Highlights im Spielplan der Oper Frankfurt im Oktober 22

Danylo Matviienko übernimmt bei der Neuproduktion von Mozarts »Die Zauberflöte« an der Oper Frankfurt die Partie des Papageno (© Barbara Aumüller ~ szenenfoto.de)


Premiere: Die Zauberflöte

Als erste Premiere eröffnet am 2. Oktober 2022 Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) die aktuelle Spielzeit der Oper Frankfurt. Den vielgestaltigen Text verfasste Emanuel Schikaneder, Librettist zahlreicher Opern und Singspiele. In der Uraufführung 1791 im Freihaustheater auf der Wieden in Wien übernahm kein Geringerer als Schikaneder selbst die Partie des Papageno.

Die Oper in der Sicht des Amerikaners Ted Huffman folgt nach 24 Jahren auf die seit ihrer Premiere 1998 fünfzehn Mal wiederaufgenommene Inszenierung von Alfred Kirchner. Die Dernière am 22. April 2023 findet im Rahmen des von verschiedenen Kulturinstitutionen Frankfurts und der Region ausgerichteten neuen Festivals Mainly Mozart (22. bis 30. April 2023) statt.

Für viele Zuschauer war und ist Die Zauberflöte der traditionelle Einstieg in die Welt der Oper: Mit Hilfe einer magischen Flöte befreien Prinz Tamino und der Vogelfänger Papageno die junge Pamina, Tochter der Königin der Nacht, aus dem Palast Sarastros. Doch bevor es so weit ist, müssen alle eine Reihe gefährlicher Prüfungen bestehen und an diesen Aufgaben wachsen.

Die musikalische Leitung der Neuproduktion musste Julia Jones aus Krankheitsgründen an Steven Sloane abgeben. Der amerikanische Dirigent wirkte am Anfang seiner Karriere von 1988 bis 1992 als Erster Kapellmeister an der Oper Frankfurt. Von 1994 bis 2021 stand er den Bochumer Symphonikern als GMD vor. In Frankfurt gastierte er zuletzt anlässlich des Doppelabends aus Purcells Dido and Aeneas und Bartóks Herzog Blaubarts Burg sowie Cileas Adriana Lecouvreur.

Zu Ted Huffmans Verpflichtungen am Opernhaus Zürich gehören Stefan Wirths Girl with a Pearl Earring (April 2022) und Gounods Roméo et Juliette (April 2023). Mit Rinaldo gab der Regisseur im Bockenheimer Depot sein Deutschland-Debüt und wird in der Spielzeit 2022/23 im Großen Haus mit Orlando eine weitere Händel-Oper inszenieren.

Die Besetzung weist fast ausschließlich Namen aus dem Ensemble und Opernstudio der Oper Frankfurt auf: Michael Porter greift als Tamino auf sein breit gefächertes Mozart-Repertoire zurück und wechselt sich in der Partie mit seinem neuen Ensemblekollegen Kudaibergen Abildin ab. Aus dem Opernstudio sind Neueinsteigerin Hyoyoung Kim, Absolventin der New Yorker Juilliard School, und Karolina Bengtsson alternierend in den Partien Pamina und Papagena zu erleben.

Anna Nekhames übernimmt bei der Neuproduktion von Mozarts »Die Zauberflöte« an der Oper Frankfurt die Partie der Königin der Nacht
(© Anna Nekhames)

Als Papageno treten Danylo Matviienko und Domen Križaj auf, genauso wie Andreas Bauer Kanabas und Kihwan Sim als Sarastro, letzterer als Rollendebütant. Neu im Ensemble ist die aus dem Opernstudio der Wiener Staatsoper kommende Anna Nekhames (Königin der Nacht), mit der Aleksandra Olczyk als Hausdebütantin und einziger Gast unter den Sänger*innen alternativ besetzt ist. Mit Bariton Erik van Heyningen (Sprecher) tritt ein weiterer ehemaliger Opernstudio-Stipendiat der Wiener Staatsoper an seinem zukünftigen Stammhaus auf. Zuvor jedoch wird er sich als Angelotti (Tosca) dem hiesigen Publikum vorstellen.

Die Zauberflöte

Eine deutsche Oper in zwei Aufzügen

Von: Wolfgang Amadeus Mozart
Text: Emanuel Schikaneder
Uraufführung: 30. September 1791 (Wien, Freihaustheater)

Premiere an der Oper Frankfurt: Sonntag, 2. Oktober 2022

Musikalische Leitung: Steven Sloane / Simone Di Felice
Inszenierung: Ted Huffman
Bühnenbild: Andrew Lieberman
Kostüme: Raphaela Rose
Licht: Joachim Klein
Choreografie: Pim Veulings
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Maximilian Enderle

Besetzung:

Tamino: Michael Porter / Kudaibergen Abildin
Pamina: Hyoyoung Kim / Karolina Bengtsson
Papageno: Danylo Matviienko / Domen Križaj
Sarastro: Andreas Bauer Kanabas / Kihwan Sim
Königin der Nacht: Anna Nekhames / Aleksandra Olczyk
Erste Dame: Monika Buczkowska / Elizabeth Reiter
Zweite Dame: Kelsey Lauritano / Cecelia Hall
Dritte Dame: Cláudia Ribas / Judita Nagová / Katharina Magiera
Monostatos: Theo Lebow / Peter Marsh
Papagena: Karolina Bengtsson / Hyoyoung Kim
Sprecher: Erik van Heyningen
Erster Geharnischter: Michael McCown / Gerard Schneider
Zweiter Geharnischter: Anthony Robin Schneider
Drei Knaben: Solist*innen des Kinderchors

Chor, Kinderchor und Statisterie der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Im Rahmen des Festivals Mainly Mozart 2023

Weitere Vorstellungen: 7., 15., 21., 30. (15.30 Uhr) Oktober, 5., 10., 13. (18 Uhr), 19. (18 Uhr) November 2022, 17., 26., 31. März, 10. (18 Uhr), 19., 22. (im Rahmen des Festivals Mainly Mozart) April 2023

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19 Uhr
Preise: € 16 bis 190 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung der DZ Bank


Wiederaufnahme: Capriccio

Mitten im Krieg legte Richard Strauss (1864-1949) mit seiner letzten, am 28. Oktober 1942 im Münchner Nationaltheater uraufgeführten Oper Capriccio sein musikdramatisches Vermächtnis vor. Das Dirigat oblag damals seinem Freund Clemens Krauss, der zudem das Libretto des Werkes eingerichtet hatte. Beide Künstler sind aus heutiger Sicht nur schwer vom Vorwurf der Nutznießerschaft am nationalsozialistischen System freizusprechen. Und so wollte sich Regisseurin Brigitte Fassbaender auch nicht damit abfinden, lediglich – wie es das Libretto vorsieht – die Geschichte einer Frau zwischen zwei Männern zu erzählen, sozusagen als Sinnbild der Erörterung zweier entgegengesetzter musiktheoretischer Positionen: Was ist wichtiger – das Wort oder die Musik?

Fassbaender verlegt also die in Paris angesiedelte Handlung in die vierziger Jahre zur Zeit der deutschen Besatzung und macht aus der Gräfin kurzerhand eine Résistance-Kämpferin, die es auf ihrem Schloss mit Kollaborateuren und Gleichgesinnten zu tun bekommt. Publikum und Presse zeigten sich nach der Premiere am 14. Januar 2018 von der tiefgründigen, aber auch äußerst humorvollen Inszenierung angetan. So berichtete etwa die Frankfurter Rundschau: „Wenn es so etwas wie eine ‚Modellaufführung‘ gibt, so wäre die Regiearbeit von Brigitte Fassbaender als solche zu apostrophieren: (…) besonnenes, unaufdringliches, zugleich gedanklich mutig-entschiedenes Regietheater.“

Die musikalische Leitung liegt beim premierenbewährten Frankfurter Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der damit seine 15. und letzte Spielzeit einläutet. In der Saison 2022/23 wird er in Japan eine Konzertphase mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra absolvieren, dessen Chefdirigent er seit 2019 ist. Wagners Tannhäuser führt ihn zudem an das Londoner Royal Opera House Covent Garden und anschließend an die Staatsoper Unter den Linden Berlin.

Anlässlich der zweiten Wiederaufnahme dieser Capriccio-Produktion aus der Saison 2017/18 weist der Besetzungszettel auch einige neue Namen auf: Die schwedische Sopranistin Maria Bengtsson (Gräfin Madeleine) kehrt nach ihrem jüngsten Engagement als Blanche de La Force (Dialogues des Carmélites) und einem Liederabend an das Haus am Willy-Brandt-Platz zurück. An ihrer Seite steigt Domen Križaj (Graf) neu in die Produktion ein. Er gehört seit 2020/21 zum festen Sängerstamm der Oper Frankfurt und gastierte kürzlich in der Titelpartie von Chaussons Le Roi Arthus bei den Tiroler Festspielen in Erl. Der Tenor Martin Mitterrutzner (Flamand) war von 2011 bis 2019 Mitglied des Frankfurter Ensembles. Hier trat der Tiroler u.a. als Fenton (Falstaff), Don Ottavio (Don Giovanni) und Belmonte (Die Entführung aus dem Serail) auf und begeisterte zuletzt mit einem Rezital. Aus dem Ensemble der Oper Frankfurt steigen zudem Liviu Holender (Olivier), Zanda Švēde (Clairon), Peter Marsh (Monsieur Taupe) sowie Bianca Tognocchi (Eine italienische Sängerin) und Brian Michael Moore (Ein italienischer Tenor) in die Inszenierung ein. Alfred Reiter (La Roche) ist bereits mit der Produktion vertraut.

Capriccio

Konversationsstück für Musik in einem Aufzug
Von: Richard Strauss
Uraufführung: 28. Oktober 1942 (München, Nationaltheater)

Zweite Wiederaufnahme an der Oper Frankfurt: Samstag, 8. Oktober 22

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Inszenierung: Brigitte Fassbaender
Szenische Leitung der Wiederaufnahme: Hans Walter Richter
Bühnenbild, Kostüme: Johannes Leiacker
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink

Besetzung:

Gräfin Madeleine: Maria Bengtsson
Graf: Domen Križaj
Flamand: Martin Mitterrutzner
Olivier: Liviu Holender
La Roche: Alfred Reiter
Clairon: Zanda Švēde
Monsieur Taupe: Peter Marsh
Eine italienische Sängerin: Bianca Tognocchi
Ein italienischer Tenor: Brian Michael Moore
u.a.

Weitere Vorstellungen: 16. (18 Uhr), 20., 22., 29. (18 Uhr) Oktober 2022
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 16 bis 121 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)


Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.


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