»Messiah« – das Oratorium von Georg Friedrich Händel in der HfMDK Frankfurt

© HfMDK Frankfurt

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Abstinenz lädt die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK) erstmals wieder zum Weihnachtskonzert. Traditionell durch die Gesangsklassen initiiert, findet es in diesem Advent in einem großen Kooperationsprojekt mit dem Kammerchor der HfMDK und dem Orchester der HIP-Abteilung gleich an zwei Abenden hintereinander statt. Am 13. Dezember hört das Publikum unter der Leitung von Florian Lohmann Georg Friedrich Händels berühmtes Oratorium „Messiah“ in der englischen Originalsprache (leicht gekürzt).

Die einzelnen Arien übernehmen verschiedene Studierende der Gesangsabteilung. Die 35 Mitglieder des Kammerchores, die sich in einem Vorsingen für das Projekt qualifiziert haben, studieren an der HfMDK in den Studiengängen Gesang, Kirchenmusik, Lehramt und Künstlerische Ausbildung. Etwa die Hälfte von ihnen wird auch solistisch zu erleben sein, denn die Arien und Rezitative sind unter den Mitgliedern des Kammerchores aufgeteilt.

Begleitet werden sie von einem rund 20köpfigen Orchester der HIP-Abteilung auf historischen Instrumenten. Das zweite Konzert wird von insgesamt zehn Studierenden der Chorleitungsklasse (Kirchenmusik & Master Chorleitung) geleitet.

Zwei großartige Konzertabende, an denen die Besucherinnen und Besucher jede Menge junger Künstler*innen erleben können …..

Den „Messias“ von Georg Friedrich Händel kennen sicherlich viele. Aber unter welchen Umständen der damals 56jährige – durch heftige künstlerische Krisen gebeutelt und gerade dem Tod entgangen – sein berühmtestes Werk komponierte, wissen nur wenige. Innerhalb von drei Wochen schuf Händel in „grenzenloser Hochstimmung, fast Erdentrücktheit“ (Arnold Schering) ein Oratorium – volkstümlich und dramatisch zugleich, erhaben, tief religiös und voller barocker Pracht und Sinnlichkeit. „Dieses Oratorium übertrifft bei weitem alles, was je in dieser Art in diesem oder einem anderen Königreich aufgeführt worden ist. Worte vermögen die Ergriffenheit des Publikums nicht auszudrücken“, so der Dublin News-Letter nach der sensationell bejubelten Uraufführung in Dublin. Die Begeisterung für den „Messiah“ hält bis heute ungebrochen an. Sein Geheimnis: Händel verstand es meisterhaft, die Textgrundlage in extrem klare, starke musikalische Affekte umzusetzen, die sich dem Publikum leicht erschließen und dabei immer Größe und Tiefgang bewahren.

Der „Messias“ gilt als Prototyp des Oratoriums, dabei weist das Werk für diese Gattung eher untypische Merkmale auf: Der „Messias“ ist ein Oratorium ohne Handlung. In den drei Teilen „Verheißung des Messias und Geburt Jesu“, „Passion und Auferstehung“ und „Erlösung“ läßt der Textdichter Charles Jennens das Geschehen eher reflektieren als darstellen.  So kann der einzelne Mensch die theologische Botschaft des Christentums deutlich fassen.

Die stilistische Vielfalt des Werkes – mit Elementen der Oper, der Kantate, der Passion, des Konzertes und des Anthems – erschwerte dem zeitgenössischen Publikum die eindeutige kirchenmusikalische Einordnung. Darum erklang der „Messias“ nach seiner Uraufführung im Jahre 1742 zwar auf etlichen britischen Theaterbühnen, jedoch erst neun Jahre später erstmals in einer Kirche.


Messiah

Oratorium von Georg Friedrich Händel, in englischer Sprache
Solist*innen und Kammerchor der HfMDK
Orchester der Historischen Interpretationspraxis (HIP) der HfMDK
Leitung: Florian Lohmann (13.12.), Studierende der Chorleitungsklasse und Kirchenmusik (14.12.)

Dienstag & Mittwoch, 13. & 14. Dezember, jeweils 19.30 Uhr / Großer Saal
Eschersheimer Landstraße 29,60322 Frankfurt am Main
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, freie Platzwahl
Einlass: 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

Online-VVK unter: eventim-light.com
Der VVK endet am Tag der Veranstaltung um 13 Uhr (bei VA am Wochenende freitags).
Abendkasse: Plätze nach Kontingent verfügbar

Für alle Veranstaltungen gelten die tagesaktuellen gesetzlichen Bestimmungen. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig auf hfmdk-frankfurt.de.

Das Konzert am 13. Dezember kann auch im Livestream auf YouTube erlebt werden youtu.be).