Landesverband Baden-Württemberg des Deutschen Bühnenvereins fordert Öffnungsperspektiven für die Freilichtsaison

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Viele Theater in Baden-Württemberg richten ihren Fokus auf die Freilichtsaison im Frühjahr und Sommer dieses Jahres, um dem Publikum nach einem halben Jahr Theaterschließung wieder attraktive Vorstellungen und Konzerte anbieten zu können. Infektionsschutz und Open-Air-Veranstaltungen schlössen sich nicht aus, betont der Vorsitzende des Landesverbands und Erster Bürgermeister der Stadt Freiburg, Ulrich von Kirchbach, zumal viele Aerosol-Forscher eine Ansteckungsgefahr im Freien für äußerst gering halten.

Er kritisierte die widersprüchliche Vorgehensweise der Landesregierung. Einerseits würden Förderprogramme vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst aufgelegt, die Open-Air-Veranstaltungen ausdrücklich unterstützten, andererseits fehle jegliche Perspektive für einen planbaren Spielbetrieb.

Die Bühnen in Baden-Württemberg sind sich ihrer großen Verantwortung angesichts der dritten Pandemie-Welle bewusst und unterstützen seit über einem Jahr alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie solidarisch und besonnen. Die Kulturschaffenden erwarten aber nach Monaten widersprüchlicher oder zögerlicher Vorgaben endlich größere Planungssicherheit.

Für den Ulmer Intendanten Kay Metzger ist die aktuelle Saison gelaufen. Hier sei wirtschaftlich nichts mehr zu retten, durch umfangreiche Freilichtveranstaltungen könne wenigstens etwas Schadensbegrenzung erreicht werden.

Ein verlässlicher Spielplan für Freilichtveranstaltungen lasse sich aber allein mit Blick auf schwankende Inzidenzen nicht umsetzen. Den bewährten Hygienekonzepten der Theater und den neuesten Test-Strategien für den Kulturbetrieb müsse auch in politischen Entscheidungen Rechnung getragen werden. “Wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben”, appelliert Metzger. Wie man in Tübingen erleben konnte, gebe es beim Publikum ein starkes Bedürfnis nach Kunst und Kultur und eine große Bereitschaft, dafür auch dezidierte Kontrollmaßnahmen mit Tests und Abstandsregeln in Kauf zu nehmen. Das dürfe nicht länger ignoriert werden.

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