Impulse Theater Festival 2019: Wieder erfolgreich als Treffpunkt, Labor und Leistungsschau der Freien Szene

Angstraum Köln - Sexismus, Rassismus und Nationalismus-7 (c) Robin Junicke

Noch bis heute läuft das Impulse Theater Festival 2019. Allein zum SHOWCASE in Düsseldorf kamen rund 4.250 Besucher*innen, 428 zur AKADEMIE im Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim an der Ruhr und unzählige zum STADTPROJEKT in Köln. Mit den drei Schwerpunkten SHOWCASE, STADTPROJEKT und AKADEMIE setzte der künstlerische Leiter Haiko Pfost in der zweiten Festivalausgabe seine Struktur für das Impulse Theater Festival fort. Damit haben die Impulse erneut ihre herausragende Bedeutung als Treffpunkt, Labor und Leistungsschau der Freien Szene unter Beweis gestellt.

Haiko Pfost, künstlerischer Leiter der Impulse 2018–2020: „Das diesjährige Impulse Theater Festival hat erneut gezeigt, wie vital und eigenständig die Freie Szene ist. Die Bestandsaufnahme mit den eingeladenen Produktionen, wie auch die Diskussionen rund um das Festival und die beiden Akademien bestätigten den Willen in der Szene, drängende Zukunftsfragen anzugehen und dem Rechtsruck in der Gesellschaft aktiv entgegenzuwirken. Die mediale Aufmerksamkeit rund um das STADTPROJEKT ANGSTRAUM KÖLN verdeutlichte, dass Kunst im öffentlichen Raum eine große Wirkung entfalten und gesellschaftliche Diskussionen anstoßen kann.“

Dr. Christian Esch, Direktor des NRW KULTURsekretariats, ergänzt: „Wieder haben Haiko Pfost und sein Team ein reiches Spektrum der Arbeiten der Freien Szene zusammengestellt. Zu sehen und zu diskutieren gab es kritische und kraftvolle Impulse in die Stadtgesellschaft und in die Theaterszene. Auch in diesem Jahr, dem 29. des Impulse Theater Festivals, haben sich drei nordrhein-westfälische Theaterstädte gemeinsam mit dem NRW KULTURsekretariat für das Freie Theater engagiert und die Kraft der kommunalen Kultur eingebracht. Und so war NRW für elf Tage wieder das Zentrum des Freien Theaters im deutschsprachigen Raum.“

Die 28 Vorstellungen der elf eingeladenen SHOWCASE-Produktionen an elf Festivaltagen waren zu 95 % ausgelastet. In Düsseldorf wurden die drei Bühnen des Festivalpartners FFT, das tanzhaus nrw sowie die Off-Spaces reinraum und Brause bespielt. Hier waren die herausragendsten und herausforderndsten Arbeiten der letzten Saison zu sehen. Eingeladen vom sechsköpfigen Impulse-Beirat wurden: Dragana Bulut, CHICKS* freies performancekollektiv, Club Real, Hauptaktion, Julian Hetzel, Markus&Markus, Johannes Müller / Philine Rinnert, Markus Öhrn, Charlotte Pfeifer, Marcel Schwald / Chris Leuenberger und Jan Philipp Stange. Bis auf Julian Hetzel, Markus&Markus und Markus Öhrn (2011 als Teil der Gruppen Institutet / Nya Rampen bei den Impulsen) waren alle Künstler*innen erstmals bei den Impulsen vertreten.

Die Eröffnung mit Reut Shemeshs WITNESS und ZWEITER VERSUCH ÜBER DAS TURNEN von Hauptaktion präsentierte zwei Arbeiten über populäre Körperpraktiken, bei denen individuelle Körper in einer Gruppenformation aufgingen, und wurde begeistert aufgenommen.
Inhaltlich drehte sich das Festival um Themen wie Optimierungszwänge, Gewalt gegen Frauen, Genderkonstruktionen, Rassismus und den Islam – Themen, die auch nach den Vorstellungen bis spät in den Abend noch für erhitzte Diskussionen sorgten.

Für die Produktionen EF_FEMININITY von Marcel Schwald / Chris Leuenberger und HAPPYOLOGY von Dragana Bulut wurden aufgrund der hohen Nachfrage Zusatzvorstellungen angesetzt. Sehr gut angenommen wurden ebenfalls die Publikumsgespräche mit den Künstler*innen und Expert*innen zu den jeweiligen Themen.

Am Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim an der Ruhr trafen sich Akteur*innen der Freien Szene zur zweiten Ausgabe der Impulse-AKADEMIE. Die rege Nachfrage zeigte, dass sich das Format als Ort der Selbstverständigung der Freien Szene etabliert hat. Die Teilnehmer*innen der ersten Akademie beschäftigten sich mit dem Thema „Kunstfreiheit“ in Zeiten eines zunehmenden Rechtsrucks und der damit gestiegenen Selbstverantwortung der Kunst. Im Herbst sollen die Ergebnisse der Akademie als offene Plattform veröffentlicht werden. Die zweite Akademie mit vier dreitägigen Workshops sowie einer Konferenz fokussierte das Thema „Selbstoptimierung der freien darstellenden Künste“. Theaterschaffende, Studierende und externe Expert*innen arbeiteten zu Optimierungen des Selbst, der Arbeit, der Organisationen und der Szene und trugen in der Konferenz ihre Positionen zusammen.

Das Festival endet am Sonntag, den 23. Juni mit dem Abschluss des STADTPROJEKTs ANGSTRAUM KÖLN. Von 16 bis 21 Uhr werden alle Arbeiten im Rahmen eines Parcours durch die Kölner Innenstadt vorgestellt. Ab 21 Uhr laden die Projektbeteiligten zu einer Abschlussparty in die Bar „Zum Scheuen Reh“.

Im nächsten Jahr wird in Köln das Festival mit dem SHOWCASE eröffnet, während AKADEMIE und STADTPROJEKT nach Düsseldorf beziehungsweise Mülheim an der Ruhr wandern.

impulsefestival.de