Leoš Janáčeks JENŮFA in der Regie von Damiano Michieletto, dirigiert von Simon Rattle und mit Camilla Nylund in der Titelpartie aus der Staatsoper Berlin

Premiere am Samstag, den 13. Februar, als Fernsehübertragung in 3sat, im Stream sowie bei rbbKultur im Hörfunk

Außenansicht der Staatsoper Unter den Linden, Berlin (© Staatsoper Unter den Linden / Marcus Ebener)

Am 13. Februar feiert Leoš Janáčeks JENŮFA in der Regie von Damiano Michieletto, der mit dieser Produktion sein Hausdebüt gibt, dank der Partner Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), 3sat und dem Bayerischen Rundfunk (BR) als Fernseh- und Hörfunkübertragung sowie Stream Premiere an der Staatsoper Berlin.

Die Produktion wird am 13. Februar um 20:15 Uhr live zeitversetzt in 3sat ausgestrahlt, gestreamt (3sat.de, staatsoper-berlin.de) sowie um 20:04 Uhr bei rbbKultur im Radio zu hören sein. Außerdem ist die Oper am 14. Februar um 19:05 Uhr auf BR-Klassik zu erleben.

Die musikalische Leitung hat Simon Rattle inne, der nach AUS EINEM TOTEN HAUS, KATJA KABANOWA und der »Glagolitischen Messe« seine künstlerische Auseinandersetzung mit zentralen Werken von Janáček an der Staatsoper Berlin fortsetzt. Camilla Nylund, die zuletzt als Marschallin in DER ROSENKAVALIER an der Staatsoper Berlin gefeiert wurde, gibt ihr Rollendebüt in der Titelpartie.

»Wir sind unseren Partnern rbb, 3sat, BR, UNITEL und MEZZO TV unendlich dankbar, dass wir in dieser Zeit ein ‚Tor zur Welt‘ bekommen und eine unglaublich faszinierende Oper zeigen können. Es ist so wichtig, dass der Motor der Kultur bestehen bleibt – für unser Haus und die Gesellschaft als Ganzes. Um das zu ermöglichen, steht die Sicherheit aller Beteiligten an erster Stelle. Der Opernbetrieb ist darauf ausgerichtet, Produktionen ins Repertoire aufzunehmen und immer wieder zu gleicher Qualität zum Leben zu erwecken. Es geht also nichts verloren und diese Premiere ermöglicht es uns, die Produktion schon in der nächsten Spielzeit für das Publikum erlebbar zu machen«, Matthias Schulz.

Die Staatsoper Unter den Linden setzt einen umfassenden, bewährten Hygieneplan weiter um, der unter anderem die vorgegebenen Abstandsregeln beinhaltet. Sowohl von der szenischen als auch von der musikalischen Seite wurde konzeptionell reagiert. Zusätzlich wird für die sichere Umsetzung der Produktion eine engmaschige Teststrategie verfolgt. Die Staatsoper richtet derzeit ihren Fokus ganz auf diese Produktion, die ermöglicht, dass es nicht zum völligen Stillstand des Kulturbetriebs kommt.

»The way Janáček wrote the libretto is very epic and makes this story speak to humanity, to everybody. It’s the story of a beautiful girl, who is pregnant and wants to be happy with her lover. The tragedy happens because society has a problem with that – and this leads to brutality. I think it’s very important not to judge the characters and their actions but try to empathize with them and present them in a very complex perspective«, Regisseur Damiano Michieletto.

Die rigiden Moralvorstellungen einer Dorfgemeinschaft setzen eine junge Frau unter Druck: Jenůfa ist schwanger von ihrem Geliebten Števa, der sich jedoch von ihr abwendet und sein Heiratsversprechen zurückzieht. Nachdem das Kind das Licht der Welt erblickt hat, bangt auch ihre Stiefmutter, die Küsterin des Dorfes, um Jenůfas Ruf und ihre eigene Zukunft. Als sich mit Laca ein weiterer Heiratskandidat anbietet, kommt ihr der Gedanke, dass ein Leben ohne das Kind für sie alle besser wäre … Gesellschaftliche Themen, die in Janáčeks Oper von 1904 unter die Haut gehen und in ihrer Tragik und Brisanz auch heute nicht an Aktualität verloren haben. Regisseur Damiano Michieletto fokussiert sich in seiner Inszenierung ganz auf die Figuren und ihre Psychologie. Mit klaren, strengen Bildern über äußere und innere Kälte treibt er JENŮFA jegliche Folklore aus.

Die Musik Janáčeks packt durch enorme Dynamik, rhythmische Kraft und klangliche Vielfalt. Psychologische Extremzustände werden mit ungeheurer Wucht hörbar und das Unfassbare musikalisch unmittelbar erlebbar. Mit der Staatsoper Unter den Linden verbindet JENŮFA (auf Tschechisch »Její pastorkyňa« – »Ihre Stieftochter«) eine besondere Beziehung, denn die Berliner Erstaufführung 1924 brachte dem Werk den endgültigen Durchbruch auf deutschen Bühnen.  

Neben Camilla Nylund in der Titelpartie zählen zum Ensemble: Hanna Schwarz (Die alte Buryjovka), Stuart Skelton (Laca Klemeň), Ladislav Elgr (Števa Buryja), Evelyn Herlitzius (Die Küsterin Buryjovka), Jan Martiník (Altgesell), David Oštrek (Richter), Natalia Skrycka (Frau des Richters), Evelin Novak (Karolka), Adriane Queiroz (Barena) sowie Aytaj Shikhalizada (Schäferin), Victoria Randem (Jano) und Anna Kissjudit (Base), die zum von der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung geförderten Internationalen Opernstudio gehören. Darüber hinaus singt der Staatsopernchor, einstudiert von Martin Wright. Es spielt die Staatskapelle Berlin. Das Bühnenbild hat Paolo Fantin entworfen, die Kostüme stammen von Carla Teti.

JENŮFA

Oper in drei Akten (1904)
Musik und Text von Leoš Janáček nach dem gleichnamigen Schauspiel von Gabriela Preissová
Premiere als Fernseh- und Hörfunkübertragung sowie als Stream in Koproduktion mit rbb, BR, 3sat, UNITEL und MEZZO TV am Samstag, den 13. Februar 2021 um 20:15 Uhr in 3sat und auf 3sat.de, staatsoper-berlin.de sowie um 20:04 Uhr bei rbbKultur (www.rbb-online.de).
Sonntag, den 14. Februar 2021 um 19:05 Uhr auf BR-Klassik


Die Staatsoper dankt den Freunden und Förderern der Staatsoper Unter den Linden und ihren Hauptpartnern BMW und Hilti Foundation herzlich für ihre Unterstützung.