Komische Oper Berlin ist mit neuem Dolmuş-Format unterwegs und präsentiert Stream-Premieren

Selam Opera! 2018 ~ Komische Oper Berlin ~ Foto: Robert Recker

Mit ihrem einzigartigen Outreach-Projekt »Selam Opera!« und dem Operndolmuş sucht die Komische Oper Berlin seit 2012 die Nähe zu ihrem Publikum – vor Ort, direkt in den Begegnungsstätten im Kiez. Unter dem Titel »Komşu Dolmuş« (etwa »Voll mit Nachbar*innen«) präsentiert das Selam-Opera-Team nach Ende des Fastenmonats Ramadan nun ein neues, Corona-kompatibles Format: kurze Konzerte in Berliner Hinterhöfen.

Am 8. Juni startet das Live-Musiktheatererlebnis in Kreuzberg mit drei Musiker*innen und zwei Sänger*innen der Komischen Oper Berlin. Das rund 20-minütige Programm greift Fragen der Stunde auf: Der Barbier von Sevilla erinnert an den so dringend herbeigesehnten Friseurbesuch; Spolianskys »Einmal möcht’ ich keine Sorgen haben« drückt gleichermaßen Verunsicherung wie Hoffnungsschimmer aus; und Barış Manços »Dağlar Dağlar« erzählt von der Sehnsucht, endlich wieder mit geliebten Menschen vereint zu sein. Alle Anwohner*innen sind dazu eingeladen, den kostenlosen Konzerten vom eigenen Fenster oder Balkon aus beizuwohnen und den »Komşu Dolmuş« auf Abstand und doch ganz unmittelbar zu erleben. Weitere Informationen unter: komische-oper-berlin.de.

Außerdem präsentiert die Komische Oper Berlin in den nächsten Tagen neue Streams im Online-Spielplan: Den Anfang macht Nicole Chevalier als Gast beim Celebrations-Konzert am 5. Juni, gefolgt von der Stream-Premiere der Erfolgsproduktion »Moses und Aron« am 12. Juni.

Online-Spielplan
Ab 12. Juni: »Moses und Aron«

Religionsübergreifende Parabel über die Suche nach dem wahren Glauben und dem »gelobten Land«, unvollendetes Opus magnum eines Neuerers der Musik, Monument der Zwölfton-Komposition, Oper eines wegen seiner jüdischen Herkunft Vertriebenen über den biblischen Exodus des jüdischen Volks – Arnold Schönbergs Moses und Aron bietet viele Ansatzpunkte und ist doch in seiner Komplexität kaum zu fassen.

Schönbergs Moses und Aron ist eine Oper, die eine besondere Herausforderung für jedes Opernhaus darstellt: zahlreiche Mitwirkende auf der Bühne, eine hochkomplexe Partitur, die das Äußerste von Sänger*innen und Musiker*innen fordert, und unzählige Proben für den geheimen Star des Stücks – den Chor. Mit der Inszenierung der Oper, die 1930 bis 1932 in Berlin entstand, aber erst posthum 1954/1957 als zweiaktiger Torso uraufgeführt wurde, brachten Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky und Dirigent Vladimir Jurowski Moses und Aron im Jahr 2015 erstmals an die Komische Oper Berlin, als einmaliges Projekt: Nur sechs Aufführungen waren angesetzt. Im Rahmen ihres Online-Spielplans präsentiert die Komische Oper Berlin ab 12. Juni einen noch nie gesendeten Mitschnitt der Premiere vom 19. April 2015.

Zum vollständigen Online-Spielplan: komische-oper-berlin.de