Impulse Theater Festival 2020 wird wegen Corona abgesagt

Digitale Formate für Teile des SHOWCASE und der AKADEMIE werden im ursprünglich geplanten Festivalzeitraum vom 4. bis 14. Juni 2020 online gezeigt.

Digitale Impulse ~ Lob des Vergessens (© Oliver Zahn)

Das Impulse Theater Festival muss wegen der Coronakrise abgesagt werden. Das Impulse-Team und das NRW KULTURsekretariat sowie die Veranstaltungspartner in Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr bedauern dies sehr. Jedoch ist die Absage der diesjährigen Festivalausgabe wegen der Gesundheitsrisiken und vor dem Hintergrund der ungewissen Situation für Kulturveranstaltungen unausweichlich. Der Schritt fällt umso schwerer, als 2020 besondere Programmpunkte zum 30-jährigen Bestehen der Impulse geplant waren.

»Dieses Virus trifft nicht nur die Körper von Menschen, es trifft das Theater als solches und es bringt eine Lücke, einen Mangel an den Tag, den wir nicht einfach füllen können, sondern den wir, auch wenn es schmerzhaft ist, aushalten und zulassen sollten«, so Haiko Pfost, der Künstlerische Leiter des Festivals.

Dr. Christian Esch, Direktor des NRW KULTURsekretariats, ergänzt: »Bei aller herben Enttäuschung schauen wir nach vorne: Unsere Impulse werden auch in ihrem 30. Jahr präsent bleiben. Jetzt erst recht, bei coronabedingt gesteigerter Digitalität und sozialer Gefährdung, braucht es den Möglichkeitssinn von Kunst und Performance.«

Digitale Impulse:

Das geplante Programm wird aber nicht ersatzlos entfallen. Zurzeit werden gezielt digitale Formate für Teile des SHOWCASE und der AKADEMIE entwickelt, die im ursprünglich geplanten Festivalzeitraum vom 4. bis 14. Juni 2020 online gezeigt werden sollen. Die Formate nutzen das Potenzial des digitalen Raums, breiten Zugang zu ermöglichen und die Schwellen für Interaktion zu senken.

Von den zehn zum SHOWCASE eingeladenen Gastspielen werden aktuell drei Produktionen speziell für das Internet umgearbeitet: die Video-Installation STRICKEN von Magda Korsinsky, Oliver Zahns LOB DES VERGESSENS, im Netz dann als Desktop-Version, sowie ES IST ZU SPÄT von internil, das bereits im Dezember vergangenen Jahres einen Abschied vom Theater zugunsten von YouTube beschwor.

Auch das Konferenzprogramm der AKADEMIE »ZEIGE DEINE KLASSE« über soziale Herkunft und Freies Theater soll online stattfinden. Die Klassenfrage hat in der Corona-Krise weiter an Brisanz gewonnen, da die Verdienstausfälle vor allem für Theaterschaffende ohne Vermögenshintergrund zum existenziellen Problem werden.

Darüber hinaus ist eine Publikation mit Beiträgen von Akteur*innen der Freien Szene und der Kulturpolitik geplant, die aus der Corona-Krise gewonnene Erkenntnisse, Ideen und Forderungen versammelt.

Details zum Online-Programm werden in Kürze auf impulsefestival.de veröffentlicht.