Lange Nacht der Landungsbrücken Frankfurt am 6. November 21

© Landungsbrücken Frankfurt

Am 05.11.2004 hat das „offste Theater Frankfurts“ seine Pforten geöffnet. Das ist 17 Jahre her. Wir hatten keinen Plan, aber ein Gefühl. Eine Heimat finden, eine Brücke schlagen, ein Theater eröffnen. Der Sehnsucht ein zuhause geben. Die Welt hat mit Sicherheit nicht auf uns gewartet, aber die Welt braucht uns.

17 Jahre Aushalten, Durchhalten, Standhalten. Für Theater reichts. Das an sich ist kein Grund zum Feiern. Ein Grund zum Feiern ist das, was wir immer noch und immer wieder machen. Und weil man über Theater weniger reden, als sich dem einfach aussetzen sollte, gibt es deswegen am 06.11.2021 die lange Nacht der Landungsbrücken Frankfurt.

Darauf möchten wir aufmerksam machen und dazu möchten wir einladen.

Drei Inszenierungen hintereinander, die zwar völlig unabhängig voneinander entstanden sind, aber doch einen ganz guten Einblick in das bieten, was wir tun wollen, was wir tun und was wir sind. Eine Plattform für modernes klassisches Sprechtheater.

Den Auftakt macht „MEPHISTO – Der Künstler. Die Kunst. Die Karriere.“ Eine Inszenierung aus dem Jahr 2017, frei nach Klaus Mann, in der ein Schauspieler (Julian W. Koenig) anhand von Versatzstücken der Biografien Anderer seiner eigenen Zerissenheit als Künstler zwischen Idealismus und Pragmatismus nachspürt. Und statt „Was darf man denn eigentlich noch?“ zu jammern, sich selbst und uns alle „Was will ich denn eigentlich?“ fragt.

Als Hauptgang gibt es die aktuelle Inszenierung der Landungsbrücken Frankfurt, die im Rahmen der 20.21 KANE innen-Werkschau entstanden ist: ZERBOMBT von Sarah Kane. Lachen, wenn’s nicht zum Weinen reicht. In einem flackerndem Popkulturpotpourri weren völlig unterschiedliche Ästhetiken, Bildformate, Bildschärfen, Erzählweisen, Sprechweisen, Spielweisen auf- und ineinander losgelassen. Und alle liebgewonnenen Erwartungen an einen ordentlichen und anständigen Theaterabend als ultimative Liebeserklärung ans Theater … zerbombt. Eskapismus als Tor zur Welt.

Zum preisgekrönten Abschluss gibt es dann den Dauerbrenner „HASS-La Haine“, der, basierend auf Mathieu Kassovitz‘ Kultfilm, seit 2016 die Frage danach, ob Theatermacher:innen eigentlich die besseren Menschen sind, mit einem gepflegten „Das Wichtigste ist nicht der Fall, sondern die Landung“ beantwortet.

(Landungsbrücken Frankfurt)


MEPHISTO//ZERBOMBT//HASS – 17 Jahre Landungsbrücken Frankfurt am 6. November 2021:

17:00 Uhr: MEPHISTO – Der Künstler. Die Kunst. Die Karriere.
Julian Koenig spielt einen Schauspieler, dessen fiktive Biographie aus Versatzstücken anderer zusammengesetzt ist, die sich auf dem eigenen Weg zwischen Idealismus und Pragmatismus, zwischen Freiheit und Opportunismus, zwischen Spiel und Realität verloren haben.

19:00 Uhr: ZERBOMBT von Sarah Kane
Im Rahmen von 20.21 KANE innen
Lachen, wenn’s nicht zum Weinen reicht. In einem flackerndem Popkulturpotpourri lassen wir völlig unterschiedliche Ästhetiken, Bildformate, Bildschärfen, Erzählweisen, Sprechweisen, Spielweisen aufeinander und ineinander los. Und zerstören alle liebgewonnenen Erwartungen an einen ordentlichen und anständigen Theaterabend als ultimative Liebeserklärung ans Theater. Eskapismus als Tor zur Welt.

21:00 Uhr: HASS – La Haine nach dem Film von Mathieu Kassovitz
Hass ist weder Dokudrama, noch Milleustudie. Hass ist eine Komödie. Über Menschen in einer Paralellgesellschaft, die sich schon längst von den Versprechungen einer aufgeklärten, demokratischen, säkularisierten, toleranten, offenen, durchlässigen, gerechten weißen Merheitsgesellschaft verabschiedet haben.
Ausgezeichnet mit dem Hauptpreis der Hessischen Theatertage 2017

Tickets gibt es entweder für alle Stücke einzeln oder für alle zusammen im SpezialJubiläumsPaket für nur 17 € unter karten@landungsbruecken.org .

Und wer einfach nur ein Kaltgetränk auf und mit den Landungsbrücken trinken will, der kann das auch tun, ohne sich mit Theater zu beschäftigen. Im Studio294 gibt es den ganzen Abend nette Menschen, nette Musik und eine Bar.

landungsbruecken.org