MiR.LAB in Gelsenkirchen wird am 9. Februar 24 eröffnet

Das Foto ist Titelmotiv des Spielzeitheftes sowie optisches Leitmotiv der Spielzeit 23.24 am MiR (© Katharina Kemme)

Am gestrigen Mittwoch, 13.12., stellten der Künstlerische Betriebsdirektor und Stellvertretende Intendant des MiR Norman Warmuth und die Künstlerische Leiterin des MiR.LAB Nora Krahl in Anwesenheit von Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Karin Welge das MiR.LAB der Öffentlichkeit vor.

In der Spielzeit 2023/24 entsteht mit dem MiR.LAB mitten im Zentrum der Stadt Gelsenkirchen ein neues Labor zur Erforschung und Transformation von Musiktheater, digital und analog.

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat im Rahmen des Förderprogramms NEUE WEGE, wird das MiR.LAB als Teil des Musiktheater im Revier aufgebaut.

Das Labor hat zum Ziel, neue Formate zur Vereinigung von Kunst, Musik, Digitalisierung und Demokratisierung zu entwickeln. Dafür legt das MiR.LAB seine Schwerpunkte zum einen auf die künstlerische Erforschung digitaler Technologien mit Hilfe von VR- und AR-Features, Avataren und Cheatern, Hologramm Chören und Worldbuilding, zum anderen auf die Begegnung mit der Stadtgesellschaft, auf deren Ansprüche, Forderungen und offenen Fragen an Musiktheater, um gemeinsame Visionen für ein Musiktheater der Zukunft zu entwickeln, in dem sich unterschiedlichste Menschen wiederfinden können.

In verschiedenen Räumen wird im MiR.LAB nach neuen Formaten, seltsamen Geschichten und diversen Akteur*innen gesucht. Gemeinsam mit Künstler*innen, Puppenspieler*innen, Techniker*innen, Tänzer*innen, Programmierer*innen oder Musiker*innen des MiR, kann im LAB mit Oper und Cyborgs, Künstlicher Intelligenz oder Games experimentiert werden. Dabei entwickelt das LAB Erlebniswelten, die herkömmliche Genre-Grenzen im Theater und der Musik durchbrechen und in digitalen Welten spielen. „In einem partizipativen Prozess mit der Belegschaft entstanden, öffnet das MiR.LAB dem Theaterbetrieb ganz neue Perspektiven.

Gemeinsam mit interessierten Menschen Gelsenkirchens und darüber hinaus, kann hier ein zukünftiges Musiktheater erprobt werden, welches in der immer rasanteren Transformation von Kunst und Gesellschaft Brücken baut zwischen Publikum, Technik und künstlerischem Ausdruck. Heute beginnt eine spannende Reise in die Zukunft!“, ist Generalintendant Michael Schulz überzeugt.

Das MiR.LAB nutzt Musiktheater als Plattform für diverse Communities. Um einen multiperspektivischen (Cyber)space für Musiktheater zu schaffen, braucht es radikale Teilhabe und direkte Begegnungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Musiktheater wird gemeinsam mit den Usern gedacht, damit viele verschiedene Geschichten und Realitäten darin Platz haben. Neben künstlerischen Entwicklungen lädt das Labor zu Workshops, Audiowalks oder LAN-Partys in und mit der Stadt ein und will ein Ort für die Begegnung und den kreativen Austausch lokaler Communities werden. An ein bis zwei Tagen der Woche öffnet das MiR.LAB seine Türen zum Ausprobieren, Fordern und Verweilen.

Die Eröffnung

Wie viel Platz zum Träumen gibt es in Gelsenkirchen? Und wer kann sich das Träumen überhaupt leisten? Am 9. Februar 2024 eröffnet das MiR.LAB mit einem großes Fest unter dem Motto DREAM MACHINE. Auch am 10. Februar wird das LAB von 12-18 Uhr für die breite Stadtöffentlichkeit zugänglich sein, um sich kennen zu lernen. An den beiden Tagen können geladene Gäste und Besucher*innen in verschiedenen Stationen die Räume erkunden und gemeinsame Visionen für einen bisher unscheinbaren Ort in der Stadt entwickeln.

Neben performativen Beiträgen und Installationen besteht die Möglichkeit, das MiR.LAB mit zu gestalten und in kreativen Workshops – sowohl mit digitalen Tools als auch vor Ort von Mensch zu Mensch – nicht nur zuzuschauen, sondern Teil der LAB.Community zu sein. Beim gemeinsamen Community Dinner und anschließender Game Night am 9. Februar werden erste Kontakte zwischen Stadtgesellschaft und MiR.LAB geknüpft.

Ausblick

Mit der Eröffnung wird das MiR.LAB erstmals in der Stadt sichtbar und für die Gelsenkirchener*innen greifbar. Damit das Labor erfolgreich experimentieren kann, sucht das Team nach Verbündeten in der Stadt. Gemeinsam mit der lokalen Szene, Vereinen und Institutionen sollen interkulturelle, interdisziplinäre und spannende Projekte und Fragestellungen einen Beitrag zu Gelsenkirchens Kulturlandschaft leisten. Was das MiR.LAB für Gelsenkirchen bedeuten kann, beschreibt Oberbürgermeisterin Karin Welge: „Hier wird den Bürgerinnen und Bürgern zugehört, sie können ihre Ideen einbringen und neue Ideen vor Ort entwickeln. Ein Musiktheater, das nicht nur dem treuen Stammpublikum, das mehrfach pro Woche die MiR-Ränge füllt, hochklassige Musik und große Oper bietet, sondern sich auch hinaus wagt aus den gewohnten Klangmauern, das ist echt ein Musiktheater der Zukunft.“

In einem ersten Projekt wird sich das MiR.LAB in einem XR-Musiktheater mittels VR-Brillen für das Publikum mit der Verschmelzung von realer und virtueller Welt auseinandersetzen. Für Sommer 2024 plant das MiR.LAB die Erweiterung von Musiktheater in den Stadtraum. Mit Hilfe von Augmented Reality sollen Formen von City Walks mit Interaktionen des Publikums erarbeitet werden. Es möchte sich erträumten Fassaden, animierten Bushaltestellen und singenden Parkbänken widmen und gemeinsam mit Menschen aus der Stadtgesellschaft erforschen, für wen die Stadt gemacht ist und ob sie nach den Wünschen ihrer Nutzer verändert werden kann.

Das Team

Das Team besteht aus Nora Krahl (Künstlerische Leitung), Bar?ş Pekça?l?yan (Creative Coding, Technische Leitung), Friederike Brendler (Dramaturgie) und Norman Henke (Kaufmännische Projektbegleitung) und vereint künstlerische Kompetenzen aus den Bereichen Regie, Komposition, Performance, Digitalität und Wissenschaft. Nach der unmittelbaren Startphase des MiR.LAB wird das Team um zwei weitere Mitarbeitende für die Entwicklung partizipativer Formate und digitalen Strategien für die Öffentlichkeit ergänzt.

musiktheater-im-revier.de