Highlights am Schauspiel Frankfurt im März

Schauspiel Frankfurt (© Birgit Hupfeld)

Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Einige lässig elegante und kultiviert gelangweilte Angehörige des Bürgertums laden sich gegenseitig zum Essen ein – und ständig kommen ihnen die merkwürdigsten Vorfälle dazwischen. Sie wahren indes stets die Contenance, sei es angesichts eines Truppenmanövers, der Verhaftung wegen ihrer Drogengeschäfte oder wenn die Gastgeber vor dem Dinner Sex im Gebüsch haben. Allerdings häufen sich in Luis Buñuels Oscar-prämiertem Film von 1972 zusehends die Seltsamkeiten und etwas makabren Zufälle, bis die Dramaturgie zum Traumspiegelkabinett wird und die Realität als Referenzpunkt nicht mehr greifbar ist. In ihren Träumen grinst die Bourgeoisie in vielfacher Gestalt der Tod an, ihre Dekadenz, ihre eigene überfällige Liquidation. Regisseurin Claudia Bauer setzt mit dieser Arbeit ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Musiker und Autor PeterLicht fort. Er überführt Buñuels surrealistische Traumordnung in eine heutige urbane Middleclass-Bubble mit hohem Wiedererkennungswert.

Der diskrete Charme der Bourgeoisie

(Le charme discret de la bourgeoisie )
Filmdrama von Luis Buñuel
Für die Bühne bearbeitet von Peter Licht und SE Struck

Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: 12. März 22 (Schauspielhaus)

Regie: Claudia Bauer
Bühne: Andreas Auerbach
Kostüme: Vanessa Rust
Musik: Peer Baierlein
Video: Jan Isaak Voges
Mitarbeit Video: Rebekka Waitz
Dramaturgie: Katja Herlemann
Licht: Marcel Heyde

Besetzung:

Lizzy: Anna Kubin
Don Raffi: Sebastian Kuschmann
Flori: Katharina Linder
Atmò, Einsatzleiter: Fridolin Sandmeyer
Moni: Lotte Schubert
Franky: Mark Tumba
Henri: Andreas Vögler
Tatti, Polizist: Philipp Alexej Voigtländer
Live-Kamera: Benjamin Lüdtke, Rebekka Waitz


Langer Atem

Einatmen. Ausatmen. Repeat. Durchhalten. Dranbleiben oder doch aufgeben? Hartnäckig sein. Aushalten. Beharren. Abwarten. Ausdauer haben.

Ein Abend über Wege, die wir gehen oder gegangen sind. Herausforderungen, die überwunden worden sind oder noch vor einem stehen. Was bringt uns dazu, an etwas festzuhalten? Wann wissen wir, dass wir loslassen müssen? Mit diesen Themen wird sich das Team um Manja Kuhl beschäftigen und schauen, wie und ob es einen gemeinsamen Rhythmus findet.

Langer Atem

Ein Projekt von Manja Kuhl

Premiere am Schauspiel Frankfurt: 22. März 22 (Box)

Regie: Manja Kuhl
Bühne: Devin Rebecca McDonough
Video: Constantin Braml
Dramaturgie: Katrin Spira

Von und mit: Christina Geiße, Annie Nowak, Sebastian Reiß


Die Zeit, die Stadt und wir

»Ich hatte lange Zeit das Gefühl, ich bin ein Nebencharakter. Ich war unsichtbar. Ich dachte, ich kann froh sein, dass ich interessante Menschen um mich habe. Aber seit einer ganzen Weile mach ich mich nicht mehr unsichtbar.«
Jugendliche Expert:innen haben sich in der vergangenen Spielzeit im Projekt »Young & Expert« mit dem Schwerpunktthema »Antisemitismus und Rassismus« auseinandergesetzt. Die Autorin und Regisseurin Regina Wenig entwickelt aus der Begegnung mit ihnen ein Stück. Die Jugendlichen haben sehr unterschiedliche Herkünfte, Religionen, Communities. Was denken, fühlen, glauben sie? Was glauben sie nicht mehr? Was wünschen sie sich? Sicherheit in der Gegenwart? Gesehenwerden im Jetzt? Oder möchten sie heute lieber unsichtbar sein? Ein vielstimmiges Porträt Jugendlicher, ihrer Stadt und ihrer Zeit.

Die Zeit, die Stadt und wir

Stückentwicklung
Von: Regina Wenig

Klassenzimmerstück ab 14 Jahren
Uraufführung im Rahmen des Projekts Young & Expert

Premiere/Uraufführung am Schauspiel Frankfurt: 6. März 22 (16 Uhr; Box)

Regie: Regina Wenig
Ausstattung: Martina Suchanek
Musik: Joachim Steffenhagen
Dramaturgie: Lukas Schmelmer

Mit: Lenz Moretti, Rosanna Ruo


Extras:

  • »Aufgeben ist keine Option« ~ 60 Jahre Amnesty International – 50 Jahre Amnesty Frankfurt, Do. 17. März (Schauspielhaus)
  • Transformation(en) ~ Bühne für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung ~ #6 Saba-Nur Cheema im Gespräch über Identitätspolitik im Journalismus, So. 20. März (Kammerspiele)
  • Unart ~ Jugendwettbewerb für multimediale Performances, Mi., 23. und Do. 24. März (Kammerspiele)

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