Lockerung der Regelungen für Frankfurter Kultureinrichtungen bei sinkender Inzidenz gefordert

Kulturdezernentin und Gesundheitsdezernent appellieren ans Land, die Corona-Maßnahmen für die Kultur zeitnah anzupassen

Ina Hartwig, seit 2016 Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt am Main (© Jürgen Bauer ~ juergen-bauer.com)

Seit Montag, dem 7. Juni, gelten durch die fallenden Inzidenzwerte für die Stadt Frankfurt am Main die Regelungen der Stufe zwei der hessischen „Corona-Kontakt-und Betriebsbeschränkungsverordnung“, kurz CoKoBeV. Damit können die bereits seit dem 24. Mai geöffneten Museen und der Zoo Frankfurt Veranstaltungen, Führungen und weitere Vermittlungsangebote in den Innenräumen anbieten. Die Oper Frankfurt und das Schauspiel Frankfurt haben am 11. Juni mit entsprechenden Hygienekonzepten einen eingeschränkten Spielbetrieb gestartet.

„Ich bin sehr froh, dass das kulturelle Leben wieder in unsere Stadt zurückkehrt: Die Museen und der Zoo können besucht werden und nach sieben langen Monaten gibt es endlich auch wieder die Möglichkeit, Oper und Theater live zu erleben. Die Oper und das Schauspiel haben sich mit bewährten Hygienekonzepten auf diesen Moment vorbereitet,“ erklärt Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig. „Umso enttäuschender ist es, dass für den Besuch derzeit immer noch strengere Auflagen gelten als beispielsweise für den Stadtbummel in Geschäften. Höhere Abstands- sowie Testpflichten erschweren vielen Kulturveranstalterinnen und -veranstaltern ihre Arbeit.“

„Die gegenwärtige Landesverordnung lässt Veranstaltungen im Schachbrettmuster leider nicht zu. Wir hatten gehofft, dass die für letzte Woche angekündigte Neufassung der CoKoBeV dem Kulturbereich diese Sitzordnung möglich macht. Aufgrund der sinkenden Infektionszahlen und insbesondere aufgrund der hohen Impfquote halten wir es für verantwortbar und erforderlich, dass die Verordnung entsprechend angepasst wird,“ erklärt Gesundheitsdezernent Stefan Majer.

Kulturdezernentin Ina Hartwig und Gesundheitsdezernent Stefan Majer appellieren an die Landesregierung: „Im Hinblick auf die Wiedereröffnung der Kultureinrichtungen brauchen wir eine klare Kommunikation und Planungssicherheit. Andere Landesregierungen sind diesen Schritt in Bezug auf die Sitzordnung im Schachbrettmuster bei Kulturveranstaltungen bereits gegangen und haben gute Erfahrungen gesammelt. Diese Option sollte es für uns in Hessen nun ebenfalls geben.“

Die Städtischen Bühnen waren beim Karten-Vorverkauf in der vergangenen Woche noch von einer möglichen Verteilung der Sitzplatze im „Schachbrettmuster“ ausgegangen, das heißt, nur jeder zweite Platz ist besetzt, jeweils versetzt pro Reihe. Dies konnte aufgrund der Vorgaben des Landes Hessen nicht umgesetzt werden. Aktuell ist nur eine sehr begrenzte Anzahl von Zuschauerinnen und Zuschauern zugelassen. „Das ist in Anbetracht der niedrigen Inzidenzwerte nicht nachzuvollziehen. Wir knüpfen an ein allgemein bewährtes System an, wird doch auch bei einer Belegung im Schachbrettmuster der Abstand der Besucherinnen und Besucher zueinander gewahrt“, sagt die Kulturdezernentin und fordert gemeinsam mit dem Frankfurter Gesundheitsdezernenten eine Modifizierung der Verordnung zur Ermöglichung des Schachbrettmusters durch das Land Hessen möglichst noch vor den Sommerferien.

„Kaum ein Bereich ist durch die Pandemie so hart getroffen wie die Kultur, was leider beim Krisenmanagement der Landesregierung auch nach mehr als einem Jahr immer noch keine Rolle zu spielen scheint. Das ist schon recht ernüchternd“, so Hartwig und Majer abschließend.