Kulturstadt Hamburg: Monatsüberblick Juli 2024

Landungsbrücken Hamburg (© Bernd Petrikat auf Pixabay)

Auch das Thermometer bestätigt es endlich: der Sommer ist da! Und obwohl viele Kulturinstitutionen in diesem Monat in die wohlverdiente Sommerpause gehen, bietet die Hansestadt auch im Juli wieder zahlreiche neue Kulturerlebnisse für Daheimgebliebene und Besucher*innen.

Ob draußen an einzigartigen Orten Festivalatmosphäre genießen oder sich im klimatisierten Museum, Theater- oder Konzertsaal abkühlen: Ein bunte Palette aus Musik, Theater, Tanz und Kunst wartet auf die Kulturliebhaber*innen.


Premieren – Theater & Tanz

Von wegen Sommerpause – kurz vor Ferienbeginn präsentieren Hamburgs Bühnen noch einmal zahlreiche neue Stücke zu bewegenden Themen.

„Ciboulette“ und „Demian“ in der Staatsoper Hamburg

Die Staatsoper Hamburg feiert im Juli kurz vor der Sommerpause noch zwei spannende Premieren. Den Anfang macht am 5. Juli „Ciboulette“ – zu Deutsch „Schnittlauch“, so heißt die Hauptperson der 1923 entstandenen Pariser Operette des französischen Komponisten Reynaldo Hahn. Mit dieser Produktion der opera stabile ist das erfolgreichste Bühnenwerk Reynaldo Hahns erstmals in der Hansestadt zu erleben. Am 8. Juli geht mit „Demian“ – frei kreiert nach Hermann Hesse – der erste vom neuen Direktor des Hamburg Balletts Demis Volpi kreierte Abendfüller an den Start. Der Entwicklungsroman gewinnt gerade in Zeiten größerer weltpolitischer Konflikte immer wieder an Bedeutung.
staatsoper-hamburg.de

Premieren im monsun.theater

Auch in der Gaußstraße bietet der Juli Anlass zum Feiern – am 5. Juli findet die  Premiere des Tanztheaters „Goldene Tage, aber bitte nur für mich…“ statt und am 13. Juli folgt das Backstage Forever Kollektiv mit der Premiere von „Was kann ich für Sie tun?“. In dem Spiel wird die Klarheit und Ordnung einer Behörde ordentlich auf den Kopf gestellt. Auch bei „Goldene Tage“ geht es mit viel überspitzter Ironie zu. Hier wird das Thema „Dekadenz“ tänzerisch beleuchtet. Einmal so richtig loslegen, die Fesseln fallen lassen und die Champagnerkorken knallen lassen, ohne darüber nachzudenken, was am nächsten Tag folgt. Diese Einstellung nimmt das Stück in den Fokus und bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Egoismus und Bescheidenheit.
monsun.theater

„Bye Bye Life“ im Theater Das Zimmer

Am 24. Juli feiert im Theater Das Zimmer ein Stück zu einem heiklen Thema seine deutschsprachige Erstaufführung: In „Bye Bye Life“ geht es um die Sterbehilfe. Das Stück stellt die Frage was besser ist, wenn uns eine Krankheit anfällt, deren Ausgang ziemlich sicher fatal ist und deren Symptome immer unerträglicher werden: Soll man dagegen kämpfen oder sich ergeben? Nina kommt überstürzt aus Afrika, weil ihre Mutter (wieder einmal) einen Selbstmordversuch inszeniert hat. Der Hilfeschrei der Mutter bringt die Tochter an die Grenzen ihrer seelischen Belastbarkeit. Trotz des ernsten Themas kreieren die Autoren Andreéa Bescond und Eric Métayer witzige Situationen, so wie sie auch das Leben schafft. Damit hatten sie in Frankreich großen Erfolg und bringen nun ihr Stück erstmals nach Deutschland.
theater-das-zimmer.de


Kunst & Ausstellungen

Ob Emotionen, Kunsthandwerk oder Importe aus Afrika – Hamburgs neue Ausstellungen im Juli zeigen ein breites Spektrum der zeitgenössischen Kunst.

„Sharing Stories“ in der IMBA Galerie

Die IMBA-Galerie richtet seit 2006 Ausstellungen aus. Heute verfolgt die Galerie im Herzen Hamburgs zwei Konzepte: europäische und afrikanische Maler*innen und Bildhauer*innen in einer Ausstellungsserie unter dem Titel „Dialoge“ zusammenzubringen und Werke von Künstler*innen und Kunsthandwerker*innen, die ihren Lebensunterhalt in anderen Berufen bestritten und ihre Werke bisher eher im Verborgenen geschaffen haben, vorzustellen. Mit der Ausstellung „Sharing Stories“ zeigt die IMBA Galerie vom 5. bis 21. Juli Skulpturen und Malerei aus Afrika. Wie vielfältig die afrikanische Kunst ist, zeigen Bilder von Malern der Mzilikazi Art School in Zimbabwe, von Sophie Peters und Eli Kobeli aus Südafrika, Pili Pili aus DRCongo, Agboola Adisa, I.D. Adebesi und Asiaka aus Nigeria, Taha Diakaté aus Senegal sowie Skulpturen von Dieudonné Fokou aus Kamerun.
imba-galerie.de

„The Spectrum of Emotions“ in der Pashmin Art Gallery

„The Spectrum of Emotions: Künstlerische Einblicke in die zeitgenössische Seele“ ist eine fesselnde, von Natalja Nouri kuratierte Ausstellung in der Hamburger Pashmin Art Gallery. Vom 6. Juli bis 2. August vereint die Ausstellung die tiefgründigen Werke von Peter Backhaus, Christian Autzen, Peter Hintz und Willem Vos, vier zeitgenössischen Künstlern, deren unterschiedliche Ausdrucksformen tief in die unzähligen Facetten der menschlichen Emotionen und der modernen Existenz eindringen. So ist „The Spectrum of Emotions“ nicht nur eine Ausstellung, sondern eine Reise durch die Herzen und Köpfe von Künstlern, die in ihrer Kunst komplexe emotionale und existenzielle Fragen zum Ausdruck bringen. Sie lädt den Betrachter dazu ein, die tieferen Strömungen des zeitgenössischen Lebens zu erforschen, zu reflektieren und sich mit ihnen zu verbinden.
pashminart-gallery.com

„Wertvoll“ im Museum für Arbeit

Bei der III. Biennale angewandter Kunst der ADK und GEDOK präsentieren vom 31. Juli bis 1. September mehr als 70 Künstlerinnen und Künstler rund 200 Exponate unter dem Titel „Wertvoll“ im Museum für Arbeit. Die Ausstellungsstücke bieten einen umfassenden Einblick in das breite und vielfältige Spektrum des zeitgenössischen Kunsthandwerks. Anhand von Objekten aus Glas, Holz, Keramik und Papier sowie anhand von Textilien und von Schmuck aus Gold und Edelsteinen möchte die Ausstellung zeigen, mit welchen klassischen Kulturtechniken, aber auch mit welchen innovativen Arbeitsweisen und handwerklichem Knowhow das Kunsthandwerk die verschiedenen Strömungen in der heutigen Gesellschaft gestalterisch zum Ausdruck bringt. In der Ausstellung sollen zudem Arbeiten von Studierenden der HAW zu sehen sein, die einen ganz eigenen Blick auf die momentanen Entwicklungen werfen.
shmh.de


Konzerte & Festivals

Sommerzeit ist Festival-Zeit – Hamburgs Juli-Highlights reichen von Klassik bis Elektro.

Schleswig-Holstein Musik Festival

Bekannt dafür, klassische Musik an besonderen Konzertorten einem breiten Publikum näher zu bringen, stellt das Schleswig-Holstein Musik Festival als eines der größten Flächenfestivals Europas den sommerlichen Höhepunkt eines jeden Konzertjahres da. Vom 6. Juli bis 1. September werden neben Schleswig-Holstein und Hamburg auch Teile von Dänemark und Niedersachsen bespielt. Auch wenn der Schwerpunkt klar auf der klassischen Musik liegt, kommen auch andere Genres, wie Pop, Jazz, Theater, Elektro, Comedy oder Lesungen zur Aufführung. Zu den Spielorten in Hamburg gehört neben der Elbphilharmonie außerdem die Kirche St. Nikolai, das Ernst Deutsch Theater, die Blankeneser Kirche am Markt, die Hauptkirche St. Michaelis sowie der Hangar 7 der Lufthansa Technik Basis.
shmf.de

Südwärts Festival und Habitat Festival in Wilhelmsburg

Wilhelmsburg lockt im Juli gleich mit zwei Festivals zum Sprung über die Elbe. Der Stadtteil im Süden Hamburgs lädt am 13. Juli zum Südwärts Festival. Organisiert von Jugendlichen für Jugendliche findet das Festival umsonst und draußen im Garten des Bürgerhaus Wilhelmsburg statt. Es gibt einen ganzen Tag lang Konzerte, Kunst, Essen sowie passend zum allgegenwärtigen Fußballfieber ein Streetsoccer Turnier.

Eine Woche später vom 21. bis 22.7. folgt das Habitat Festival auf dem MS Artville Gelände. Über 32 Stunden wird in der einzigartigen Atmosphäre des Hafenareals gefeiert. Mit Workshops, Live-Shows, endlosen DJ-Sets und Floors mit Techno, Elektro, House, Drum & Bass und vielem mehr, versammelt das Habitat Festival die verschiedensten Spielarten elektronischer Musik, bietet spannenden Künstler*innen und Entwicklungen eine Bühne und spitzt zugleich Augen und Ohren für lohnenswerte Klänge abseits der gewohnten Sounds.
habitat-festival.de

Live-Tipps des Clubkombinat Hamburg

Aus den zahlreichen Konzerten, die täglich auf Hamburgs Bühnen stattfinden, Highlights auszuwählen, ist eine schwierige Aufgabe. Das Hamburger Clubkombinat stellt sich dieser Herausforderung, denn kaum eine Organisation ist tiefer in der Hamburger Live-Szene verwurzelt als der Interessenverband der Clubbetreiber*innen, Veranstalter*innen, Booker*innen und Agenturen.

Im Rahmen seiner Kampagne „Mehr Live, Mehr Life“ präsentiert das Clubkombinat unter clubkombinat.de ständig aktuelle Live-Tipps. Im Juli gehören dazu das Konzert von ALVVAYS im Gruenspan am 4. Juli sowie die Konzertreihe „urban string“ des Ensemble Resonanz unter dem Titel „Viva la Bernie“ am 12. Juli im Resonanzraum.


Der tagesaktuelle, vollumfängliche Veranstaltungskalender sowie alle weiteren Infos zur Kulturstadt Hamburg finden sich unter kulturstadt.hamburg. Weitere Kultur- und Reisetipps sowie Angebote gibt es unter hamburg-tourismus.de.