Konzertante Aufführung von Verdis »Il corsaro« an der Oper Frankfurt

Zeljko Lucic (© Rui Camilo)

Mit Il corsaro (Der Korsar) setzt die Oper Frankfurt ihre lose Reihe konzertanter Aufführungen von Werken des frühen und mittleren Giuseppe Verdi (1813-1901) fort. Die hochkarätig besetzte Uraufführung seines zweiten nach einer Vorlage von Lord Byron entstandenen Werkes fand am 25. Oktober 1848 im Teatro Grande zu Triest statt. Zum Ärger des Publikums blieb der erkrankte Komponist jedoch dem Abend fern – auch das vielleicht ein Resultat der langwierigen Entstehungsgeschichte des ursprünglich für London bestimmten Auftragswerks. Die Arbeit machte erst auf Drängen von Verdis Verleger Francesco Lucca Fortschritte, und der Librettist Francesco Maria Piave, welcher die von Giuseppe Nicolini übersetzte Verserzählung Lord Byrons mit dem Titel The Corsair. A Tale als Vorlage heranzog, verlangte zwischenzeitlich sogar sein Libretto zurück.

Zum Inhalt: Der auf einer Felseninsel in der Ägäis beheimatete Korsar Corrado sieht die Gelegenheit für einen Angriff auf die feindlichen Türken gekommen. Er lässt seine Geliebte Medora in der Heimat zurück und kann im Hafen von Koroni sein Vorhaben mit Hilfe einer List in die Tat umsetzen. Dabei gerät jedoch der Harem des Paschas Seid in Brand. In diesem hält sich auch Gulnara auf, die Lieblingssklavin des Paschas, welche dessen Gefühle jedoch nicht erwidert. Corrado rettet die Frauen und wird von Seid gefangen genommen. Gulnara, die sich inzwischen in ihren Retter verliebt hat, erbittet dessen Begnadigung. Doch der Korsar soll hingerichtet werden, und als der von Eifersucht ergriffene Seid auch Gulnara bedroht, beschließt diese, Corrado zu befreien. Sie erdolcht den Pascha und flieht mit dem Angebeteten in dessen Heimat. Medora, die nicht mehr mit der Rückkehr des Geliebten rechnete, hat sich vergiftet und stirbt in Corrados Armen. Dieser stürzt sich daraufhin ins Meer.

Francesco Lanzillotta wurde 2017 zum musikalischen Leiter des Macerata Opera Festivals ernannt, wo er kürzlich Donizettis L’elisir d’amore dirigierte. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören zudem Engagements an der Deutschen Oper Berlin sowie an den Opernhäusern von Dresden, Zürich, Neapel und Venedig.
Der aus Guatemala stammende Mario Chang (Corrado) gehörte bis 2017/18 zum Ensemble der Oper Frankfurt. Edgardo in Donizettis Lucia di Lammermoor führte ihn im Frühjahr 2018 an die Metropolitan Opera in New York.
Von 1998 bis 2008 war der serbische Bariton Željko Lučić (Seid) einer der unbestrittenen Publikumslieblinge der Oper Frankfurt. Von dort aus startete er seine Weltkarriere, die ihn inzwischen an alle bedeutenden Opernbühnen führt.
Der Berliner Staatsoper Unter den Linden ist Dorothea Röschmann (Medora) künstlerisch eng verbunden. Dort wurde sie unlängst zur Kammersängerin ernannt, singt aber auch regelmäßig an der Mailänder Scala sowie an den Staatsopern von Dresden, München und Wien. 2017/18 war sie anlässlich eines Liederabends erstmals am Main zu Gast.
Frankfurt-Debütantin Roberta Mantegna (Gulnara) sang kürzlich an der Mailänder Scala die Partie der Imogene in Bellinis Il pirata. Daneben ist sie regelmäßig u.a. an den Opernhäusern von Rom, Palermo und Venedig zu erleben.
Aus dem Ensemble der Oper Frankfurt stammt Brandon Cedel (Giovanni), der 2019 als Masetto in Mozarts Don Giovanni an der New Yorker Metropolitan Opera gastieren wird.

Il corsaro (Der Korsar)
Melodramma tragico in drei Akten von Giuseppe Verdi

Konzertante Aufführungen an der Oper Frankfurt: Mi. 7. und Fr. 9. November 18 (um jeweils 19:00 Uhr)

Musikalische Leitung: Francesco Lanzillotta
Chor: Tilman Michael

Besetzung:

Corrado: Mario Chang
Medora: Dorothea Röschmann
Gulnara: Roberta Mantegna
Seid: Željko Lučić
Giovanni: Brandon Cedel

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Preise: € 17 bis 135 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

www.oper-frankfurt.de