Mit Heike Makatsch und Sibel Kekilli: ZDFkultur zeigt neue Folgen der Webserie “FilmFrauen”

Heike Makatsch (© ZDF und MARC VORWERK)

ZDFkultur setzt die für den Grimme-Preis nominierte Webserie “FilmFrauen. Die Interviews” mit zwei neuen Folgen fort. Diesmal ergänzen überraschend intime Gespräche mit Heike Makatsch und Sibel Kekilli die zweite Staffel, die im Februar mit Palina Rojinski, Désirée Nosbusch, Caroline Link und Annette Frier begann. Die beiden neuen Folgen werden zu den Internationalen Filmfestspielen von Venedig veröffentlicht und sind ab Donnerstag, 10. September 2020, abrufbar unter: zdf.de/kultur/filmfrauen-die-interviews.

In “FilmFrauen. Die Interviews” sprechen prominente Regisseurinnen, Schauspielerinnen und Drehbuchautorinnen über ihre Erfahrungen im Filmbusiness. Charmant und witzig, selbstkritisch und nachdenklich geben sie in jeweils rund 10- bis 15-minütigen Gesprächen persönliche Einblicke in ihre Arbeit und in ihr Leben. Sie erzählen amüsante Anekdoten, berichten von Schlüsselerlebnissen in ihrer Karriere – und machen klar, wo sich noch immer strukturelle Benachteiligungen von Frauen in der Branche zeigen. Was hat die #MeToo-Debatte bewirkt? Wie sehen die “FilmFrauen” die Gender Pay Gap, gegen die ihre Kolleginnen in Hollywood zu Felde ziehen?

Heike Makatsch erklärt zudem, warum Mädchen mittlerweile cooler sind als Jungs und was sie sich als Schauspielerin wünscht: “Ich bin immer auf der Suche danach, dass ein Regisseur oder eine Produktion Freude daran hat, mich anders zu sehen als das, was gerade schon lief.” Und sie verrät, dass es ihr beim deutschen Film manchmal an Mut fehlt: “Klar möchte man gerne tolle Drehbücher mit differenzierten Figuren und einem vorher nie dagewesenen Plot lesen. Drehbücher, die sich was trauen, Grenzen überschreiten, die gesellschaftlich relevant sind. Das findet man selten. Und ich glaube, das ist ein Spiegel der Zeiten, in denen wir leben.”

Sibel Kekilli schwärmt von ihren Erfahrungen in internationalen Produktionen, erinnert sich an ihren ersten Filmpreis und verrät, dass sie sich als Schauspielerin manchmal etwas mehr Verständnis wünscht: “Ich habe das so oft gehört: ‘Du bist emotional. Du bist zu sensibel.’ Hey, Moment, du möchtest, dass ich alles für diese Rolle und für diesen Regisseur gebe, und dann darf ich aber nicht sensibel sein? Nicht emotional sein? Wie soll denn das funktionieren?” So sehr sie ihren Beruf liebt, stehen ihrer Ansicht nach doch noch einige Veränderungen in der deutschen Filmwelt an. So sei beispielsweise die #MeToo-Debatte nach bisher nur an der Oberfläche behandelt worden. Außerdem bemerkt Sibel Kekilli, dass weder die Geschichten noch die Besetzung in deutschen Filmen die Realität widerspiegelten: “Man sagt ja immer, ab einem bestimmten Alter verschwinden die Frauen aus den Filmen, aus der Filmbranche. Schlimm genug. Und wenn man jetzt noch genauer hinguckt: Haben wir in der Filmbranche überhaupt Schauspielerinnen über 50 mit Migrationshintergrund? Guckt mal zum Vergleich auf die Straße, wie viele Frauen über 50 mit Migrationshintergrund es gibt!”

zdf.de