Hintergründe zur Spielzeitverschiebung der Burgfestspiele Bad Vilbel 2020 > 2021

Burgfestspiele Bad Vilbel: So schön wie in der Spielzeit 2019 wird es 2021 wieder werden. Foto © Eugen Sommer

In einem Pressegespräch erläuterten am vergangenem Montag Intendant Claus-Günther Kunzmann und Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr die Überlegungen, die zur Entscheidung über die Verschiebung des Spielplans der Burgfestspiele Bad Vilbel von 2020 auf 2021 geführt haben.

Die Hintergründe

Bekanntermaßen wurde der Spielplan 2020 der Burgfestspiele Bad Vilbel infolge der Corona-Pandemie in das Jahr 2021 verschoben. Bürgermeister Thomas Stöhr erläuterte, warum diese Entscheidung als die beste Lösung erschien. Intendant Claus-Günther Kunzmann konnte dem nur beipflichten. „Mitten im Lauf ausgebremst.“ So formuliert Kunzmann sein Gefühl in diesen März- und Apriltagen. „Eine Katastrophe und ein großes Loch war die Gewissheit, dass die Burgfestspiele 2020 nicht wie gewohnt stattfinden können. Nach der Absage des Hessentags auch noch das!“
Trotzdem: Angesichts der existentiellen Nöte der Künstlerinnen und Künstler gab es keine andere Möglichkeit. Der Perspektivlosigkeit für die Kultur in der Corona-Krise wird der Spielplan 2021 entgegengesetzt. Im Kontakt mit den KünstlerInnen und allen Mitwirkenden wurden die Vorstellungstermine auf das Jahr 2021 übertragen. Dabei wurde ein Gesamtpaket geschnürt: Die Verträge für die KünstlerInnen werden ebenfalls auf 2021 verschoben und in diesem Jahr werden sie in Kurzarbeit geschickt. Diese Doppellösung mit dem Angebot der Kurzarbeit für 2020 und dem Vertragsangebot für 2021 sollte wegweisend werden für einige der anderen Festspielorte.

Insgesamt ist es eine Balance, die gefunden werden müsse, so Kunzmann weiter, zwischen notwendigen Anpassungen an die veränderte finanzielle Situation und der Verantwortung als Arbeitgeber für alle Mitwirkenden, mit denen ein Vertrag längst geschlossen war für die Monate, in denen sie in Bad Vilbel arbeiten würden. Er hebt hervor, dass grundsätzlich nach wie vor die Maxime der Vertragstreue „Pacta sunt servanda“ gelte, auch in schwierigen Zeiten.

Eine 1:1-Übertragung der Spieltermine von 2020 auf 2021 sei leider nicht möglich gewesen, zum einen liegen die Schulferien und die Feiertage im Jahreskalender anders, zum anderen hatten die Burgfestspiele auch den Hessentag in der Planung 2020 zu berücksichtigen. Soweit es möglich ist, bietet das Kartenbüro direkte Ersatztermine an, wo nicht, können die Karten umgetauscht werden in Gutscheine, in einen anderen Termin oder – und dies tun erfreulich viele – in eine Spende. Alle KartenkäuferInnen wurden angeschrieben, entweder per E-Mail-Adresse bzw. wurde mit ihnen telefoniert. Wichtig war es dem Intendanten, die ganze Palette der Möglichkeiten anzubieten.

Positives

Claudia Sebastian, die Leiterin des Kartenbüros, freut sich über die Reaktionen und die Gelassenheit der KundInnen. Ein Großteil der KundInnen hat bisher die Karten für den neuen Termin umgetauscht, einige haben die gesamte Summe oder Teilbeträge als Spende überlassen, wenige lassen sich das Geld zurückerstatten.

Erfreulich ist auch der Zuspruch der Sponsoren und Drittmittelgeber wie einzelne Firmen oder der Kulturfonds RheinMain, beinahe alle haben versprochen, den Burgfestspielen ‚treu‘ verbunden zu bleiben. Ebenfalls als eine ausgeprochen positive Maßnahme werten Herr Kunzmann und Herr Stöhr das Unterstützungsprogramm des Landes Hessen. Ministerin Angela Dorn nannte bei der Vorstellung dieses Programms für die kulturellen Einrichtungen explizit die Burgfestspiele Bad Vilbel, die Erhaltung der Spielstätten müsse über die kurzfristigen Hilfen hinaus im Blick bleiben, um zukunftsfähig zu bleiben.

Ausblicke

Die Leitlinie der gesamten Konzeption basiert auf der Annahme einer sicherlich völlig anders gearteten Einnahmesituation der Stadt Bad Vilbel. Eine Zuwendung zu den Burgfestspielen wird geringer ausfallen müssen als in den vergangen Jahre.

Dennoch: Alle Prognosen sind derzeit Kaffeesatzleserei. Kunzmann und Stöhr sind sich einig über das ‚Desaster‘, das über Land und Leute hereingebrochen ist mit der Pandemie und blicken einerseits mit sorgenvollem Blick auf dieses und das nächste Jahr.

Andererseits verkündet verkündet Claus-Günther Kunzmann mit dem festen Blick nach vorn, das Investitionsprogramm für die Burgfestspiele bleibe wie geplant bestehen. So wird der Bau der Theaterwerkstätten weiter vorangetrieben und die Planungen für das neue Bühnendach gehen ebenfalls voran. Mit seinem Wunsch, diese Bauvorhaben bis 2022 in trockenen Tüchern bzw. sogar realisiert zu haben, schmunzelt Kunzmann, zeige er durchaus ambitionierte Zeitpläne.

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