Luigi Nonos »Al gran sole carico d’amore« ab 12. März am Staatstheater Mainz

Al gran sole carico d’amore ~ Staatstheater Mainz ~ Chor und Ensemble ~ © Andreas Etter

Schon einmal wurde die Premiere von Luigi Nonos Al gran sole carico d’amore angekündigt, sollte das Musiktheaterwerk doch vor fast genau zwei Jahren am Staatstheater Mainz zur Premiere kommen. Doch dann mussten wir sie – als erste Produktion von vielen – wegen Corona wenige Stunden vor Vorstellungsbeginn abgesagt werden. Das war schmerzhaft. Umso größer ist die Freude, dass nun, fast auf den Tag genau zwei Jahre später, Luigi Nonos groß dimensionierte „Szenische Aktion“ schließlich zur Premiere gebracht wird.

Als Luigi Nono von der Mailänder Scala 1972 den Auftrag erhielt, eine Oper zu schreiben, wählte er keine lineare Erzählung, sondern Szenen gescheiterter Revolutionen und Aufstände des 19. und 20. Jahrhunderts – von der Pariser Kommune, der Russischen Revolution über den Streik Turiner Fiat-Arbeiter*innen bis zu den Ereignissen in Kuba und Vietnam. Dabei setzte er historische Frauenfiguren ins Zentrum wie Louise Michel, die sich 1870 aktiv dem französischen Widerstand anschloss, oder die deutsch-argentinische „Tania“ Tamara Bunke, die dem Kreis der Guerilla-Kämpfer um Che Guevara angehörte.

Neben Texten dieser aktiven Revolutionärinnen verwendete Nono für seine Libretto-Collage Schriften u.a. von Marx, Brecht, Castro und Arthur Rimbaud, dessen Gedicht über den Kampf der Frauen im Paris der 1870er Jahre titelgebend war.

Als politisch denkender Künstler, der 1924 in Venedig geboren wurde und der von der „resistenza“ gegen den Faschismus geprägt war, wurde Nono mit großer Distanz betrachtet – was in der Nachkriegszeit sogar zu einem Boykott deutscher Rundfunkanstalten gegen seine Werke geführt hat. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Komponisten sah er seine Aufgabe darin eine Musik zu schreiben, die sich „bewusst dem historischen Prozess“ stellt.


Al gran sole carico d’amore

(„Unter der großen Sonne von Liebe beladen“)

Von: Luigi Nono
Libretto: Luigi Nono und Juri Ljubimow

Uraufführung 1. Fassung: 4. April 1975 (Mailand, Zeatro alla Scala)
Uraufführung 2. Fassung: 26. Juni 1978 (Frankfurt/M, Oper Frankfurt)

Premiere am Staatstheater Mainz: 12. März (Großes Haus)

Musikalische Leitung: Hermann Bäumer
Inszenierung: Elisabeth Stöppler
Bühne: Hermann Feuchter
Kostüme: Nicole von Graevenitz
Licht: Ulrich Schneider
Klangregie: Joachim Haas / Michael Acker
Dramaturgie: Ina Karr, Christin Hagemann
Choreinstudierung Coro Grande: Sebastian Hernandez-Laverny
Choreinstudierung Coro Piccolo: Léo Warynski

Besetzung:

Soprano 1: Marie-Christine Haase
Soprano 2: Alexandra Samouilidou
Soprano 3: Maren Schwier
Soprano 4: Linda Sommerhage
Alto / Madre: Sanja Anastasia
Tenore 1: Alexander Spemann
Tenore 2: Johannes Mayer
Baritono / Pavel: Brett Carter
Basso 1: Peter Felix Bauer
Basso 2: Florian Küppers

Coro Grande: Chor des Staatstheater Mainz
Coro Piccolo: Les Metaboles, Paris
Live-Elektronische Realisation: SWR Experimentalstudio

Philharmonisches Staatsorchester Mainz

Nächste Vorstellungstermine: 22.03.2022, 1.04.2022, 8.04.2022, 10.04.2022

Alle Spielstätten im Staatstheater Mainz sind aktuell nach den Maßgaben der 3G-Regel komplett geöffnet. Im gesamten Theater gilt Maskenpflicht – am Platz ebenso wie in den Foyers.

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