Landschaft, Gehör, Leidenschaft: Sandra Lied Hagas Debüt-Album

Fjord Norwegen (© Enrique Lopez Garre auf Pixabay)

Die Cellistin Sandra Lied Haga begegnet aus der unendlich weiten Perspektive norwegischer Landschaft heraus leidenschaftlich romantischem Repertoire – und berührt. So sehr, dass der Dirigent Terje Mikkelsen ihr angeboten hat, gemeinsam mit dem Russischen Akademischen Staatsorchester „Evgeny Svetlanov“ in Moskau TschaikowskysRococo-Variationen und Dvořáks New Yorker –„Heimweh“-Cello-Konzert einzuspielen. Das Debut-Album mit Tschaikowskys selten zu hörender original Version der Rococo-Variationen erscheint am 08. Mai bei Simax Classics, dem norwegischen Label von Musikerinnen wie Tine Thing Helseth und Tora Augestad.

Nun müssen wir mit der CD „auf der Stelle reisen“ und können die Norwegerin im Kopf in ihre Heimat begleiten – denn eigentlich sollte sie das CD Repertoire, die Rococo-Variationen im Mai mit dem Stavanger Symphony Orchestra unter Leitung der Dirigentin Tabita Berglund aufführen. Zudem war Sandra Lied Haga dieses Jahr zu gleich zwei Auftritten beim größten Musikfestival Skandinaviens, den Festspielen in Bergen, eingeladen worden, u. a. mit Francesco Piemontesi.

Die Cellistin verbindet ihre norwegischen Wurzeln mit dem weltweiten Musikleben: Schon als 17-jährige Akademieteilnehmerin wurde sie eingeladen, beim Verbier-Festival ein Recital zu geben. Die Trägerin des Equinor Classical Music Award 2019 gastierte zudem u. a. bei den Salzburger Festspielen, bei Kammermusikfestivals in Utrecht, Gstaad und Pärnu.

Immer wieder bereichern norwegische Künstler das europäische Musikleben. Ob es wohl an der Ausbildung und Frühförderung liegt, bei dem es in ums Zuhören und Miteinander-musizieren geht? Ebenso hat auch Sandra Lied Haga zunächst nach Gehör gespielt und erst später Noten lesen gelernt. 1994 in Oslo geboren, war sie mit 3 Jahren die jüngste Teilnehmerin des Förderprogramms junger Talente am legendären Barratt Due Institute – an dem auch Vilde Frang, Mari Samuelsen und Eldbjørg Hemsing waren. Mit 12 Jahren debütierte die junge Cellistin an der Londoner Wigmore Hall und kam an die London Razumovsky Academy zu Oleg Kogan. Zudem war Truls Mørk ihr Lehrer, der sechs Jahre lang mit ihr musizierte. Die Ausbildung bei Frans Helmersons an der Berliner Barenboim-Said Akademie folgte. Zurzeit beendet Sandra Lied Haga ihren Master of Music bei Torleif Thedeen an der norwegischen Musikakademie. Die mehrfach international ausgezeichnete Preisträgerin spielt ein Cello von Joannes Florenus Gudantus (Bologna 1730) dank der Unterstützung von Dextra Musica.

Die Einspielung im Überblick:

Tschaikowsky: Rococo-Variationen (Originalversion)
Dvořák: Konzert für Violoncello in b-Moll
Russisches Akademisches Staatsorchester „Evgeny Svetlanov“
Terje Mikkelsen, Dirigent
Label: Simax Classics 08. Mai 2020
Video auf YouTube: youtu.be/5B7EXVs-QX4

sandraliedhaga.com / simax-classics