Künstlerische Ersatzprogramme des Theaters Pforzheim

Im Foyer und Großen Haus am Waisenhausplatz ab dem 18.6.2020

Sommerprogramm Liebesspiele-Liederabend ~ Theater Pforzheim ~ Sopranistin Stamatia Gerothanasi, Tenor Dirk Konnerth und Sopranistin Elisandra Melián, von links ~ Foto: Christina Zejewski

Theaterfans kommen nun endlich, erstmals seit März 2020, wieder in den Genuss, die Ensembles im Rahmen von neuen Ersatzprogrammen live zu erleben: Das Theater Pforzheim öffnet unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheitsbestimmungen seine Pforten wieder – und zwar am Do, 18. Juni 2020 mit einem ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Sommer-Ersatzprogramm bis Spielzeitende.

Geplant sind mehrere speziell für diesen Anlass ins Leben gerufene Premieren, darunter der Ballettabend „Changes“, die Soiree „Hölderlin – Glänzende Götterlüfte, Brot und Wein“ unter Beteiligung von Mitgliedern des Musiktheater-, Schauspiel- und Ballettensembles, der Liederabend „Édith Piaf – Lieder eines Lebens“ mit Lilian Huynen sowie weitere Liederabende, Kinofilmpräsentationen mit künstlerischen Beiträgen des Ensembles unter dem Motto „Kinotreff Theater“ sowie öffentliche Proben.

Der Vorverkauf für alle Veranstaltungen beginnt am Dienstag, den 16.6., über die Theaterkasse telefonisch und vor Ort zu den aktuellen Öffnungszeiten (Di bis Fr 10 bis 13 Uhr) – aus organisatorischen Gründen jedoch nicht per Online-Buchung. Aufgrund der aktuellen Situation bestehen Sitzplatzkapazitäten von 99 Plätzen im Großen Haus und 36 Plätzen im Foyer. Programme ab dem 4.7. bis zum Spielzeitende am 23.7., dann auch unter Beteiligung von Musikerinnen und Musikern der Badischen Philharmonie und auch an weiteren Spielorten, werden demnächst veröffentlicht.

Weiterhin im Programm sind die beliebten Hof- und Wiesenkonzerte, die das Theater Pforzheim seit Einstellung des regulären Theaterbetriebs unter anderem in Senioreneinrichtungen von Stadt und Region kostenlos anbietet.

Sommerprogramm »Zoff am Broadway«
Theater Pforzheim
Studienleiter Philipp Haag und Tenor Philipp Werner (von links)
Foto: Inken Meents

Spielplan

Premieren

Changes“ – Neuer Ballettabend von Damian Gmür und Odbayar Batsuuri
Tanz hat viele Gesichter. Neue Zustände, Impulse und Rahmenbedingungen verändern ihn und lassen ihn so eindrücklich zum Seismographen der Gegenwart werden. Damian Gmür, neben Guido Markowitz zweiter Choreograf des Ballett Theater Pforzheim, setzte mit dem Wiederbeginn eingeschränkter Proben nun einen künstlerischen Kreationsprozess in Gang, der zur Freude aller eine neue Premiere mit sich bringt: den zeitgenössischen Tanzabend CHANGES. Gmürs Uraufführung trägt den Titel „45“ – so viele Zentimeter markieren in alle Richtungen jene Sphäre, die ein Mensch als persönlichen Raum empfindet. Wird er überschritten, droht Kontrollverlust. Bis zur Grenze lotet der Schweizer in seinem neuen Stück „45“ aus, was Tanz ausmacht: Energie, Rhythmus und Dynamik; Ausdruck, neue Formen und Abstraktion – Tanz als einmaliges Ereignis. Schöpfer der zweiten Uraufführung bei „Changes“ ist Odbayar Batsuuri. Mit großer Neugierde darf man dieser ersten Arbeit des aus der Mongolei stammenden Tänzers und Choreografen für eine zeitgenössische Ballettkompanie begegnen. Batsuuri ist Absolvent der renommierten Palucca Hochschule für Tanz Dresden, mit der das Ballett Theater Pforzheim seit einigen Jahren kooperiert, und gilt als hochtalentiert.
Premiere am Freitag, 26. Juni 2020 um 19.30 Uhr im Großen Haus / Weitere Vorstellung am 9. Juli 2020

Hölderlin – Glänzende Götterlüfte, Brot und Wein
Eine Soiree mit Mitgliedern des Schauspiel-, Musiktheater und Ballettensembles anlässlich des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin in 2020
Friedrich Hölderlin – Revolutionär, Romantiker und kompromissloser Idealist. Ob „Hyperion“ oder sein Poem „Brot und Wein“: Der Traum von Arkadien und somit einer besseren Welt ist stets präsent in seinen uns auch heute noch faszinierenden Werken. Neben Beethoven ist der Tübinger Dichter der bedeutendste Jubilar in 2020: Auf das Frühjahr datiert sein 250. Geburtstag.
Eine entsprechende Würdigung wird nun nachgeholt: Gemeinsam mit dem Ensemble hat Chefdramaturg Peter Oppermann eine Hommage an den großen Dichter erarbeitet, in der neben bekannten lyrischen und Prosatexten auch einige Neuentdeckungen aus dem reichhaltigen Hölderlin-Fundus präsentiert werden – lokale Baden-Württemberg-Bezüge eingeschlossen. Beliebte Mitglieder des Musiktheaters stellen Vertonungen von Hölderlin-Texten vor; das Ballett zeigt eine choreografische Assoziation.
Mit: Michaela Fent, Nicolas Martin, Daniel Kozian (Schauspiel), Dorothee Böhnisch, Jina Choi, Benjamin Werth (Musiktheater) sowie Alba Valenciano Lopez, Selene Martello (Ballett) –Musikalische Leitung: Immanuel Karle – Moderation: Peter Oppermann
Premiere am Samstag, 27. Juni um 19.30 Uhr im Großen Haus

Édith Piaf – Lieder eines Lebens
Lilian Huynen erweckt die große Chansonistin Édith Piaf zum Leben, die entgegen aller Widrigkeiten, die das Schicksal ihr bereitete, die Menschen unbeirrt mit ihrem autobiografisch geprägten Gesang die Faszination des Lebens spüren ließ.
Mit: Lilian Huynen unter musikalischer Begleitung von Philipp Haag, Klaus Dusek und Florian Schüle
Premiere am Samstag, 4. Juli um 19.30 Uhr im Großen Haus

Kleinprogramme/Liederabende/Öffentliche Probe/Kino:

Öffentliche Probe zur Produktion „Girls & Boys“
Exklusive Einblicke in die Neuproduktion „Girls & Boys“, ein Stück von Dennis Kelly, mit dem Leiter des Schauspiels Markus Löchner, dem Regisseur Sascha Mey und Schauspielerin Nika Wanderer
Am Donnerstag, 18. Juni um 19 Uhr im Foyer

Jerry Herman und Stephen Sondheim – „Zoff am Broadway“
Broadwaylegenden im Foyer

In Anlehnung an ihr Programm für die digitale Theatersoiree „ReingeZOOMt“ stellen Tenor Philipp Werner und Studienleiter Philipp Haag nun auch live im Theaterfoyer unter Beweis, dass die zeitlosen Hits der beiden preisgekrönten Broadwaykomponisten Jerry Herman („La Cage aux Folles“) und Stephen Sondheim („Sweeney Todd“) auch ohne Spiel und Tanz unterhalten und bewegen.
Mit: Philipp Werner und Philipp Haag
Am Freitag, 19. Juni um 19.30 Uhr im Foyer

„Seit ich dich geseh’n, ist’s um mich gescheh’n!“ – „Liebesspiele“ – Liederabend
Verschmitztes Zwinkern, verführerische Lächeln, prickelnde Begegnungen – Momente, die Flirtbegeisterte während der Kontaktbeschränkungen missen müssen, beschwören die Mitglieder des Ballett-, Musiktheater- und Schauspielensembles im Foyer herauf: Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich freuen auf ein buntes Arien- und Duettprogramm rund ums Flirten, das Schönste der deutschen Liebeslyrik aus 800 Jahren und die visuelle Umsetzung des körperlichen Sehnens in Bewegung und Tanz.
Mit: Stamatia Gerothanasi, Dirk Konnerth, Elisandra Melián, Philipp Haag, Alexander Doderer, Stella Covi und Selene Martello
Am Samstag, 20. Juni um 19.30 Uhr im Großen Haus

„Ist es ein Klang, ein Traumgesicht?“ Musikalischer Abend mit Liedern von Brahms, Wolf und Mahler
„Ist es ein Klang, ein Traumgesicht?“ Was rührt das Lyrische Ich in diesem Gedicht von Michelangelo, vertont von Hugo Wolf, so zu Tränen? Sänger Paul Jadach und Pianist Immanuel Karle tangieren in ihrem Liederabend die Themen Vergänglichkeit und Liebe. Neben den Michelangelo-Liedern kann in besinnlicher Atmosphäre den „Vier ernsten Gesängen“ von Johannes Brahms und den „Kindertotenliedern“ von Gustav Mahler gelauscht werden.
Mit: Paul Jadach und Immanuel Karle
Am Donnerstag, 25. Juni um 20 Uhr im Foyer

„Kinotreff Theater“ im Großen Haus am Waisenhausplatz – in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Kino
Bislang trafen sich Theatermitglieder und Kinopublikum in der Reihe „Theatertreff Kino“ im Koki am Schlossberg. Ungewöhnliche Wege bestreiten Theater und Kino nun aktuell: Das Koki gastiert im Großen Haus. Ausgewählte Filme, ob brandneue oder solche, die sich am Spielplan der nächsten Saison orientieren, werden bereichert durch einführende Kurzprogramme der Ensembles.
Den Start macht der Film „Undine“ (zum Bundesstart). Christian Petzolds Interpretation der jahrhundertealten Sage des jungfräulichen Wassergeistes Undine im heutigen Berlin. Mit Lesung durch das Schauspielensemble.
Am Donnerstag, 2. Juli um 20 Uhr im Großen Haus

Reihe montagabends um 20 Uhr im Foyer

„Blauer Salon“ – Wöchentliche Lesung mit dem Schauspielensemble
Überraschendes, Heiteres und Nachdenklich-Stimmendes. Nachdem das Ensemble in den vergangenen Wochen am Telefon Literatur präsentierte, steht ebensolche nun endlich wieder live und leibhaftig auf dem Programm. Montagabends um 18:30 Uhr lädt das Theater Pforzheim zur Begegnung mit den Schauspielerinnen und Schauspielern ein. Vorgestellt werden im Rahmen einer Lesung Texte, die den Künstlerinnen und Künstlern besonders am Herzen liegen. Den Auftakt macht Intendant Thomas Münstermann, der als Gast den Neuenbürger Autor Dietrich Wagner eingeladen hat. Er bringt Literatur mit, die während und nach dem Corona-Lockdown entstanden ist. Doch nicht nur Nachdenkliches wird zitiert; auch augenzwinkernde, Mut machende Assoziationen kommen zum Ausdruck.
22. Juni 2020: Mit Thomas Münstermann und dem Autor Dietrich Wagner
29. Juni 2020: Provokateur oder schriftstellerisches Genie? – Gedichte von Charles Bukowski. Markus Löchner liest Gedichte von Charles Bukowski, der sich selbst als Außenseiter beschrieb, der über Außenseiter schreibt: Gedichte ohne literarische Konventionen – Lyrik aus dem Underground.
06. Juli 2020: Abschied – Ankunft – Neuanfang – „Herkunft“ von Saša Stanišić. Schauspielerin Steffi Baur nimmt Sie mit auf eine Reise des Autors Saša Stanišić. In seinem autobiografischen Roman „Herkunft“ beschreibt Stanišić (*1978) seinen Abschied und die Flucht aus der Heimat seiner Kindheit und Jugend, dem ehemaligen Jugoslawien. Angekommen in der neuen Heimat Deutschland versucht er, Fuß zu fassen und in eine neue Zukunft zu starten, die geprägt ist von seiner Vergangenheit und Gegenwart.

Weiterhin im Programm: Hof- und Wiesenkonzerte
Viel Freude und ein bisschen Sonnenschein in die Herzen von Bewohnern und Bewohnerinnen brachten die Künstlerinnen und Künstler des Theaters Pforzheim in den letzten Wochen mit den „Hof- und Wiesenkonzerten“ in bereits sechs Seniorenheime in Pforzheim und im Enzkreis. Ab sofort gibt es neben dem Programm mit Schlagern der 50er-Jahre ein Operettenduo und ein Bläserquintett, die mit beliebten klassischen Melodien und Volksliedern in die Einrichtungen kommen und dort auf der Wiese vor dem Haus oder im Innenhof ein etwa halbstündiges Programm präsentieren. Das Angebot des Theaters Pforzheim ist gratis. Noch sind einige Termine frei. Bei Interesse gibt es weitere Informationen bei Anja Noël, anja.noel@pforzheim.de.

Weitere Programme vom 5. bis 23. Juli 2020 folgen.

Informationen zu Tickets und Vorgaben:

Der Vorverkauf für die Veranstaltungen startet am kommenden Dienstag, 16. Juni 2020.
Die Buchung von Tickets läuft ausschließlich über die Theaterkasse am Waisenhausplatz, persönlich oder telefonisch unter der Nummer 07231/39-2440.
Die Theaterkasse hat geöffnet Di bis Fr von 10 bis 13 Uhr.
(Sitzkapazität im Großen Haus: 99 Plätze; Foyer: 36 Plätze).

theater-pforzheim.de