Künstlerische Proben für die Wiederaufnahme von “Rigoletto” haben in Bregenz begonnen

Fototermin Probenbeginn »Rigoletto« am 23. Juni 2021 bei den Bregenzer Festspielen ~ © Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Gut gelauntes Team wieder auf der Seebühne
Guide Elisabetta Schröcker ist Festspiel-Expertin
„Kulturmomente“ – Oper für die jüngsten Gäste
Probenbesuch für Jugendliche

Gut gelauntes Team wieder auf der Seebühne

Bregenz, 25.6.21. Nach dem technischen Probelauf haben diese Woche auch die künstlerischen Proben für die Wiederaufnahme von Rigoletto offiziell begonnen. Natürlich steht auch die Vorbereitung des Spiels auf dem See unter den besonderen Vorzeichen der Pandemie. Mit der Maskenvorschrift können jedoch alle Beteiligten überraschend gut leben.

Es ist Mittwochmittag, es ist heiß und das Wetter ist prächtig. Stacey Alleaume aus Australien als Gilda und der Weißrusse Pavel Petrov als Herzog von Mantua sind mitten in ihrem Duett der 5. Szene aus dem 1. Akt, als sich Rigolettos Hand hinter ihnen öffnet. Die Stuntmen des Wired Aerial Theatre aus England auf der Hand müssen sich festhalten. Die Pressefotografen, die den Probenbeginn der Rigoletto-Wiederaufnahme dokumentieren, blicken zufrieden auf die Szenerie, die dann über Rigolettos Kragen auf die rechte Seite wechselt.

In diesem frühen Probenstadium sind fast alle noch in Straßenkleidern. Wer was macht und wofür zuständig ist, ist nicht immer auf Anhieb zuzuordnen. Doch schnell wird auch Außenstehenden klar, dass die Männer mit blauen Büchern in der Hand hier nicht singen werden, dafür etwas zu sagen haben. Einer von ihnen ist Daniel Hackenberg. Er leitet die Proben der Wiederaufnahme und ist sozusagen capo di capo, denn insgesamt sind es acht Personen, die der Regieassistenz zugerechnet werden. „Das ist der Dimension der Seebühne geschuldet“, erklärt Hackenberg, „da ist es manchmal erforderlich getrennt zu agieren.“ Steven Whiting, einer der acht, ergänzt: „Für die Statisten, den Chor, für Kostüm … für alle Abteilungen sind konkrete Ansprechpartner innerhalb der Regieassistenz ausgemacht.“ Wenn es, beispielsweise wie an diesem Tag, um ein in die Inszenierung eingebautes Sicherheitssignal für eine folgende Bewegung der Hand geht, sind drei unterschiedliche Gruppen involviert.

Für Daniel Hackenberg ging die Vorbereitung schon vor etwa einem halben Jahr los, um „durch sehr viel Dispositionsarbeit“ möglichst für die gesamte Produktionsdauer einen Übersichtsplan zu schreiben. „Im zweiten Jahr ist es dann immer schon viel leichter, wenn man zum Beispiel weiß, wie lange und wann man den Ballon für die Proben braucht.“ Doch 2021 ist rund ein Drittel aller vor und hinter den Kulissen Beteiligten neu bei Rigoletto. Das ist wesentlich mehr als üblich für eine Folgesaison, denn Corona hat sowohl bei der Besetzung als auch im technischen Stab das „Normal“ außer Kraft gesetzt. Mehr neue Gesichter im Team, das bedeutet automatisch auch höheren Erklärungs- und Einführungsaufwand.

Hinzu kommt, dass bei den Proben außer in den Singszenen alle Masken tragen müssen. Das sieht eigenartig aus und Katrin Wundsam nennt es auch genauso: „Eigenartig, Maske runter, singen, Maske wieder rauf … es ist jetzt halt so.“ Sie probt als eine der beiden Maddalenas an diesem Tag. „Sie ist quasi Teil des bösen Geschwisterpaares, das hilft die Gilda zu beseitigen. Das macht Spaß! Es ist einfach eine schöne Rolle. Nicht wahnsinnig groß, aber eine wunderschöne Musik.“ Nach der Corona-Zwangspause genießt es die Sängerin wieder auf der Bühne zu sein: „Ich bin ja auch viel umgänglicher, wenn ich arbeiten darf“, sagt sie und fügt mit liebenswertem oberösterreichischem Tonfall hinzu: „Des g’spürt ja auch jeder rundum.“

Die Bregenzer Festspiele 2021 finden von 21. Juli bis 22. August statt, Tickets und Informationen unter bregenzerfestspiele.com sowie Telefon 0043 5574 4076.


Elisabetta Schröcker bei der Fotoprobe “Rigoletto” der Bregenzer Festspiele am 23. Juni 2021
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Eine besondere Führungskraft ~ Guide Elisabetta Schröcker ist Festspiel-Expertin

Bregenz, 25.6.21. „Wie bewegt sich der große Clownskopf?“ „Wie funktioniert der Ballon?“ Fragen wie diese beantwortet Guide Elisabetta Schröcker mühelos. Doch die Führungen vermitteln mehr als Information: Wer auf dem hinteren Teil der Seebühne einen Blick auf Künstlerinnen und Künstler erhascht und Seebühnen-Technikerinnen und -Techniker bei ihren Vorbereitungen beobachtet, spürt Festspiel-Atmosphäre hautnah.

Wortgewandt

Trifft eine Gruppe während der Tour über das Festspielgelände auf internationale Mitwirkende, können sich die Besucher niemanden besseren als Elisabetta Schröcker an ihrer Seite erträumen. Elisabetta ist als Tochter einer Deutschen und eines Italieners in Luxemburg aufgewachsen. „Ein bisschen Belgien ist auch noch dabei“, erzählt sie schmunzelnd. Ihre Mehrsprachigkeit kommt ihr bei den Führungen zugute: Deutsch, Italienisch, Englisch, Französisch und Luxemburgisch beherrscht sie fließend. Entsprechend schätzt sie das internationale Flair der Bregenzer Festspiele mit Gästen aus aller Welt sehr.

Abwechslungsreiche Aufgabe

Seit 2005 teilt Elisabetta ihr weitreichendes Wissen über die Bregenzer Festspiele als Guide. In der heißen Phase können es bis zu sechs Touren pro Tag werden. Langeweile droht nicht: „Keine Führung ist gleich, dafür sind die Gruppen viel zu unterschiedlich. So bleibt es auch für mich abwechslungsreich.“ Einige besonders interessierte Teilnehmerinnen oder Teilnehmer sind immer dabei. Doch sie hat die ganze Gruppe im Blick und versucht, alle einzubinden.

Manchmal führt sie über 20 Personen durch das Festspielgelände, manchmal sind es nur zwei. Die Bandbreite ist groß, sie reicht vom Schulkind über russische Geschäftsleute bis zu Paola, der früheren Königin der Belgier. Elisabetta führt ihre Schützlinge auf die Tribüne sowie nach drinnen zu den Foyers und in den Großen Saal, wo die Oper im Festspielhaus sowie die Orchesterkonzerte stattfinden. Das Hauptinteresse gilt aber dem Hinterbühnen-Bereich der Seebühne und ihren technischen Finessen.

Spannende Einblicke

Der Blick hinter die Kulissen hat sie schon immer gereizt. Als Kind hat sie Ballett getanzt – nicht zuletzt, um herauszufinden, wie es sich wohl anfühlt, auf der Bühne zu stehen. Als 007 für Dreharbeiten zum James-Bond-Abenteuer „Quantum of Solace“ auf das Bregenzer Festspielgelände kam, war sie als Statistin dabei. Auch hier ihr Antrieb: Was steckt hinter so einer Produktion? Bei den Bregenzer Festspielen gibt sie Jahr für Jahr diese Neugier mit spürbarer Begeisterung weiter.

Die Führungen starten am Freitag, 2. Juli, um 16 Uhr. Online-Buchungen unter bregenzerfestspiele.com


Crossculture Kulturmomente Bregenzer Festspiele
© Anja Köhler | andereart.de

„Kulturmomente“ – Oper für die jüngsten Gäste

Am 21. und 22. Juni spazierten Kindergartenkinder des KinderHaus Seepark am Bodenseeufer entlang in Richtung Festspielhaus.
Unter dem Motto „Oper für unsere jüngsten Gäste“ trafen die kleinsten Festspielbesucher auf ihrem Weg auf Sänger, Musiker und Artisten, die bei Rigoletto mitwirken.
Beim Festspielhaus angekommen, zogen sich die Kinder ihre selbstgebastelten Clownskrausen und Nasen an, um abschließend dem tonnenschweren Clownskopf, begleitet von der Musik Rigolettos, bei seinen spektakulären Bewegungen zuzusehen.


Bregenzer Festspiele, Fotoprobe Rigoletto, Seebühne am 23. Juni 2021
© Bregenzer Festspiele / Dietmar Mathis

Probenbesuch für Jugendliche

Die crossculture Veranstaltungen bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit 1997 Einblick in die Welt der Bregenzer Festspiele.
Obwohl die crossculture week Corona-bedingt abgesagt werden musste, findet das Highlight, der Besuch der Orchesterhauptprobe des Spiels auf dem See am 17. Juli um 21.00 Uhr wie in den vergangenen Jahren statt.
Tickets sind für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende zwischen 14 und 26 Jahren für 5 Euro verfügbar.