Monatsüberblick Dezember 2023 der Kulturstadt Hamburg

Hamburger Rathausmarkt (© Mediaserver Hamburg / Ingo Boelter)

In Hamburg wird in Vorbereitung auf Weihnachten nicht nur der Plätzchenteig angerührt, sondern auch in der Kultur wird kräftig durchgemischt: Unter dem Motto „Mischen is possible“ zeigt die neue Kampagne der Kulturstadt Hamburg, wie zwischen Alster und Elbe kreative Kultur-Mischungen für immer neue Abwechslung sorgen. Hier haben Hoch- und Unterhaltungskultur keine Berührungsängste: morgens Museum, nachmittags Kino, abends Theater und nachts in den Club. Jeden Tag wird aufs Neue durchgemischt und Grenzen verwischt.

„Mischen is possible“, das gilt auch für diesen Newsletter: In der aktuellen Ausgabe bringen wir winterliche Kulturerlebnisse, Kunst und Ausstellungen, Theater- und Tanzpremieren sowie Musiklegenden zum Jahresabschluss und in einem perfekten Remix zusammen.

Der vollumfängliche Veranstaltungskalender der Kulturstadt Hamburg findet sich wie immer online unter www.kulturstadt.hamburg, passende Reiseinspirationen und -angebote gibt es unter www.hamburg-tourismus.de/kultur.


Kunst & Ausstellungen

Das Beste kommt zum Schluss: Zum Jahresende präsentiert die Hamburger Kunsthalle eine große Jubiläumsausstellung zu Ehren von Caspar David Friedrich. Außerdem mischen bei den Kunst-Highlights eine kleine Galerie sowie zeitgenössische Kunst mit.

Caspar David Friedrich in der Hamburger Kunsthalle

Anlässlich des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich präsentiert die Hamburger Kunsthalle vom 15. Dezember bis 1. April die Jubiläumsausstellung „CASPAR DAVID FRIEDRICH. Kunst für eine neue Zeit“. Sie bietet mit über 60 Gemälden und rund 100 Zeichnungen sowie ausgewählten Arbeiten seiner Künstlerfreunde die umfangreichste Werkschau des bedeutendsten Künstlers der deutschen Romantik seit vielen Jahren. Die Ausstellung bildet den Auftakt zum Caspar David Friedrich-Festival, das die Hamburger Kunsthalle in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie in Berlin und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden umsetzt und das mit umfangreichen gegenseitigen Leihgaben einzigartige Präsentationen unterschiedlicher Aspekte seines Werks ermöglicht. hamburger-kunsthalle.de

Jesus liebt! in der Nissis Kunstkantine

Rosa von Praunheim ist Film- und Theaterregisseur, Produzent, Autor, Professor sowie Aktivist, öffentlicher Wegbereiter und Mitbegründer der LGBTQ-Bewegung in Deutschland. Als Gast der Kunstkantine zeigt er vom 3. Dezember bis 4. Januar sein malerisches Oevre in der Ausstellung „Jesus liebt!“. Heiligenbilder und homosexueller Anal- und Oralverkehr auf einer Leinwand: Aus der Kulturkirche in St. Egidien zu Nürnberg verbannt und bisher nur auf toleranten Pride-Veranstaltungen zu sehen, ziehen die provokanten Kunstwerke in das Bernsteinzimmer der HafenCity ein. Auch eine Filmvorführung mit anschließendem Künstler-Gespräch im Abaton-Kino gehört zum Programm. nissis-kunstkantine.de

„Margit Jäschke – Kairos“ im Museum für Kunst & Gewerbe (MK&G)

Das 30-jährige Schaffen von Margit Jäschke (* 1962) ist in der zweiten Ausstellung der 2022 initiierten Reihe „Contemporary Craft“ vom 29. November bis 28. April im MK&G zu sehen. Mit 230 Arbeiten wird es die bisher größte Einzelausstellung der vielfach ausgezeichneten Künstlerin, die sich selbst als Wandlerin zwischen den Kunstwelten bezeichnet: Jenseits der Grenzen von Schmuck, Installation, Malerei und Skulptur hat sie ein ganz eigenständiges Werk realisiert. Dabei unterscheidet sie nicht zwischen tragbarem Schmuck und autonomem Kunstwerk; grafische Elemente finden sich in ihren Schmuckstücken und umgekehrt wird Schmuck zum Bestandteil ihrer Malerei und Collagen.

hamburg.de


Winterliche Kulturerlebnisse

Die Zutaten für die Hamburger Kultur-Weihnachtsmischung sind glitzerndes Showvergnügen, unterhaltsame Comedy, mitreißende Akrobatik und die ganze Bandbreite der klassischen Musik.

Weihnachtsoratorium des Ensemble Resonanz

Das Ensemble Resonanz präsentiert Bachs Weihnachtoratorium inszeniert als Hausmusik unter Freund*innen. Ohne großen Chor und in kleiner Besetzung bearbeitete das Hamburger Streichensemble und Ensemble-in-Residence der Elbphilharmonie dreißig Arien, Rezitative, Chöre und Choräle aus Bachs Meisterwerk in einer ganz eigenen Version. Die Partitur bleibt unangetastet, E-Gitarre und Hammond-Orgel im Continuo, nur eine Trompete und das ganze Ensemble stimmt bei den Chorälen mit ein. So klingt Hausmusik beim Ensemble Resonanz – zu erleben am 11. Dezember in der Laeiszhalle sowie auf Tour in der Kölner Philharmonie, im Zughafen Erfurt und im Prinzregententheater München. ensembleresonanz.com

Winterliche Showerlebnisse in Hamburg

Besinnliche Weihnachten schön und gut – in Hamburg heißt es in der dunklen Jahreszeit einmal mehr: Showtime! Bei „Weihnachten in der Heißen Ecke“ (18.11.-26.12.) stimmen sich Hannelore und ihre Crew zwischen Geschenkewahnsinn und Glühweinrausch auf das Fest der Feste ein, während nebenan im Schmidt Theater bei „Schmidts Winterglitzer“ (23.11.-27.1.) ein kitschig-schräges Showspektakel aus wunderbaren Songs, Comedy, beeindruckenden Choreografien und begnadeter Artistik geboten wird. Als wäre das nicht genug Weihnachtstrubel setzt das Winterspektakel (16.12.-07.01.) auf der Bahrenfelder Trabrennbahn noch einen drauf: Die 70-minütige Show „Bilder im Kopf“ bietet Akrobatik zum Staunen gemischt mit immersiven Effekten, anrührender Komik und viel Live-Musik. tivoli.de

Ein Wintermärchen in der Elbphilharmonie

„Same Procedure as every year, Katharina!“ heißt es im Großen Saal der Elbphilharmonie, wenn vom 22. bis 26. Dezember »Ein Wintermärchen« in einem abwechslungsreichen literarisch-musikalischen Wechselspiel beliebte deutsche Weihnachtslieder und -texte zu einem ganz besonderen Programm vereint. Katharina Thalbach wirft mit ihrer unverwechselbaren Stimme und ihrer unnachahmlichen Schauspielkunst immer wieder auch einen humorvoll-kritischen Blick auf das Fest der Liebe. Ihr zur Seite stehen das Belgrade Chamber Orchestra rund um Oboist Albrecht Mayer und die Sopranistin Anna-Lena Elbert. elbphilharmonie.de


Musik, Theater & Tanz

Neues und Altes bunt gemischt – von spannenden Theater- und Tanz-Premieren bis zu großen Musikerlegenden zeigt sich auf Hamburgs Bühnen im Dezember die ganze Vielfalt der Kulturmetropole.

Premieren im Dezember

Das Jahr ist schon alt, doch auf den Hamburger Bühnen gibt es von Theater bis Tanz im Dezember viel Neues zu sehen. Mit „No Horizon“ feiert am 2. Dezember der japanische Theaterkünstler, Autor und Regisseur Toshiki Okada im Thalia Theater die Uraufführung seines neuen Werks. Direkt um die Ecke im monsun.theater öffnet sich am 8. Dezember der Vorhang erstmals für „Faces“. In der neuen Tanzperformance von Anngret Schultze werden Tanz, Sprache, 3D-Animationen und zwischen Hyperpop und Techno oszillierende Soundscapes zu einer Performance zum Thema Identität, Digitalität und Konsumierbarkeit verwoben. Klassischer geht es dagegen in der Hamburgischen Staatsoper bei „Jane Eyre“ zu. John Neumeier hat Cathy Marstons Fassung nach dem Romanklassiker von Charlotte Brontë eingeladen, die Deutschlandpremiere des Stücks am 3. Dezember mit dem Hamburg Ballett zu feiern. Und damit gleichzeitig die vorletzte Premiere seiner Intendanz. Alle Premieren der Hamburger Theater finden sich online unter theater-hamburg.org.

Hempel’s Beatles Show im St. Pauli Theater

Am 1., 6. und 12. Dezember begrüßt Hamburgs Beatles Expertin und Singer-Songwriterin Stefanie Hempel mit ihrem Trio „The Silver Spoons“ ihr Publikum im St. Pauli Theater zu einem Abend voller Musik, Anekdoten, Comedy, Poetry und St. Pauli-Geschichte rund um die beste Band aller Zeiten. Die Silver Spoons haben schon mit König Charles und Camilla, mit Otto Waalkes und Udo Lindenberg gesungen. Jetzt bringen sie die Schönheit der dreistimmigen Harmonien der Beatles auch auf die Bühne des St. Pauli Theaters. An jedem der Abende steht ein Stargast mit auf der Bühne – von Zeitzeugin Rosi Sheridan McGinnity über Gustav Peter Wöhler als Beatles Nikolaus bis zu Rolf Zuckowski. st-pauli-theater.de

30 Jahre SELIG in der Großen Freiheit 36

Alles begann in einer Kneipe auf St. Pauli im Frühjahr 1993. Jan Plewka und Christian Neander beschlossen, eine Band zu gründen. Ihre ersten Songs sind geschrieben, und so laden die beiden Leo Schmidthals, Stoppel Eggert und Malte Neumann in den Proberaum ein. Es ist Liebe auf den ersten Ton. Ihr Sound ist beeinflusst von Nirvana, Led Zeppelin und den Black Crowes. Und sie sind die Ersten, die diesen mit deutschen Texten kombinieren. Die Musikpresse nennt es German Grunge oder Hippie Metal. Außergewöhnliche Videos und eine starke Live-Präsenz sorgen für Aufmerksamkeit und unzählige ausverkaufte Konzerte und Auftritte bei den größten Festivals. Mit einer großen Tour feiern Selig in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag und zum Abschluss geht es mit gleich zwei Konzerten zurück zu den Wurzeln – am 14. und 15. Dezember rocken die vier Musiker die Große Freiheit 36 auf St. Pauli. seligmusik.de


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