Highlight im Spielplan der Oper Frankfurt im Februar 2022: »Bianca e Falliero« von Gioachino Rossini

Die amerikanische Sopranistin Heather Phillips gibt als Bianca ihr Europa-Debut an der Oper Frankfurt (Foto: Agentur)

Mit Bianca e Falliero wollte die Oper Frankfurt in der Spielzeit 2019/20 nach Otello und La gazzetta ihre lose dreiteilige Reihe mit Werken von Gioachino Rossini (1792-1868) beschließen. Doch die Corona-Pandemie verhinderte diesen Plan, so dass die Produktion nun nachgeholt wird.

Nach der umjubelten Uraufführung von La gazza ladra 1817 an der Mailänder Scala erhielt Rossini von dort den Auftrag für eine weitere Oper zu einer für die damalige Zeit fürstlichen Gage. Leider jedoch blieb der erhoffte Erfolg von Bianca e Falliero bei der Uraufführung am 26. Dezember 1819 aus, weshalb das Werk, in dem Rossini auch diesmal Melodien aus anderen Opern zweitverwertet hatte, nur selten nachgespielt wurde und schließlich ganz in Vergessenheit geriet. Dazu trugen sicherlich auch die enormen Anforderungen an die Sänger bei. Die virtuosen Koloraturen verstand der Komponist diesmal keinesfalls als Stimmakrobatik, sondern als dramatisches Stilmittel.

1986 kam es in Pesaro zu einer stark akklamierten Produktion mit Katia Ricciarelli und Marilyn Horne; trotzdem konnte sich die Oper nicht wirklich im Repertoire etablieren, so dass sie nun auch in Frankfurt erstmals gezeigt wird.

Zum Inhalt: Die Familien der beiden venezianischen Senatoren Capellio und Contareno leben in jahrelangem Streit. Dieser soll durch die Heirat Capellios mit Contarenos Tochter Bianca endlich ein Ende finden. Die junge Frau liebt zwar den General Falliero, ist aber bereit, dem Drängen ihres Vaters nachzugeben. Als Falliero davon erfährt, überredet er die Geliebte zur gemeinsamen Flucht. Diese wird jedoch vereitelt und der junge Mann vom Senat angeklagt. Contareno will die Chance nutzen, Falliero auszuschalten, und unterschreibt das Urteil. Capellio hin gegen verweigert seine Zustimmung. Gerührt von der Aussage Biancas will er ihr zu ihrem Glück verhelfen. Daraufhin zieht auch Contareno seine Einwände zurück.

Beth Taylor
Foto: John Cooper

Die musikalische Leitung liegt bei dem der Oper Frankfurt über die Jahre hin eng verbundenen italienischen Dirigenten Giuliano Carella, der hier zuletzt 2017/18 mit zwei konzertanten Aufführungen von Donizettis Roberto Devereux gastierte. Zu seinen Wirkungsstätten gehören u.a. die Staatsopern von Wien, Berlin und München. Auch in Stuttgart ist er regelmäßig zu Gast und dirigiert dort aktuell Puccinis Tosca. Der ursprünglich vom Schauspiel kommende Regisseur Tilmann Köhler ist ebenfalls ein gern gesehener Gast in Frankfurt, wo er bisher mit verschiedenen Barockopern auch Arbeiten für das Musiktheater vorlegte.

Die amerikanische Sopranistin Heather Phillips (Bianca) singt erstmals in Europa, nachdem sie dieses Debüt 2019/20 Corona-bedingt verschieben musste. Beth Taylor (Falliero) gab kürzlich im Bockenheimer Depot mit der Partie des Dardano in Händels Amadigi ihr Debüt an der Oper Frankfurt. Als Falliero wechselt sich die schottische Mezzosopranistin mit ihrer russischen Fachkollegin Maria Ostroukhova ab, die damit sowohl ihr Haus- als auch ihr Rollenbedüt gibt. Zur übrigen Besetzung zählen die Ensemblemitglieder Theo Lebow (Contareno), Kihwan Sim (Capellio) und Božidar Smiljanić (Doge von Venedig) sowie Opernstudio-Stipendiat Carlos Andrés Cárdenas in mehreren kleinen Partien.


Bianca e Falliero

Melodramma in zwei Akten

Von: Gioachino Rossini

Premiere an der Oper Frankfurt: 20. Februar 22 (Frankfurter Erstaufführung)

Musikalische Leitung: Giuliano Carella
Regie: Tilmann Köhler
Bühnenbild: Karoly Risz
Kostüme: Susanne Uhl
Licht: Joachim Klein
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Zsolt Horpácsy

Besetzung:

Bianca: Heather Phillips
Falliero: Beth Taylor / Maria Ostroukhova
Contareno: Theo Lebow
Capellio: Kihwan Sim
Doge von Venedig: Božidar Smiljanić
Ein Kanzler / Ein Offizier / Ein Gerichtsdiener: Carlos Andrés Cárdenas°

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

°Mitglied des Opernstudios

Weitere Vorstellungen: 25., 27. (18.00 Uhr) Februar, 3., 5., 11., 17., 19., 26. März 2022
Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr
Preise: € 15 bis 182 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Karten sind grundsätzlich bei den bekannten Vorverkaufsstellen, online unter oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.
Die Vorstellungen im Februar sind bereits ausverkauft. Der Vorverkauf für März startet am 15. Februar 22. Wegen der derzeitigen Beschränkung auf lediglich 250 Zuschauer:innen pro Vorstellungen werden derzeit Abonnenten bevorzugt, nur wenige Tickets gehen in den freien Verkauf. Änderungen vorbehalten.