Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im September 22

Asmik Grigorian (© Lina Jjushke)


6. Wiederaufnahme: La Cenerentola

Cenerentola – Cinderella – Aschenputtel gilt als das bekannteste, vielleicht sogar beliebteste Märchen der Welt. Hinter dem Namen verbirgt sich die äußere, aschebeschmutzte Erscheinung eines Mädchens, das von der bösen Stiefmutter und deren Töchtern schikaniert wird. Doch spannender scheint die Frage nach dem Wesen, dem Innern einer jungen Frau, die trotz aller Widrigkeiten die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“ im Verlauf des Geschehens sucht und schließlich auch findet.

La Cenerentola
Oper Frankfurt
v.l.n.r. Clorinda, Tisbe und Dandini
© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de

Die Vertonung des Stoffes durch Gioachino Rossini (1792-1868) war einer der großen Publikumserfolge des Komponisten und wurde 1817 am römischen Teatro della Valle uraufgeführt. Nach der Premiere der Neuinszenierung von Keith Warner am 20. Juni 2004 an der Oper Frankfurt war in DIE WELT Kompakt zu lesen: „Kann man drei Stunden gerührter, erheiterter, belebter verbringen als in dieser Inszenierung?“

Nun werden im Rahmen der sechsten Wiederaufnahme der Produktion aus der Spielzeit 2003/04 fast alle Rollen mit (ehemaligen) Ensemble- und Opernstudiomitgliedern neu besetzt: Die Titelpartie verkörpert erstmals die 2019/20 aus dem Opernstudio ins Ensemble übernommene Bianca Andrew. In der Saison 2022/23 wird die neuseeländische Mezzosopranistin als Aurelia in der Uraufführung von Vito Žurajs Blühen im Bockenheimer Depot sowie als Hänsel in Humperdincks Hänsel und Gretel und in der Titelpartie von Händels Xerxes im Opernhaus auftreten.

Zudem steigen die Ensemblemitglieder Bianca Tognocchi (Clorinda), Božidar Smiljanić (Don Magnifico) und Mikołaj Trąbka (Dandini) sowie der ehemalige Opernstudio-Stipendiat Pilgoo Kang (Alidoro) neu in die Produktion ein. Nach zwei Spielzeiten im Opernstudio der Oper Frankfurt wird die polnische Mezzosopranistin Karolina Makuła (Tisbe) als Gast zurückkehren. Francisco Brito führte die Partie des Don Ramiro bereits an die Semperoper Dresden und das Theater Bonn sowie das Teatro Massimo in Palermo und das Teatro Verdi in Salerno. Von 2011 bis 2013 war er Mitglied des Frankfurter Opernstudios und kehrte als Fenton in Verdis Falstaff sowie jüngst als Giannetto in Rossinis La gazza ladra hierher zurück.

Der Grazer Dirigent Patrick Hahn (* 1995) gibt mit dieser Produktion sein Debüt im Haus am Willy-Brandt-Platz. Der Generalmusikdirektor der Wuppertaler Bühnen und Sinfonieorchester GmbH ist Erster Gastdirigent und Artistic Advisor des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra (BIPO) sowie Erster Gastdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Jüngste Höhepunkte beinhalten sein Debüt bei den Salzburger Festspielen mit einer Jugendoper und seine Rückkehr an die Bayerische Staatsoper in München.

La cenerentola

Dramma giocoso in zwei Akten
Von: Gioachino Rossini
Uraufführung: 25. Januar 1817 (Rom, Teatro Valle)

Premiere an der Oper Frankfurt: 20. August 04
6. Wiederaufnahme: Samstag,17. September 22

Musikalische Leitung: Patrick Hahn
Regie: Keith Warner
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Caterina Panti Liberovici
Bühnenbild: Jason Southgate
Kostüme: Nicky Shaw
Licht: Simon Mills
Choreografie: Claire Glaskin
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Norbert Abels

Besetzung:

Angelina: Bianca Andrew
Clorinda: Bianca Tognocchi
Tisbe: Karolina Makuła
Don Ramiro: Francisco Brito
Don Magnifico: Božidar Smiljanić
Dandini: Mikołaj Trąbka
Alidoro: Pilgoo Kang

Chor (Herren) der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Weitere Vorstellungen: 24. (Oper für Familien, pro Erwachsenen-Kaufkarte maximal drei Tickets für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahre gratis, empfohlen ab 8 Jahren), 29. September, 3. (18 Uhr), 9. (15.30 Uhr) Oktober 2022
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


5. Wiederaufnahme von TOSCA

Am 16. Januar 2011 kam an der Oper Frankfurt die aktuelle Tosca-Produktion in der Regie von Andreas Kriegenburg heraus. Danach konnte man in der Frankfurter Rundschau über diese Neuinszenierung des Meisterwerks von Giacomo Puccini (1858-1924) lesen: „‚Oper darf nicht nur Traditionspflege sein‘, hat Andreas Kriegenburg einmal sinngemäß gesagt, denn Oper werde ja von heutigen Menschen gemacht. Dass Kriegenburg Puccinis Figuren trotzdem nicht brutal ins Heute zerrt, sondern sie in ihren eigentlich zeitlosen Gefühlswelten belässt, ist sein Verdienst – zumal diese bis ins Heute wirken.“ In einer Rundfunkrezension auf SWR2 war zu hören: „Rundum fulminant ging es zu. Große Stimmen, ein prachtvoll disponiertes Orchester, klare Bilder, eine perfekte Inszenierung.“

Tosca
Oper Frankfurt
Floria Tosca und Baron Scarpia
© Monika Rittershaus

Zur Handlung dieses „Opern-Krimis“: Im Rom des Jahres 1800 versucht die schöne Sängerin Floria Tosca, ihren Geliebten, den Maler Mario Cavaradossi, aus den Fängen des brutalen Polizeichefs Scarpia zu retten. Dieser fordert als Preis für die Freilassung des Malers von Tosca eine gemeinsame Nacht, danach sollen sie und Cavaradossi, vertuscht durch die Scheinhinrichtung des Geliebten, Rom unbehelligt verlassen dürfen. Tosca willigt ein. Im Affekt ersticht sie den überraschten Scarpia, der aber selbst noch im Tod die Zügel des Geschehens fest in der Hand hält…

Die musikalische Leitung dieser fünften Wiederaufnahme liegt bei Carlo Montanaro, der regelmäßiger Gastdirigent an der Oper Frankfurt ist. Zuletzt war er hier u.a. für Verdis Rigoletto, Simon Boccanegra und Don Carlos sowie Mascagnis L’amico Fritz (konzertant), Cileas Adriana Lecouvreur und Puccinis La Bohème engagiert.

Die Titelpartie übernimmt die kanadische Sopranistin Ambur Braid, die dem Frankfurter Ensemble 2018/19 beitrat. In der Spielzeit 2022/23 zählen Angèle in Kurt Weills Der Zar lässt sich fotografieren und Chawa in Rudi Stephans Die ersten Menschen zu ihren Aufgaben. Gastengagements werden sie zudem als Strauss’ Salome – als die sie hier einen überragenden Erfolg in Barrie Koskys Inszenierung feierte – an die Canadian Opera Company Toronto sowie als Senta in Wagners Der fliegende Holländer an die Komische Oper Berlin führen. Als Stephana in Giordanos Siberia gastiert sie im Sommer zum ersten Mal bei den Bregenzer Festspielen.
Tenor Alfred Kim ist erneut als Mario Cavaradossi zu erleben. Der gebürtige Koreaner sang jüngst an seinem ehemaligen Stammhaus Don Alvaro in der Wiederaufnahmeserie von Verdis La forza del destino. Der spanisch-amerikanische Bariton Daniel Luis de Vicente (Baron Scarpia) debütierte kürzlich mit seinem Einspringen als Rigoletto an der Oper Frankfurt. Am Slowakischen Nationaltheater Bratislava sang er Germont in Verdis La traviata und gab am Landestheater Innsbruck sein Rollendebüt als Scarpia. Weitere Engagements beinhalten u.a. Simon Boccanegra am Aalto-Musiktheater Essen und seine Rückkehr in den Partien Michele und Gianni Schicchi in Puccinis Opernzyklus Il trittico an das Hessische Staatstheater Wiesbaden.
Vom Opernstudio der Wiener Staatsoper ins Ensemble der Oper Frankfurt gewechselt, wird sich Bariton Erik van Heyningen (Cesare Angelotti) erstmals dem hiesigen Publikum vorstellen. Weitere Frankfurter Aufgaben umfassen den Sprecher in Mozarts Die Zauberflöte, Guido in Mercadantes Francesca da Rimini und Masetto in Mozarts Don Giovanni.
Seit 2019/20 im Ensemble beheimatet, feierte der kanadische Bariton Iain MacNeil (Sciarrone) jüngst einen überragenden Erfolg als Dallapiccolas Ulisse.
Bereits mit der Produktion vertraut sind Franz Mayer (Der Mesner) und Michael McCown (Spoletta).

Tosca

Melodramma in drei Akten
Von: Giacomo Puccini

Uraufführung: 14. Januar 1900 (Rom, Theatro Costanzi)
Premiere an der Oper Frankfurt: df
5. Wiederaufnahme: Sonntag, 18. September 22

Musikalische Leitung: Carlo Montanaro
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes
Bühnenbild: Harald Thor
Kostüme: Tanja Hofmann
Licht: Frank Keller
Video: Bibi Abel
Chor, Kinderchor: Álvaro Corral Matute
Dramaturgie: Malte Krasting

Besetzung:

Floria Tosca: Ambur Braid
Mario Cavaradossi: Alfred Kim
Baron Scarpia: Daniel Luis de Vicente
Cesare Angelotti: Erik van Heyningen
Der Mesner: Franz Mayer
Spoletta: Michael McCown
Sciarrone: Iain MacNeil
Ein Hirte: Solist des Kinderchores der Oper Frankfurt

Chor und Kinderchor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester


Weitere Vorstellungen: 23., 25. (15.30 Uhr) September, 1., 14., 23. (18 Uhr) Oktober, 4. November 2022 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Liederabend Asmik Grigoria (Ssopran) und Lukas Geniušas (Klavier)

Mittwoch, 7. September 22 (im Opernhaus)
Lieder und Klavierwerke von Sergei W. Rachmaninow, Peter I. Tschaikowski u.a.

Als Strauss’ Salome erklomm Asmik Grigorian bei den Salzburger Festspielen über Nacht den Opernolymp. Daraufhin gab sie ihre umjubelten Debüts bei den Bayreuther Festspielen als Senta in Wagners Der fliegende Holländer und am Royal Opera House Covent Garden in London in der Titelpartie von Janáčeks Jenůfa. Sie wurde als Tatiana in Tschaikowskis Eugen Onegin und als Puccinis Manon Lescaut an der Wiener Staatsoper, als Lisa in Tschaikowskis Pique Dame an der Mailänder Scala und als Puccinis Madama Butterfly in Stockholm gefeiert. In Frankfurt war die Ausnahmesopranistin bereits als Tschaikowskis Iolanta sowie als Manon Lescaut zu erleben, als die sie in dieser Spielzeit hierher zurückkehrt.

Nun gibt es die Gelegenheit, Asmik Grigorian anlässlich ihres ersten Frankfurter Liederabends noch ein Stück näher zu kommen: An der Seite des Pianisten Lukas Geniušas bringt sie sorgfältig ausgewählte Lieder von Sergei Rachmaninow zu Gehör – das Programm ihrer gemeinsamen CD, die im März 2022 unter dem Titel Dissonance bei Alpha Classics erschien. „Es ist kein Soloalbum“, betont Asmik Grigorian, „bei Rachmaninow gibt es nur Duette zwischen Sänger und Pianist.“

Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.


Theaterfest: Oper und Schauspiel öffnen ihre Pforten

Die Städtischen Bühnen öffnen – vom Keller bis zum Dachgeschoss: Genießen Sie Konzerte, Performances, Lesungen und Lieder, und werden Sie bei Workshops, Orchester-Projekten, Führungen, Opern-Karaoke und Coachings selbst aktiv. Für kleine Besucher*innen gibt es ein umfangreiches Kinderprogramm.

11. September, 11–17 Uhr

Ein Download des Programms ist unter oper-frankfurt.de möglich (PDF-Dokument; Änderungen vorbehalten)