Humperdincks Hänsel und Gretel ab 6. Februar an der Staatsoper Stuttgart

Eine Hexe als Wohltäterin?

Opernhaus der Staatsoper Stuttgart (Foto: Matthias Baus)

Der Berliner Filmemacher und Theaterregisseur Axel Ranisch kehrt mit einer Inszenierung von Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel an die Staatsoper Stuttgart zurück: Die Premiere am 6. Februar 2022 um 17 Uhr gestalten die Mezzosopranistin Rosie Aldridge als Hexe sowie die Ensemblemitglieder Josefin Feiler als Gretel, Ida Ränzlöv als Hänsel, Shigeo Ishino als Vater, Catriona Smith als Mutter sowie Claudia Muschio als Sand-/Taumännchen. Im Verlauf der Premierenserie übernehmen mit Esther Dierkes (Gretel), Kammersängerin Diana Haller (Hänsel), Natalie Karl (Hexe), Christian Miedl (Vater) und Laia Vallés (Sand-/Taumännchen) weitere Ensemblemitglieder und Gäste die Partien. Die musikalische Leitung liegt bei Alevtina Ioffe, die kürzlich zur Generalmusikdirektorin des Michailowski-Theaters St. Petersburg ernannt wurde. Mit der russischen Dirigentin arbeitete Axel Ranisch bereits an der Bayerischen Staatsoper in München zusammen.

An der Staatsoper Stuttgart feierte der Regisseur in der Saison 2018/19 mit Sergei Prokofjews Oper Die Liebe zu drei Orangen – die in der aktuellen Saison wieder aufgenommen wurde – einen Publikumserfolg. Humperdincks Märchenoper nimmt er in ähnlicher Weise mit viel Erzähllust und krudem Humor:

„Monatelang habe ich mich bemüht, aus der bösen eine gute Hexe zu machen. Ich habe mir überlegt, ob sie eine Transperson sein könnte, die an der Cis-Heteronormativität der Gesellschaft leidet. Doch am Ende ging das alles nicht auf. Die Hexe bleibt auch in der neuen Inszenierung böse, tritt aber wie eine Wohltäterin auf und verteilt köstliche Drops. In einer Welt, in der der Wald verbrannt ist und es deswegen nichts mehr zu essen gibt, greifen die Menschen beherzt zu. Und in einer Hungersnot kommt keiner auf den Gedanken, dass die feinen Süßigkeiten aus den eigenen Kindern gemacht sein könnten. Falls man wolle, ließe sich darin einiges lesen: trügerische Lockangebote, der Kannibalismus einer kaputten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung“, so der Regisseur.

Zwei Wochen vor der Premiere bietet die Staatsoper Stuttgart eine Einführungsmatinee zu Hänsel und Gretel an: Am 23. Januar geben das Regieteam und die Dirigentin bei einem Podiumsgespräch Einblicke in das Werk und die szenische und musikalische Konzeption der Neuproduktion. Ende März ist außerdem ein kostenfreier Livestream der Aufführung aus dem Opernhaus geplant.


Hänsel und Gretel

Oper in drei Akten

Von:
Engelbert Humperdinck
Premiere an der Staatsoper Stuttgart: 6. Februar 22

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Einführungsmatinee
am 23. Januar 2022, 11 Uhr

Weitere Vorstellungen
9. / 20. / 26. Februar 2022
9. / 11. / 13. / 28. März 2022
3. April 2022

Musikalische Leitung: Alevtina Ioffe
Regie: Axel Ranisch
Bühne: Saskia Wunsch
Kostüme: Alfred Mayerhofer
Licht: Reinhard Traub
Kinderchor: Bernhard Moncado
Dramaturgie: Franz-Erdmann Meyer-Herder

Besetzung:

Gretel: Josefin Feiler/Esther Dierkes (20.2. nachmittags / 26.2 / 3.4. nachmittags)
Hänsel: Ida Ränzlöv/Diana Haller (20.2. nachmittags / 26.2 / 3.4. nachmittags)
Hexe: Rosie Aldridge/Natalie Karl (9.2. / 9., 11. & 13.3.)
Vater: Shigeo Ishino/Christian Miedl (9.2. / 20.2. nachmittags / 28.3. / 3.4. nachmittags)
Mutter: Catriona Smith
Sand- / Taumännchen: Claudia Muschio/Laia Vallés

Kinderchor der Staatsoper Stuttgart
Staatsorchester Stuttgart


staatsoper-stuttgart.de