Litauische Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla unterzeichnet bei Deutsche Grammophon

Sie wird gefeiert für ihre Energie und ihren Willen zum Ausdruck – Mirga Grazinyte-Tyla, die jüngste Chefdirigentin der Welt, lenkt den Blick auf weniger bekanntes klassisches Repertorie

Berlin, Ferbruar 2019. Deutsche Grammophon gibt die Unterzeichnung eines langfristigen Exklusivvertrags mit Mirga Grazinyte-Tyla bekannt. Die litauische Künstlerin, Musikdirektorin des City of Birmingham Symphony Orchestra, ist die erste Dirigentin des Labels seit seiner Gründung vor 120 Jahren. Ihre Ernennung durch das CBSO sorgte im Februar 2016 weltweit für Schlagzeilen, nachdem sie – nicht einmal ein Jahr nach ihrem Debüt bei dem Orchester – einstimmig auf einen Posten berufen worden war, den vor ihr Sir Simon Rattle, Sakari Oramo und Andris Nelsons innehatten. Ihre Arbeit mit dem CBSO ist seither von Erfolg gekrönt, nicht zuletzt durch das Charisma der Dirigentin und ihre innovative Programmgestaltung.

Über ihre ersten beiden Spielzeiten in Birmingham schrieb unlängst die Sunday Times, dass »Mirga, wie sie hier überall genannt wird … leidenschaftliche Begeisterung für eine atemberaubende Vielfalt musikalischer Richtungen gezeigt hat und insbesondere eine Vorliebe für das nach ihren Worten ›weniger bekannte klassische Repertoire‹«. Und der Observer nannte sie »faszinierend und durch nichts aufzuhalten«.

Dr. Clemens Trautmann, Präsident von Deutsche Grammophon, erklärt: »Mirga ist eine ganz besondere Musikerin, eine Frau, deren Engagement sich mit unwiderstehlicher Überzeugungskraft vermittelt. Sie hat tiefen Eindruck beim CBSO gemacht, neues Repertoire eingeführt und symphonische Standardwerke in zeitgemäßem Licht erscheinen lassen. Ich bin sicher, dass ihre ersten DG-Aufnahmen neue Hörer ansprechen werden und Maßstäbe setzen.«

Mirgas Einstand bei DG im Mai 2019 ist ein Album mit Orchesterwerken des polnischen Komponisten Mieczyslaw Weinberg. Weinberg wäre im Dezember dieses Jahres 100 Jahre alt geworden; die Aufnahmen entstanden mit großzügiger Unterstützung des Adam-Mickiewicz-Instituts. Mirga dirigiert die Kremerata Baltica in der frühen Symphonie Nr. 2 sowie das CBSO, die Kremerata Baltica und den Violinsolisten Gidon Kremer in der Symphonie Nr. 21 »Kaddish«, die 1991 vollendet wurde und den Opfern des Warschauer Ghettos gewidmet ist. Die Dirigentin wird ferner Musik von Raminta Šerkšnyte mit dem Litauischen Nationalen Symphonieorchester, dem Städtischen Chor Vilnius und der Kremerata Baltica präsentieren. Im Mittelpunkt eines weiteren DG-Projekts steht eine Aufnahme von Werken britischer Komponisten anlässlich des Jubiläums des Orchesters.

»Mit Deutsche Grammophon bin ich aufgewachsen«, sagt Mirga Grazinyte-Tyla. »Es ist wirklich eine Ehre, zu diesem Label zu gehören und Werke aufzunehmen, die für viele Hörer neu sein werden, die Musik von Mieczyslaw Weinberg beispielsweise oder Raminta Šerkšnyte, einem kommenden Star unter den litauischen Komponisten. Beide haben es verdient, von einem großen Publikum gehört zu werden. Gemeinsam mit DG werde ich einige der musikalischen Abenteuer dokumentieren, die das großartige CBSO und ich vorhaben, so feiern wir das 100-jährige Jubiläum des Orchesters mit einem Album, das Meilensteine der britischen Musik des 20. Jahrhunderts bietet. Ich freue mich sehr auf die spannende Zusammenarbeit mit DG und die musikalischen Entdeckungen, die wir zusammen machen können.«

In Vilnius geboren, gehört Mirga Grazinyte-Tyla heute zu den aufregendsten jungen Dirigenten. Sie studierte zunächst Chorleitung und bildende Kunst in ihrer Heimatstadt an der Nationalen Mikalojus-Konstantinas-Ciurlionis-Kunstschule und setzte ihr Studium dann an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz fort, bevor sie ihre Ausbildung als Dirigentin in Bologna, Leipzig und Zürich abschloss. Ihr Durchbruch gelang ihr 2012, als sie den renommierten Salzburg Young Conductors Award gewann. Im Jahr darauf wurde sie Erste Kapellmeisterin am Konzert Theater Bern, und von 2015 bis 2017 war sie Musikdirektorin am Salzburger Landestheater.

Grazinyte-Tyla war Gustavo Dudamel Fellow des Los Angeles Philharmonic Orchestra in der Saison 2012/13, zwei Spielzeiten hindurch Assistenzdirigentin des Orchesters und während der Saison 2016/17 seine Stellvertretende Dirigentin.

Der Vertrag mit Deutsche Grammophon ist ein weiterer Meilenstein in Mirga Grazinyte-Tylas Karriere. Ihre erste Aufnahme für das Label entstand in der Symphony Hall in Birmingham im Rahmen des Weinberg Weekend des CBSO im November 2018.

www.deutschegrammophon.com