzehnten ist Mozarts letzte Oper »La clemenza di Tito« ab dem 23. Oktober 2021 wieder einmal in Augsburg zu erleben: Sie trägt dabei die Handschrift des polnischen Regisseurs Wojtek Klemm, der im Stoff Parallelen zu unserer Zeit und ihren Herrschaftsstrukturen entdeckt. Das Sängerensemble des Staatstheater Augsburg wird für »Tito« verstärkt durch den renommierten Tenor Mirko Roschkowski.

Der polnische Regisseur Wojtek Klemm stellte sein genaues Auge für politische Prozesse und menschliche Abgründe bereits 2018 in seiner gefeierten Schauspielinszenierung von Euripides‘ »Die Orestie« im martini-Park unter Beweis. Als Fachmann für komplexe und politisch brisante Themen kehrt er nun im Musiktheater ans Staatstheater Augsburg zurück, mit einer »La clemenza di Tito«-Inszenierung, für die er auch narrative Video-Sequenzen als erzählerisches Mittel nutzt. Dabei spürt Klemm in der Auseinandersetzung mit der Oper Fragen nach, die an Aktualität nichts eingebüßt haben: »Kann es überhaupt Macht ohne Mißbrauch geben? Gibt es gute Herrscher? Wie aktuell ist diese Frage heute in der Zeit von Fake News, Despoten und konservativem Backlash?«

Mit dem Tenor Mirko Roschkowski ist für diese Inszenierung ein Spezialist für die großen Mozartpartien in Augsburg zu Gast. In Rollen wie Titus, Mitridate, Idomeneo u. a. brillierte er bereits auf vielen großen deutschen Bühnen. Er gastierte bereits an der Semperoper in Dresden, der Berliner Staatsoper unter den Linden, der Volksoper Wien u.v.m. Mehr zu seiner Biografie hier: Mirko Roschkowski.

Außerdem feiern, mit Sally du Randt (Vitellia), Natalya Boeva (Sesto), Jihyun Cecilia Lee (Servilia) und Stanislav Sergeev (Publio), in dieser Inszenierung auch lang vermisste Publikumslieblinge des Staatstheaters ihr Wiedersehen mit dem Publikum. Die Partie des Annio übernimmt die u. a. im Rhein-Main-Gebiet, wie etwa im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, sehr erfolgreich tätige Mezzosopranistin Ekaterina Aleksandrova.

Über »La clemenza di Tito«:

Mit dieser Oper schuf Wolfgang Amadeus Mozart anlässlich der Krönung Leopolds II. einen sogenannten »Fürstenspiegel«, der den emotionalen Motivationen der Figuren aus dem Metastasio-Libretto genau nachspürt und für deren innere Zerrissenheit größte Empathie weckt. Machtbestrebungen und private Interessen vermischen sich in dieser Oper zu einem kaum aufzulösenden Konflikt. In beständigen Perspektivwechseln zeigt sich ein Rom, dessen Regierungssystem in seinen Grundfesten erschüttert wird, während sich die Protagonist:innen an ihren privaten Begierden abarbeiten. Und über allem schwebt die Frage, ob es »gute Menschen« und »gute Herrschaft« geben kann.

Werkstatt zu »La clemenza di Tito«

Bereits am Dienstag, den 19.10. gibt es, nach einer kurzen Einführung in die Inszenierung, die exklusive Gelegenheit, schon vor der Premiere einen Blick auf die Probenarbeit zu »La clemenza di Tito« zu werfen (18:30 Uhr, Treppenfoyer martini-Park).

Die Besetzung und Vorstellungstermine finden sich unter: staatstheater-augsburg.de