Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater beantragt Kurzarbeit für fast alle Beschäftigten

Theaterchef Woelffer bleibt trotzdem zuversichtlich

Die Komödie am Kurfürstendamm im Schiller Theater (Foto: Franziska Strauss)

Berlin, 26. März 2020, „Nach allem, was mein Team und ich schon erlebt haben in den vergangenen 15 Jahren – Kampf um den Erhalt der beiden traditionsreichen Theater am Kurfürstendamm und der Umzug ins Schiller Theater – hatte ich gedacht, dass wir mit unserem Theater in ruhigeres Fahrwasser gekommen seien: Wir haben uns gut am neuen Standort Schiller Theater etabliert, viele neue Zuschauer gewonnen und erfolgreiche Inszenierungen auf die Bühne gebracht.

Auswirkungen der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat uns zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt getroffen. Wir sind mit Katharina Thalbachs Inszenierung von ´Mord im Orientexpress´ ein großes Wagnis eingegangen, aber es schien, als hätten wir auf die richtige Karte gesetzt: Der Vorverkauf lief blendend, die Einnahmen stimmten, die Stadt hing voller Plakate, die Medien interessierten sich für die Inszenierung, zur Premiere hatten sich zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur angemeldet. Nun ist erstmal alles verschoben, und das Theater verwaist. Das ist für mich, mein Team, das Ensemble und alle anderen, die an der Produktion beteiligt waren, schmerzhaft und sehr, sehr traurig, denn wir Theaterleute haben gelernt, dass der Vorhang jeden Abend hochgehen muss“, fasst Theaterchef Martin Woelffer die Stimmung an seinem Haus zusammen.

Kurzarbeit für Team und Ensemble

Woelffer und sein Mit-Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor Michael Forner haben bereits in der vergangenen Woche für das gesamte Team und auch das Ensemble Kurzarbeit beantragt. „Das ist uns nicht leicht gefallen, aber uns blieb keine andere Wahl. Wir arbeiten mit aller Kraft daran, die Zukunft für unser Theater zu sichern. Ich stehe in engem Kontakt mit der Privattheatergruppe des Deutschen Bühnenvereins sowie mit dem Kultursenator Dr. Klaus Lederer und seinem Staatssekretär Dr. Torsten Wöhlert. Mit großem Respekt und Zuversicht sehe ich, wie sehr sie sich für den Erhalt der Berliner Kultur ins Zeug legen. Unser gemeinsames Credo ist: Zusammen schaffen wir das! Auch meine Mitarbeiter*innen glauben fest daran. Sie sind sich sicher: ´Wir haben so viele Krisen gemeinsam überstanden – von diesem Virus lassen wir uns nicht unterkriegen.´ Wichtig sind auch die Signale, die wir von unseren Zuschauern bekommen. Nur ein Bruchteil möchte das Geld für die gekauften Tickets zurückerstattet bekommen. Viele warten darauf, dass wir ihnen Ersatztermine anbieten und es gibt auch einige, die schreiben, dass sie uns das Geld für die Karten spenden und sobald neue Termine feststehen noch einmal Karten kaufen. Für alle, die uns in dieser schwierigen Situation unterstützen möchten, haben wir auf unserer Website unter komoedie-berlin.de einen Spendenlink eingerichtet. Und natürlich kann man weiterhin Karten und Gutscheine kaufen.“