MARIA – eine Frau mit vielen Gesichtern. Die neue Hochschul-CD der HfMDK Frankfurt ist da

Foto: Rebecca Hahn

Die neue CD der HfMDK mit Chorgesöngen durch die Jahrhunderte liegt vor. Mit dem Kammerchor und lnstrumentalisten der HfMDK unter der künstlerischen Gesamtleitung von Florian Lohmann. Gefördert durch die Deutsche Bank Stiftung

Die CD kann zu 5.- Euro online erworben werden unter: t1p.de/Eventim-HfMDK

Einen ersten Eindruck vermittelt der dreiminütiae Trailer mit Wort- und Tonbeitrâqen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler auf dem YouTube-Kanal der HfMDK ()

MARIA – eine Frau mit vielen Gesichtern. Gläubige Jüdin, verehrte Heilige und Mutter, die ihren Sohn qualvoll sterben sehen musste. Die Kompositionen für Kammerchor aus fünf Jahrhunderten machen diese lebendig: inniglich. Schmerzerfüllt, hymnisch strahlend und berührend.
Die künstlerische Gesamtleitung hatte Florian Lohmann.

An Maria, die Gottesmutter, richtet Palestrina im 16. Jahrhundert seinen Hymnus Salve Regina. Er preist sie als Königin, als Hoffnung, zeige doch Maria mit der Geburt des Jesuskindes den Weg aus dem Elend auf.

Der Norweger Knut Nystedt ruft viel später in seinem Sancta Maria die Heilige an. Durch die solistische Besetzung in dieser Aufnahme kann der Beginn kaum inniger sein, er mündet in ein hymnisches Halleluja.

Maria als liebevolle Mutter und Beistand in der Not: Der Brite Gustav Holst vertonte das Gebet Ave Maria als 26-jähriger Student und widmete es dem Andenken seiner Mutter.

A Hymn to the Virgin ist Benjamin Brittens frühestes geistliches Werk. Textvorlage ist ein mittelalterliches Gedicht. Später vertonte er sieben Gedichte des britischen Lyrikers Gerard Manley Hopkins unter dem Titel Ad majorem Dei gloriam, zur größeren Ehre Gottes. Prayer I ist ein inniges, klanglich dichtes Gebet, während Britten im packenden Rosa Mystica Beschwörung des Rätselhaften und Loblied verbindet.

Ave Generosa, ein Hymnus auf die Jungfrau Maria, verfasst von der mittelalterlichen Dichterin Hildegard von Bingen, diente dem in New York lebenden Norweger Ola Gjeilo als Vorlage.

Das „Magnificat anima mea Dominum“ , Marias Lobgesang auf ihren Herrn und Gott aus dem Lukasevangelium, wurde über die Jahrhunderte vielfach vertont. Eckhart Kuper, Instrumentalvirtuose in der Alten Musik und Komponist, verwendet die englische Übersetzung. Seine Komposition auf der CD ist eine Ersteinspielung, die bislang auch noch nicht verlegt wurde.
Domenico Scarlatti stammte aus einer berühmten italienischen Musikerfamilie. Das Stabat Mater ist sein bekanntestes geistliches Vokalwerk. In zehnstimmiger, an Palestrina angelehnten Polyphonie besingt er Marias Schmerz über den gekreuzigten Sohn: „Es stand die Mutter schmerzerfüllt beim Kreuz, tränenreich, während dort ihr Sohn hing.“

Die meisten Stücke der CD wurden bei den Aufnahmen von Prof. Lohmanns Studierenden (der Studiengänge MA Chorleitung und MA Kirchenmusik) dirigiert. In einer Zeit der (durch die Pandemie) eher eingeschränkten Möglichkeiten konnten die jungen Musikerinnen und Musiker so wertvolle dirigentische Erfahrungen sammeln – auch in der Zusammenarbeit mit einem Tonmeister.

Es dirigieren Florian Lohmann, Frederike Sagebiel, Clarissa Eichhorn. Tobias Langwisch, Minsung Kang und Bobin Kim.

Besetzungen des Kammerchors

8er-Ensemble (Palestrina, Nystedt, Holst)
Sopran: Lioba Bröndle, Clarissa Eichhorn, Viola Fricke, Elisabeth Tzschentke
Mezzosopran: Ani Aghajanyan, .Jana Frangart
Alt: Hyejoung Choi, Bobin Kim

12er-Ensemble (Gjeilo, Britten, Kuper)
Sopran: Lisbeth Amberger, Frederike Sagebiel (Solo: Gjeilo) – Elisabeth Stoll
Alt: Bobin Kim, Clara Wacker, Natsumi Witzmann
Tenor: Aaron Schmidt, Dominik Hambel, Sebastian Munsch
Bass: Henrik Schlitt, David-Christian Sixt, Richard Steinert

10er-Ensemble (Scarlatti)
Sopran 1: Annemarie Pfahler. Sopran 2: Kathrin Herrmann
Sopran 3: Thalia Azrak, Sopran 4: Hannah-Dorothea Nollert
Alt 1: Franziska de Gilde, Alt 2: Annina Merz
Tenor 1: Minsung Kang, Tenor 2: Maximilian Kloth
Bass 1: Tim Kuhlmann, Bass 2: Anton Förster
Basso Continuo (Scarlatti)
Mikiya Kaisho, Laute: Ilona Les. Barockcello; Vincent Knüppe. Orgel

Aufnahme: 21. und 22. August 2020 in der Ev.›luth. Wartburgkirche Frankfurt am Main
Tonmeister: Winfried Hyronimus
Produktionsassistenz: David-Christian Sixt

Der Kammerchor der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt
Anspruchsvolle Chorwerke von Renaissance bis Moderne sind das Repertoire des neu gegründeten Kammerchors der HfMDK. Studierende aus allen Fachbereichen erarbeiten unter der Leitung von Prof. Florian Lohmann stilistisch ausgefeilte, brillante, einem homogenen Chorklang verpflichtete Interpretationen. Sie setzen die Chortradition fort, die durch Uwe Gronostay, Helmuth Rilling. Wolfgang Schäfer und zuletzt lange Jahre durch Winfried Toll geprägt wurde. Proben und Dirigat des Chores übernehmen auch Studierende im Fach Chorleitung. Der Chor musiziert in kleiner Besetzung. als kreative Antwort auf die Herausforderungen der Pandemie.

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