Konzertante Aufführung der Opéra-comique »Mignon« am 17. und 19. April an der Oper Frankfurt

Julie Boulianne (© Andréanne Gauthier))

Ambroise Thomas (1811-1896) nahm sich der Vertonung des Mignon-Stoffes an, nachdem seine Zeitgenossen Giacomo Meyerbeer, Charles Gounod und Ernst Reyer diesen abgelehnt hatten. Nach sechsjährigem Rückzug aus der Öffentlichkeit kam das Werk des französischen Opernkomponisten am 17. November 1866 an der Pariser Opéra-Comique mit durchschlagendem und jahrzehntelang andauerndem Erfolg zur Uraufführung. Das Libretto von Thomas’ 17. Oper stammt von Jules Barbier und Michel Carré – gleichermaßen Verfasser des von Gounod vertonten Faust-Librettos – und geht auf Goethes Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre (1796) zurück. Mit zwei konzertanten Aufführungen erklingt das Werk nun in der Geburtsstadt des Dichterfürsten.

Seit dem Raub seiner Tochter Sperata zieht Graf Lothario von Ciprani als Spielmann umher. Einige Jahre sind vergangen, als der verwirrte Musiker seiner Tochter, die unter dem Namen Mignon Tänzerin einer Zigeunertruppe ist, wiederbegegnet und sie nicht erkennt. Mignon vertraut sich dem Studenten Wilhelm Meister an, der sie freikauft. Aus Dankbarkeit will sie ihm folgen und verliebt sich in den Befreier. Dieser hat sein Herz jedoch an die Schauspielerin Philine vergeben, die eigentlich in festen Händen ist, allerdings auch Gefallen an Wilhelm findet. Mignon bleibt hartnäckig und folgt diesem und der Schauspielergesellschaft um Philine. Erst als Wilhelm Mignon ein weiteres Mal rettet und zur Genesung in ihre Heimat Italien bringt, erkennt er die Liebe zu ihr, und auch Vater und Tochter finden wieder zueinander.

Dirigent Benjamin Reiners, erstmals an der Oper Frankfurt zu Gast, ist seit der aktuellen Spielzeit Generalmusikdirektor am Theater Kiel. Neben zahlreichen Dirigaten an seinem Stammhaus gehören zu seinen aktuellen Aufgaben auch Engagements an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, so u.a. für die Neuproduktion von Mozarts La finta giardiniera. In der Titelpartie ist die frankokanadische Mezzosopranistin Julie Boulianne zu erleben, die hier 2017/18 ihr Deutschland-Debüt als Charlotte (Werther) an der Seite von Attilio Glaser (Wilhelm Meister) als Werther gab. Der Tenor begann die Saison 2019/20 mit seinem Rollendebüt als Idomeneo an der Oper Frankfurt. Jüngste Engagements führten ihn als Da-Ud (Die ägyptische Helena) und Narraboth (Salome) an die Mailänder Scala. In dieser Saison kehrte die amerikanische Sopranistin Elizabeth Sutphen (Philine), von 2016 bis 2018 Mitglied des Opernstudios, auch als Lisetta (La gazzetta) zurück an den Main. Der französische Bass Jean Teitgen gibt als Lothario sein Frankfurt-Debüt. Alle übrigen Partien sind mit den Ensemblemitgliedern Michael Porter (Laërte), Barnaby Rea (Jarno / Antonio) und Zanda Švēde (Friedrich) besetzt.


Mignon

Opéra-comique in drei Akten

Von: Ambroise Thomas

Uraufführung: 17. November 1866 (Paris, Opéra-Comique)

Premiere / Konzertante Aufführung an der Oper Frankfurt: abgesagt (ursprünglich geplant für den 17. und 20. April 20)

Musikalische Leitung: Benjamin Reiners
Chor: Tilman Michael

Besetzung:

Mignon: Julie Boulianne
Philine: Elizabeth Sutphen
Wilhelm Meister: Attilio Glaser
Lothario: Jean Teitgen
Laërte: Michael Porter
Jarno: Barnaby Rea
Friedrich: Zanda Švēde

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


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