Intendant André Bücker inszeniert Massenets tragische Oper »Werther« am Staatstheater Augsburg

Werther ~ Staatstheater Augsburg ~ Schmidt (Oliver Scherer), Werther (Xavier Moreno), Charlotte (Natalya Boeva), Johann (Irakli Gorgoshidze) (© Jan-Pieter Fuhr)

Ein junger Mann ist unglücklich verliebt und nimmt sich das Leben. So verknappt ließe sich Jules Massenets Oper »Werther« auf den ersten Blick zusammenfassen. Doch sie ist viel mehr: Der hochemotionale Werther empfindet Glück, Liebe, Einsamkeit und Verzweiflung stets im Extrem und scheitert letztlich an seinem bis ins Wahnhafte übersteigerten Liebeswillen, der nicht zu realisieren ist.
André Bücker bringt Massenets bekannteste Oper ab dem 2. Februar auf die Bühne des martini-Parks.
Verkörpert werden die Liebenden Charlotte und Werther durch die Mezzosopranistin Natalya Boeva, Gewinnerin des ARD-Musikwettbewerbs 2018 im Fach Gesang, und den europaweit gefeierten Tenor Xavier Moreno.

Nachdem Charles Gounod und Ambroise Thomas mit den Goethe-Adaptionen »Faust« und »Mignon« auf den Opernbühnen in Paris Erfolge gefeiert hatten, wollte auch Jules Massenet dieser Mode folgen. Seine Librettisten und er verständigten sich als Sujet auf den Roman »Die Leiden des jungen Werthers«, der in der Folge seiner Veröffentlichung 1774 angeblich zu einem »Wertherfieber« geführt hatte, bei dem sich Fans wie Werther kleideten und es sogar eine erhöhte Anzahl an Suiziden gab.
Jules Massenet komponierte eine eindringliche und suggestive Winteratmosphäre, die Charlotte als Ruhepol der Oper ins Zentrum der Handlung rückt, und der er seine wild-romantische Werther-Darstellung gegenüberstellt. So wird aus Goethes Briefroman das bewegende Psychogramm einer stillen, jedoch innerlich zerrissenen Frau, die aus Ehrgefühl an ihrer Verlobung mit Albert festhält, ohne dass das Werk seine Titelfigur, den ebenso leidenschaftlichen wie auch melancholischen Werther aus dem Blick verliert, den die Unerreichbarkeit seiner Angebeteten schließlich in den Suizid treibt. Allerdings haben an diesem Punkt die Autoren der Oper in die literarische Vorlage eingegriffen und für das Finale ein Liebesgeständnis von Charlotte verfasst.

Die 1892 an der Wiener Hofoper uraufgeführte äußerst ausdrucksstarke und hoch emotionale französische Literaturoper inszeniert Intendant André Bücker. Unterstützt wird er dabei wieder von seinem Ausstattungsteam, das sich bereits mit »Peer Gynt« und »La forza del destino« erfolgreich in Augsburg vorgestellt hat. Zu seinem erstklassigen Ensemble gehören neben der Gewinnerin des ARD-Musikwettbewerbs 2018 im Fach Gesang, Natalya Boeva, u. a. die als Königin der Nacht und Papageno umjubelten Solisten Olena Sloia und Wiard Witholt. Der Tenor Xavier Moreno in der Titelrolle gastiert an renommierten Opernhäusern, wie beispielsweise der Opéra National de Paris (Bastille), dem Gran Teatre del Liceu (Barcelona), der Hungarian State Opera (Budapest), der Königlichen Oper Kopenhagen oder dem Tel Aviv Perfoming Arts Center.

Werther
Oper in vier Akten von Jules Massenet
Libretto Édouard Blau, Paul Milliet & Georges Hartmann nach dem Briefroman »Die Leiden des jungen Werthers« von Johann Wolfgang von Goethe

Premiere am Theater Augsburg: 2. Februar 19 (martini-Park)

Musikalische Leitung: Domonkos Héja
Inszenierung: André Bücker
Bühnenbild: Jan Steigert
Kostüme: Suse Tobisch
Dramaturgie: Vera Gertz

Besetzung:

Werther: Xavier Moreno
Charlotte, Tochter des Amtmanns: Natalya Boeva
Sophie, ihre Schwester: Olena Sloia
Albert: Wiard Witholt
Der Amtmann: Tobias Pfülb
Schmidt: Oliver Scherer
Johann: Irakli Gorgoshidze

Orchester Augsburger Philharmoniker
Kinderchor Knabensolisten der Augsburger Domsingknaben

Werkstatt: 23.1.2019 18:30 bis ca. 20:30 | Foyer martini-Park


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